Schweizer Inflation bei 0,1 Prozent – SNB vor geldpolitischem Dilemma
Teuerungsrate verharrt am unteren Rand des Zielkorridors. Starker Franken könnte weitere Preissenkungen bewirken.

Die Schweizer Inflation bleibt im Januar bei 0,1 Prozent und damit am unteren Ende des Zielbereichs der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Teuerungsrate entspricht den Erwartungen von Analysten und verharrt auf dem Dezember-Niveau, wie aus aktuellen Regierungsdaten hervorgeht. Die SNB strebt eine Preisstabilität im Bereich von 0 bis 2 Prozent an.
Die Kerninflation, die volatile Komponenten wie frische Lebensmittel und Energie ausklammert, liegt bei 0,5 Prozent. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent, hauptsächlich durch günstigere Strom-, Kleidungs- und Schuhpreise. Die SNB verzichtete auf eine Stellungnahme zu den aktuellen Zahlen.
GianLuigi Mandruzzato von der EFG Bank sieht in den Daten keinen unmittelbaren Handlungsdruck für die Notenbank. Allerdings beobachte die SNB die Frankenstärke mit Argusaugen, da eine weitere Aufwertung die Importpreise zusätzlich drücken könnte. "Die SNB könnte dazu übergehen, den Franken als stark bewertet zu bezeichnen", erklärt der Ökonom.
Nullzins-Politik erschwert Handlungsspielraum
SNB-Präsident Martin Schlegel räumte kürzlich ein, dass die Kombination aus niedriger Inflation und dem aktuellen Leitzins von 0 Prozent die Zentralbank in eine schwierige Lage bringe. Der Handlungsspielraum für weitere Zinssenkungen ist damit faktisch erschöpft. Die SNB hatte zuvor erklärt, eine vorübergehende Unterschreitung des Inflationsziels in Kauf zu nehmen.
Experten schließen nicht aus, dass die Notenbank bei anhaltender Frankenstärke am Devisenmarkt intervenieren könnte. Bislang gibt es keine Anzeichen für solche Eingriffe, doch die Situation könnte sich ändern. Die SNB betrachtet die Inflation mittelfristig und toleriert kurzfristige Schwankungen, auch in den negativen Bereich.
