Cisco-Aktie fällt nach Piper-Sandler-Kurszielsenkung um fünf Prozent
Analysten senken Kursziel auf 125 Dollar wegen Wachstumsbedenken in der Branche.

Die Aktie von Cisco Systems ist am Dienstag um fast fünf Prozent gefallen. Auslöser war eine Kurszielsenkung durch die Investmentbank Piper Sandler. Die Analysten reduzierten ihr Kursziel für den Netzwerktechnik-Anbieter von 132 auf 125 US-Dollar. Grund dafür sind niedrigere Erwartungen an das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die aus der Sorge resultieren, dass das Wachstum in der Branche seinen Höhepunkt erreicht hat.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 106,44 US-Dollar. Dabei hatte Cisco im vergangenen Jahr eine beeindruckende Rally hingelegt: Seit dem Vorjahreszeitpunkt ist der Kurs um 57 Prozent gestiegen. Im Juni erreichte die Aktie sogar ein Allzeithoch. Der Grund für den Höhenflug war der Boom bei künstlicher Intelligenz, von dem Cisco als Anbieter von Netzwerktechnik massiv profitiert. Große Technologieunternehmen investieren derzeit Milliarden in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur, was die Nachfrage nach Ciscos Produkten und Lösungen beflügelt.
Die Details
Piper Sandler senkte sein Kursziel für Cisco auf 125 US-Dollar, nachdem es zuvor bei 132 Dollar gelegen hatte. Die Analysten begründeten den Schritt mit niedrigeren Erwartungen an das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Hintergrund ist die Befürchtung, dass das Branchenwachstum seinen Höhepunkt überschritten haben könnte. Die Cisco-Aktie reagierte prompt mit einem Kursrückgang von fast fünf Prozent und notierte zum Handelsschluss bei 106,44 Dollar.
Erst im Vormonat hatte Cisco starke Quartalszahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt, die die Schätzungen der Analysten übertrafen. Der Umsatz belief sich laut LSEG auf 17,25 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Schätzung von 16,8 Milliarden Dollar. Das Unternehmen gab während seiner letzten Quartalskonferenz im August zudem eine starke Guidance für das Geschäftsjahr 2027 ab. Allerdings sank die Aktie damals, da diese Prognose von den Analysten nur mit mäßigem Enthusiasmus aufgenommen wurde.
Cisco projizierte ein Umsatzwachstum von nahezu 15 Prozent. Analysten argumentierten jedoch, dass das Umsatzwachstum wieder in den einstelligen Bereich zurückfallen würde. Die Piper-Analysten bezeichneten die Projektion im Kontext einer höheren Marktnachfrage als „konservativ“. Hyperscaler – also die großen Cloud-Anbieter – machten im Geschäftsjahr 2026 etwa vier Milliarden Dollar am Umsatz aus. Cisco erwartet, dass sich diese Zahl im Geschäftsjahr 2027 fast verdoppeln wird, auf 7,5 Milliarden Dollar.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 12. Februar 2026 berichtete aktien.news, dass die Cisco-Aktie trotz starker Quartalszahlen fiel, weil Anleger von der Prognose enttäuscht waren. Damals verlor die Aktie rund sieben Prozent im nachbörslichen Handel, nachdem der Umsatz um etwa zehn Prozent auf 14 Milliarden Dollar gestiegen war und der Nettogewinn mit 3,18 Milliarden Dollar ein Plus von über 30 Prozent verzeichnete.
Am 13. Februar 2026 folgte ein weiterer Rückschlag: Die Cisco-Aktie stürzte um zwölf Prozent ab – der schlechteste Handelstag seit 2022. Grund waren stark gestiegene Speicherpreise, die die Gewinnmargen des Unternehmens erheblich belasteten. Der KI-Boom hatte zu einer beispiellosen Nachfrage nach Rechenzentrums-Hardware geführt, was einen globalen Mangel an Speichermodulen auslöste.
Am 14. Mai 2026 konnte Cisco dann wieder positiv überraschen. Die Aktie erreichte ein Allzeithoch, nachdem das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen übertroffen hatte. Ausschlaggebend war ein deutlich beschleunigter Auftragseingang, der die wachsende Bedeutung von Cisco als Profiteur des KI-Booms unterstrich.
Am 13. August 2026 meldete Cisco schließlich Rekordergebnisse für das vierte Geschäftsquartal mit einem Umsatz von 17,3 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich 16,8 Milliarden Dollar erwartet. Der Konzern begründete das starke Wachstum mit einem sprunghaft gestiegenen Bedarf im Zuge eines sogenannten KI-Superzyklus.
Was das für Anleger bedeutet
Die wiederholten Kursschwankungen bei Cisco zeigen, dass der Markt das Unternehmen zwar als klaren Profiteur des KI-Booms sieht, aber gleichzeitig sensibel auf jede Andeutung einer Wachstumsverlangsamung reagiert. Die aktuelle Kurszielsenkung durch Piper Sandler spiegelt die Sorge wider, dass das Branchenwachstum seinen Höhepunkt erreicht haben könnte. Für Anleger bedeutet dies, dass sie sich auf eine erhöhte Volatilität einstellen müssen.
Positiv ist, dass Cisco weiterhin von massiven Investitionen der Hyperscaler profitiert. Die Prognose, dass der Umsatz mit diesen Großkunden von vier Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2026 auf 7,5 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2027 steigen soll, unterstreicht das Potenzial. Allerdings bleibt die Frage, ob das Gesamtwachstum des Unternehmens nachhaltig ist oder ob es nach dem aktuellen Boom zu einer Normalisierung kommt.
Ausblick
Cisco hat für das Geschäftsjahr 2027 eine starke Guidance abgegeben, die ein Umsatzwachstum von nahezu 15 Prozent vorsieht. Die Analysten von Piper Sandler bezeichnen diese Prognose als „konservativ“. Das Unternehmen selbst geht das neue Geschäftsjahr nach den Worten von CEO Robbins vorsichtig an. „Wir starten in ein neues Geschäftsjahr. Wir operieren in unglaublichen Märkten“, so Robbins gegenüber Jim Cramer von CNBC. „Aber es ist auch eine Zeit, in der wir das Jahr etwas vorsichtig angehen werden.“ Die Entwicklung der Hyperscaler-Umsätze wird ein entscheidender Indikator dafür sein, ob Cisco seine Wachstumsziele erreichen kann.
Kurz erklärt
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Eine Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt und angibt, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns eine Aktie bewertet wird.
- Hyperscaler: Bezeichnung für große Cloud-Anbieter wie Amazon, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Google, die Rechenzentren in massivem Maßstab betreiben.
- Guidance: Die vom Unternehmen selbst veröffentlichte Prognose für zukünftige Geschäftszahlen, an der sich Analysten und Anleger orientieren.
