Realty Income: Top-Dividendenaktie mit fast 5,5 Prozent Rendite
Immer weniger S&P-500-Aktien bieten über 4% Rendite – ein REIT sticht heraus.

Der US-Aktienmarkt befindet sich seit Jahren in einem langfristigen Aufwärtstrend. Das ist für die Aktienkurse hervorragend, aber nicht unbedingt vorteilhaft für die Dividendenrenditen. Denn diese sinken, wenn der Aktienkurs des Dividendenzahlers steigt. Daher werden Aktienrenditen von über vier Prozent heutzutage immer seltener.
Es gibt jedoch einen Emittenten, der nicht nur eine deutlich über dieser Schwelle liegende Dividende ausschüttet, sondern dies auch weitaus regelmäßiger tut als fast alle seine Mitbewerber. Die Rede ist von Realty Income, einem Immobilien-Investmenttrust (REIT), der möglicherweise nicht zu dem Sektor gehört, den einige erwarten würden.
Ein Kraftpaket in seinem Sektor
Der Sektor der REITs ist das solide alte Hochrendite-Reservat. Die Ausschüttungen an die Aktionäre sind relativ hoch, da REITs zur Inanspruchnahme bestimmter Steuervorteile mindestens 90 Prozent ihres steuerpflichtigen Einkommens in Form von Anlegerdividenden ausschütten müssen.
Im S&P-500-Index gibt es nicht viele REITs – nach aktueller Zählung sind es 30. Von diesen hebt sich Realty Income besonders hervor. Das Unternehmen besitzt und verwaltet ein massives Portfolio aus 15.500 Einzelhandelsimmobilien. Die meisten Mieter operieren unter sogenannten Triple-Net-Leases (Dreifachnetzmietverträgen). Dabei sind sie verpflichtet, Grundsteuern, Versicherungen sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten für ihre Flächen zu tragen. Dies spart Realty Income beträchtliche Summen.
Die Immobilien des Unternehmens befinden sich typischerweise in stark frequentierten Einkaufszentren. Die aktuelle Auslastungsquote liegt nahe am Maximum bei 98,8 Prozent. Viele Mieter sind langfristige Kunden, da sie konjunkturresistente Geschäfte wie Supermärkte betreiben.
Trotz vergangener Bedenken, der E-Commerce könnte zu einer massiven „Retail-Apokalypse" führen, hat Realty Income nicht nur überlebt, sondern gedeiht. Das Unternehmen verzeichnet kontinuierliches Wachstum in seinen Schlüsselkennzahlen. Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz um nahezu zehn Prozent auf 1,55 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte Funds-from-Operations (AFFO) um acht Prozent auf etwas über eine Milliarde US-Dollar verbesserte.
Ein Musterbeispiel für eine hohe Dividendenrendite
Da ein solches Wachstum für Realty Income eher eine Eigenschaft als ein Fehler ist, stehen dem Unternehmen reichlich Mittel zur Verfügung, um eine hochverzinsliche Dividende zu finanzieren, die zudem stetig steigt. Anfang dieses Monats kündigte das Unternehmen seine 136. Dividendenanhebung seit der Notierung an der New York Stock Exchange im Jahr 1994 an.
Diese Häufigkeit wird durch die monatliche Dividende des REIT ermöglicht, was eine Ausnahmeerscheinung darstellt. Die meisten dividendenstarken Aktien schütten üblicherweise vierteljährlich aus. Die Rendite von Realty Income beträgt fast 5,5 Prozent.
Realty Income ist kein perfektes Unternehmen. Immobilienunternehmen aller Art sind stark verschuldet, da der Kauf und Bau von Immobilien prohibitiv teuer ist. Ein Zinserhöhungsschritt der Federal Reserve würde die Ergebnisse des REIT zweifellos belasten. Zudem ist das Unternehmen als unerbittlich auf den Einzelhandel fokussierter Betreiber anfällig für Abschwünge in diesem Sektor.
Dennoch hat das Unternehmen diese Herausforderungen bereits in der Vergangenheit bewältigt. Die Kombination aus einer hohen Dividendenrendite von fast 5,5 Prozent, monatlichen Ausschüttungen und einem stabilen Geschäftsmodell macht Realty Income zu einem interessanten Kandidaten für einkommensorientierte Anleger. Der REIT hat über Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass er auch in schwierigen Marktphasen zuverlässig wachsen kann.
