Morgan Stanley hebt US-Wachstumsprognose für 2026 deutlich an
Höhere Investitionsausgaben der Tech-Riesen treiben BIP-Erwartung von 2,4 auf 2,6 Prozent

Morgan Stanley hat seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft im Jahr 2026 nach oben korrigiert. Die Investmentbank hebt ihre Schätzung für das reale Bruttoinlandsprodukt von zuvor 2,4 Prozent auf nun 2,6 Prozent an. Als Hauptgrund nennen die Analysten deutlich höhere Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne, auch bekannt als Hyperscaler.
Chefanalyst Michael Gapen erklärte in einer Mitteilung an Kunden, dass die aktuellen Wirtschaftsdaten sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite positive Signale zeigen. Die eingehenden Informationen rechtfertigen eine optimistischere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Jahren.
Massive Investitionen in KI-Infrastruktur
Die Aktienanalysten von Morgan Stanley erwarten nun, dass die Hyperscaler in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt 720 Milliarden Dollar beziehungsweise 882 Milliarden Dollar in ihre Infrastruktur investieren werden. Diese Zahlen liegen deutlich über den früheren Schätzungen von 603 Milliarden und 702 Milliarden Dollar. Die Revisionen zeigen, dass sich das Wachstum der Investitionsausgaben deutlich weniger stark verlangsamen wird als ursprünglich angenommen.
Die erhöhten Ausgaben der Tech-Giganten wirken sich direkt auf die gewerblichen Anlageinvestitionen aus. Morgan Stanley hat seine Prognose für diesen Bereich von 3,1 Prozent auf 5,3 Prozent für 2026 angehoben. Besonders stark sollen die Ausgaben für Ausrüstungen mit einem Plus von 6,4 Prozent zulegen.
Breite Investitionsdynamik erwartet
Neben den Ausrüstungsinvestitionen rechnet die Bank auch mit kräftigen Zuwächsen in anderen Bereichen. Die Investitionen in geistiges Eigentum sollen um 5,8 Prozent steigen, während die Bauinvestitionen um 2,1 Prozent zulegen dürften. Insgesamt würde dies 0,7 Prozentpunkte zum realen BIP beitragen – deutlich mehr als die zuvor erwarteten 0,4 Prozentpunkte.
Die überarbeitete Prognose nähert sich dem sogenannten "Animal Spirits"-Szenario der Bank an, das von besonders optimistischen Unternehmensinvestitionen ausgeht. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben. Zudem deuten revidierte Arbeitsmarktdaten auf ein Produktivitätswachstum von 2,4 Prozent bis zum dritten Quartal 2025 hin, nach zuvor gemeldeten 1,9 Prozent.
Neue Risiken im Fokus
Allerdings verlagern sich nach Einschätzung von Morgan Stanley auch die Risiken für die Wirtschaft. Während früher Handelskonflikte als größte Gefahr galten, sieht die Bank nun ein anderes Szenario als problematisch an. Ein KI-getriebener Investitionsboom könnte zum Risiko werden, sollten die erwarteten Renditen ausbleiben. Die Analysten warnen, dass große Innovationszyklen in der Vergangenheit oft mit Kreditzyklen und Boom-Bust-Charakteristiken einhergingen – also auf euphorische Aufschwünge auch schmerzhafte Abschwünge folgten.
