ANZEIGE

Private-Equity-Anwalt baut Luxusvillen an der Algarve

Star-Anwalt Neel Sachdev investiert in portugiesische Immobilien und zeigt neuen Reichtum der Big Law

2 Min
Private-Equity-Anwalt baut Luxusvillen an der Algarve

Der Aufstieg der Private-Equity-Giganten hat die Partner großer Anwaltskanzleien in eine neue finanzielle Stratosphäre gehoben. Einige der wichtigsten Umsatzbringer in der Rechtswelt verdienen jährlich mehr als 20 Millionen US-Dollar – und das zeigt sich auch in ihren Nebenbeschäftigungen.

Neel Sachdev, einer der bekanntesten Private-Equity-Anwälte Londons, gewährte der Financial Times exklusiven Einblick in sein jüngstes Projekt: Auf einem malerischen Stück der portugiesischen Küste in der Algarve baut er eine Anlage mit elf Villen in der Nähe des Flughafens Faro. Historisch gesehen war die Entwicklung von Häusern auf ehemaligem Orangenplantagenland im Süden Portugals eher etwas, das man von Hedgefonds-Milliardären in ihrer Midlife-Crisis erwarten würde. Heute ist dies das Terrain von Partnern großer Kanzleien.

Vom Consigliere zum Immobilienentwickler

Sachdev, 51, schockierte vor drei Jahren den Markt, als er von Kirkland & Ellis zum Erzrivalen Paul Weiss wechselte. Der Umsturz prägte die rechtliche Szene in der britischen Hauptstadt, da Sachdev begann, Dutzende hochrangiger Partner abzuwerben. „Es gibt definitiv mehr Star-Kultur in der Big Law", sagte er der FT, während er neben seinem 25 Meter langen Swimmingpool saß. „Ich habe meinen Kunden dabei geholfen, Scheidungsanwälte zu finden; Testamente zu verfassen. Das Modell ist das des Consiglieres. Man ist der Anwalt, auf den man sich verlässt, die zentrale Kontaktperson."

Zu seinem Interview erschien Sachdev in einem roten Cabrio von 1977, einem Mercedes 450 SL, der erst in derselben Woche aus den Niederlanden geliefert worden war. Dazu trug er passende rote Kleidung, eine Sonnenbrille und seine markanten Perlenarmbänder an beiden Handgelenken. Klassische Musik summte durch ein Netzwerk glatter Lautsprecher.

Toxisch positiv: Ein Anwalt mit Bürgermeisterambitionen

Sachdevs fester Doppelpartner beim Tennis in London ist der TV-Koch Ainsley Harriott – kein Kunde, wie er betont. Innerhalb von 30 Minuten nach Ankunft des FT-Fotografen lud Sachdev ihn ein, seine Geburtstagsfeier in der folgenden Woche zu fotografieren. Champagner aus dem Jahr seiner Geburt sollte ausgeschenkt werden. „Alles ist eine Gelegenheit, es ist nie eine Last", sagte er. „Meine Kinder sagen, ich sei toxisch positiv."

Nach einigen schwierigen Jahren für Paul Weiss, die unter anderem den Deal der Kanzlei mit US-Präsident Donald Trump zur Aufhebung eines Exekutivbefehls und die Verbindungen des ehemaligen Vorsitzenden zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein umfassten, hat Sachdev in London eine positivere Atmosphäre geschaffen. Auf die Frage, was er tun werde, wenn er den juristischen Beruf verlässt – britische Anwälte neigen dazu, vor dem 60. Lebensjahr aufzuhören – antwortete Sachdev zwischen Schlucken von Aperol Spritz: „Ich wollte schon immer für das Amt des Bürgermeisters von London kandidieren."

Hintergrund: Der Wandel der Big Law

Der Aufstieg der privaten Marktgiganten und die daraus resultierenden Abwerbe-Kriege um Anwälte, die diese Konten betreuen, haben Partner von Rechtsanwaltskanzleien in eine neue finanzielle Dimension katapultiert. Die Gehälter der Top-Juristen entsprechen inzwischen denen von Investmentbankern und sogar ihren Kunden aus dem Private-Capital-Sektor. Sachdevs Nebenbeschäftigung an der Algarve ist dabei nur ein sichtbares Zeichen dieses tiefgreifenden Wandels in der Anwaltsbranche.

Private EquityAnwaltAlgarveNeel SachdevPaul WeissBig LawLuxusimmobilienPortugal

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer