Hypothekenzinsen steigen rasant – Nachfrage bricht um 19 Prozent ein
Steigende Zinsen belasten Hauskäufer und Eigentümer – Anträge sinken deutlich.

Die Hypothekenzinsen in den USA steigen rasant und bremsen die Nachfrage von Hauskäufern und Eigentümern massiv aus. Das gesamte Volumen der Hypothekenanträge sank in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche um 4,1 Prozent, wie aus dem saisonbereinigten Index der Mortgage Bankers Association (MBA) hervorgeht. Die Ergebnisse der letzten Woche enthalten eine gesonderte Bereinigung für den Labor-Day-Feiertag.
Der durchschnittliche Vertragszinssatz für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken mit konformen Darlehenssummen von 832.750 US-Dollar oder weniger stieg von 6,85 Prozent auf 6,97 Prozent. Dabei erhöhten sich die Points von 0,67 auf 0,72 (einschließlich Bearbeitungsgebühr) für Darlehen mit einer Anzahlung von 20 Prozent. Laut einer separaten Umfrage von Mortgage News Daily waren die Zinsen jedoch bis zum vergangenen Donnerstag auf über 7 Prozent gestiegen.
Refinanzierungsanträge brechen ein
Die Anträge auf Refinanzierung eines Immobiliendarlehens, die am empfindlichsten auf wöchentliche Zinsänderungen reagieren, fielen in dieser Woche um 9 Prozent und lagen um 65 Prozent niedriger als in der gleichen Woche des Vorjahres. Im Vorjahr lag der Zinssatz für die 30-jährige Festverzinsung um 58 Basispunkte oder mehr als einen halben Prozentpunkt niedriger. Der drastische Rückgang zeigt, wie stark die gestiegenen Zinsen die Umschuldungsaktivität ausgebremst haben.
Auch die Anträge auf eine Hypothek für den Hauskauf sanken – in der Woche um 1 Prozent und lagen um 19 Prozent niedriger als in der gleichen Woche des Vorjahres. Potenzielle Käufer haben weiterhin mit hohen Immobilienpreisen zu kämpfen. Zwar hat das Angebot an zum Verkauf stehenden Häusern in weiten Teilen des Landes zugenommen, doch entfällt ein Großteil dieses Angebots auf das gehobene Marktsegment.
Zinsen steigen weiter – Fed-Sitzung im Fokus
Die Hypothekenzinsen stiegen zu Beginn dieser Woche weiter an. Der Durchschnittszins für die 30-jährige Festverzinsung erreichte am Dienstag laut Mortgage News Daily 7,22 Prozent – kurz vor der nächsten Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch. Die Zinsen liegen nun fast einen vollen Prozentpunkt höher als vor einem Jahr. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiger Indikator: Steigende US-Hypothekenzinsen dämpfen den Immobilienmarkt und können über die Kapitalmärkte auch Auswirkungen auf europäische Finanzwerte und Immobilienaktien haben.
Die aktuellen Daten der MBA sind eine Echtzeit-Momentaufnahme und zeigen, dass die Kombination aus hohen Immobilienpreisen und steigenden Finanzierungskosten viele Haushalte an ihre Belastungsgrenze bringt. Sollte die Fed die Zinsen weiter anheben, dürfte der Druck auf den Immobilienmarkt noch zunehmen.
