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Powell warnt vor Risiken für Inflation und Jobs

Fed-Chef sieht Dilemma zwischen Preisstabilität und Arbeitsmarkt bei weiteren Zinsschritten

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Powell warnt vor Risiken für Inflation und Jobs

US-Notenbankchef Jerome Powell hat sich zum künftigen Zinskurs zurückhaltend gezeigt und sprach von einer herausfordernden Lage. In einer Rede in Providence im Bundesstaat Rhode Island erklärte er, die kurzfristigen Risiken lägen bei der Inflation nach oben, bei der Beschäftigung jedoch nach unten. Daraus ergebe sich ein Dilemma für die Federal Reserve, deren Doppelmandat sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung vorsieht. Zu starke Zinssenkungen könnten die Inflationsbekämpfung schwächen, während ein zu restriktiver Kurs den Arbeitsmarkt belaste.

Powell betonte, dass der Arbeitsmarkt Anlass zur Sorge gebe. In den vergangenen drei Monaten sei das Beschäftigungswachstum im Durchschnitt bei rund 25.000 Stellen gelegen. Dieser Wert liege unter dem Niveau, das notwendig wäre, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten. Gleichwohl verwies der Notenbankchef darauf, dass andere Indikatoren des Arbeitsmarkts bislang stabil geblieben seien.

Die Entwicklung der Verbraucherpreise bezeichnete Powell als „etwas erhöht“. Dabei verwies er insbesondere auf die Wirkung der Zölle, die Waren verteuerten. Zwar sei dieser Effekt voraussichtlich nur vorübergehend, dennoch müsse die Notenbank verhindern, dass daraus ein dauerhaftes Inflationsproblem entstehe. Damit stellte er klar, dass die Geldpolitik weiterhin wachsam bleiben müsse.

US-Präsident Donald Trump hatte Powell in den vergangenen Monaten mehrfach scharf kritisiert und kräftige Zinssenkungen gefordert. Der Zentralbankchef wies solche politischen Forderungen zurück und betonte die Unabhängigkeit der Fed. Erst kürzlich hatte die Notenbank den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt gesenkt. Der Schlüsselsatz liegt damit aktuell zwischen 4,00 und 4,25 Prozent.

Uneinigkeit herrscht innerhalb des geldpolitischen Ausschusses über den weiteren Kurs. Während die mittlere Prognose von zwei weiteren Senkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt bis Jahresende ausgeht, sehen sieben Mitglieder keine Notwendigkeit für zusätzliche Schritte. Damit bleibt offen, ob die Federal Reserve den Forderungen nach einer stärkeren Lockerung nachkommen wird oder an ihrem bisherigen Kurs festhält.

Mit seinen Aussagen machte Powell deutlich, dass die US-Notenbank derzeit zwischen zwei Risiken abwägen muss: einer anhaltend hohen Inflation auf der einen Seite und einer möglichen Schwächung des Arbeitsmarkts auf der anderen. Dieses Spannungsfeld bestimmt die Diskussion über die künftige Geldpolitik und verdeutlicht die schwierige Aufgabe der Notenbanker.

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