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RobCo wird zum Einhorn und treibt US-Expansion voran

Der Münchner Robotikspezialist überschreitet die Milliarden-Bewertung und rückt große Konzerne sowie den US-Markt in den Fokus.

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RobCo wird zum Einhorn und treibt US-Expansion voran

Der Münchner Robotikhersteller RobCo ist zum Einhorn geworden. Die Bewertung des Unternehmens liegt nach Angaben aus der WirtschaftsWoche bei über einer Milliarde Euro. Damit zählt der Spezialist für Industrieroboter zu den wenigen deutschen Technologiefirmen, die diese Schwelle erreichen.

Parallel zur Bewertung hat sich die Ausrichtung des Unternehmens verschoben. Stand früher der Mittelstand im Zentrum, liegt der Fokus heute auf großen Konzernen und einer globaleren Aufstellung. "Wir sind heute deutlich stärker auf große Konzerne fokussiert – und globaler", bringt es Gründer Roman Hölzl auf den Punkt. Zielkunden sind dabei Unternehmen mit Potenzial für mehr als 50 Systeme.

Das Geschäftsmodell folgt dem Prinzip Robot as a Service. RobCo verkauft seine Roboter also nicht nur, sondern vermietet sie auch. Zum Einsatz kommen die Maschinen unter anderem beim Verpacken, Etikettieren und Palettieren sowie beim Be- und Entladen von Maschinen. In einer Testanlage übernehmen Roboter zudem das Testen von Chips.

US-Markt als Wachstumstreiber

Ein zentraler Baustein der Expansion sind die Vereinigten Staaten. Den Markteintritt stemmte RobCo über die Übernahme von Rapid Robotics im Dezember 2024. Mit der Transaktion kamen nicht nur die Hardware und bestehende Kunden, sondern auch ein erfahrenes Team vor Ort zu RobCo. Rapid Robotics galt in den USA bereits als bekannter Name für Robotics-as-a-Service. Erleichtert wurde die Integration dadurch, dass beide Firmen auf ein Abo-Modell setzten, was den Kundenwechsel vereinfachte.

Der Aufbau schreitet schnell voran. Der Montagestandort in Austin wurde binnen acht Monaten aufgebaut. Inzwischen betreut das Unternehmen Kunden in 14 Bundesstaaten. Die Belegschaft wuchs von rund 80 Mitarbeitern vor zwei Jahren auf inzwischen 225 – gut ein Viertel davon in den USA. Auch bei den verkauften Systemen entfällt bereits gut ein Viertel auf den US-Markt; insgesamt hat RobCo mehr als 1200 Systeme abgesetzt. In Deutschland wurden die Produktionsflächen in München erweitert.

Das Wachstum schlägt sich auch in den Erlösen nieder. "Im vergangenen Jahr haben wir unseren Umsatz um das 3,3-fache gesteigert", so Hölzl. Der Gründer lebt inzwischen mit seiner Familie in San Francisco. Die Verhandlungen zur US-Übernahme führte er der Quelle zufolge aus einer Hotellobby im Urlaub.

Profitabel ist das Unternehmen derzeit nicht. Stattdessen fließen Mittel in die Produktentwicklung und das US-Wachstum – ein für stark expandierende Technologiefirmen typisches Muster. Anleger sollten solche Investitionsphasen einordnen können: Wachstum geht hier zulasten kurzfristiger Gewinne.

Alfie soll den nächsten Schritt einleiten

Für die kommende Produktgeneration setzt RobCo auf einen neuen Roboter namens Alfie. Es handelt sich um den ersten autonomen Industrieroboter des Unternehmens, ausgestattet mit zwei Armen und selbstlernend per KI. "Er hat nicht nur einen Arm, sondern zwei", betont Hölzl. Alfie kann der Quelle zufolge mit der Datenflut unstrukturierter Umgebungen umgehen, selbst Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen. Der Name leitet sich von "Autonomer Alfred" ab – ein Muster, das RobCo bereits bei früheren Modellen wie Starker Sepp und Praktischer Peter nutzte.

Der Marktstart von Alfie ist für März 2027 geplant. Vorgestellt werden soll er auf dem Flagship-Event RobCoN am 4. März 2027.

Auf Investorenseite kann RobCo prominente Namen vorweisen: Zu den Geldgebern zählen eine Beteiligung aus dem Umfeld der Agnelli-Familie (Fiat) sowie der von Volkswagen finanzierte Wagniskapitalgeber Leitmotif. Hölzl selbst, 33 Jahre alt, wurde in der WirtschaftsWoche-Rubrik "30 bis 2030" ausgezeichnet und steht zudem auf der Rednerliste der JP-Morgan-Tech-Konferenz in London.

Für Privatanleger bleibt RobCo bislang ein Fall für den Beobachtungsmodus: Das Unternehmen ist nicht börsennotiert, die Bewertung von über einer Milliarde Euro stammt aus dem privaten Finanzierungsmarkt. Spannend bleibt, ob der US-Ausbau und der Alfie-Start im März 2027 das Wachstum der vergangenen Jahre bestätigen können.

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