ANZEIGE

Rigetti Computing: 3 Gründe, warum die Aktie eine Falle sein könnte

Hohe Liquidität und Staatshilfe täuschen über schwache Geschäfte hinweg.

4 Min
Rigetti Computing: 3 Gründe, warum die Aktie eine Falle sein könnte

Rigetti Computing verfügt über ausreichende Liquidität, vielversprechende Technologie und staatliche Unterstützung, um im Wettlauf um das Quantencomputing eine Rolle zu spielen. Doch ein genauer Blick auf die Fundamentaldaten zeigt: Die enormen Ambitionen des Unternehmens liegen weit hinter seinem aktuellen Umsatz und seinen kommerziellen Fortschritten zurück. Für Anleger könnte die Aktie daher eher eine Falle als ein Schnäppchen sein.

Trotz eines Bestands an Cash und Investitionen in Höhe von mehr als 500 Millionen US-Dollar bleibt Rigetti ein vergleichsweise kleines Unternehmen mit hohen Burn-Rates. Das Geld verbrennt sich schneller, als neue Einnahmen hereinkommen. Die Hoffnung auf künftige Milliardenmärkte im Quantencomputing mag verlockend sein, doch die Gegenwart sieht anders aus: Der operative Cashflow ist negativ, und ein profitables Geschäftsmodell ist nicht in Sicht.

Die Details

Die staatlichen Fördermittel in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, die Rigetti im Rahmen des CHIPS and Science Act erhalten soll, klingen auf den ersten Blick beeindruckend. Doch sie sind an strenge Auflagen geknüpft. Das Geld ist an Meilensteine, Leistungsanforderungen sowie eine Verwässerung der Aktionärsrechte gekoppelt. Mit anderen Worten: Die Mittel fließen nicht einfach so, sondern nur gegen konkrete Gegenleistungen, die das Unternehmen unter Druck setzen.

Das Management selbst weist darauf hin, dass die kommerziellen Vorteile des Quantencomputings noch mehrere Jahre entfernt sind. Diese realistische Einschätzung setzt das Unternehmen potenziellen Risiken hinsichtlich der Umsetzung und der Zeitpläne aus. Solange die Technologie nicht marktreif ist, bleibt Rigetti ein reines Entwicklungsunternehmen – mit allen Unsicherheiten, die das mit sich bringt.

Bereits am 10. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass Rigetti Computing vom US-Handelsministerium für Fördermittel von bis zu 100 Millionen US-Dollar ausgewählt wurde. Die Nachricht ließ den Aktienkurs damals deutlich ansteigen. Doch schon damals warnte die Redaktion: Bevor Investoren bei einem Kurs unter 20 Dollar zugreifen, lohnt ein nüchterner Blick auf die Fakten. Die Aussicht auf staatliche Gelder sorgte an den Märkten für Euphorie und trieb die Bewertung spürbar in die Höhe.

Am 26. Juli 2026 folgte ein weiterer Bericht: Die Aktie von Rigetti Computing hatte in den vergangenen sechs Monaten rund 37 Prozent an Wert verloren. Für manche Anleger schien dies eine günstige Einstiegsgelegenheit darzustellen – doch das Unternehmen birgt erhebliche Risiken. Die Technologie richtet sich derzeit vor allem an Forscher und Regierungsbehörden, da der Sektor noch nicht ausgereift genug für eine breite kommerzielle Nutzung ist.

Nur einen Tag später, am 27. Juli 2026, zeichnete aktien.news drei Szenarien für die Aktie. Die Zahlen aus dem ersten Quartal lieferten den nötigen Kontext: Rigetti erzielte lediglich 4,4 Millionen US-Dollar Umsatz, gab jedoch 19,9 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus. Diese Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben verdeutlicht die strukturelle Herausforderung des Unternehmens.

Am 10. August 2026 berichtete aktien.news schließlich über eine deutliche Kursrally. Der entscheidende Wendepunkt kam am 21. Mai: Rigetti gab bekannt, eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium unterzeichnet zu haben. Demnach könnte das Unternehmen über drei Jahre hinweg bis zu 100 Millionen US-Dollar im Rahmen des CHIPS and Science Act erhalten. Die Rally zeigte, wie stark der Aktienkurs auf positive Nachrichten reagiert – aber auch, wie verletzlich er bei Gegenwind bleibt.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger stellt sich die Frage, ob die aktuelle Bewertung von Rigetti gerechtfertigt ist. Das Unternehmen hat zweifellos eine vielversprechende Technologie und strategische Bedeutung für die US-Regierung. Doch die hohe Cash-Burn-Rate, der geringe Umsatz und die langen Zeiträume bis zur Kommerzialisierung sind erhebliche Risikofaktoren.

Die 100 Millionen US-Dollar an staatlichen Fördermitteln sind zudem kein Freibrief. Sie sind an Bedingungen geknüpft, die zu einer Verwässerung der Aktionärsrechte führen können. Anleger sollten daher genau prüfen, ob sie das Risiko eines solchen Investments tragen möchten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten – die Entscheidung muss jeder für sich treffen.

Ausblick

Das Management von Rigetti Computing hat klargestellt, dass die Vorteile des Quantencomputings noch mehrere Jahre entfernt sind. Das Unternehmen bleibt damit auf absehbare Zeit auf externe Finanzierung angewiesen. Die staatlichen Fördermittel über drei Jahre hinweg können helfen, die Durststrecke zu überbrücken – doch sie lösen das grundlegende Problem nicht: Rigetti muss irgendwann zeigen, dass es aus eigener Kraft profitabel wirtschaften kann.

Kurz erklärt

  • Quantencomputing: Eine neue Form der Datenverarbeitung, die auf den Gesetzen der Quantenmechanik basiert und bestimmte Berechnungen deutlich schneller ausführen kann als klassische Computer.
  • Cash-Burn-Rate: Die Geschwindigkeit, mit der ein Unternehmen seine liquiden Mittel verbraucht, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu finanzieren.
  • CHIPS and Science Act: Ein US-Gesetz zur Förderung der heimischen Halbleiterindustrie und verwandter Technologien, das unter anderem Fördermittel für Quantencomputing-Unternehmen vorsieht.
Rigetti ComputingQuantencomputingAktieRisikoStaatshilfeCash-BurnChips ActAnleger

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  5. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?

Disclaimer