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Angst vor steigenden Kosten bleibt Spitzenreiter

Studie zeigt zugleich sinkendes Gesamtniveau der Sorgen in Deutschland

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Angst vor steigenden Kosten bleibt Spitzenreiter

Die Sorge um steigende Lebenshaltungskosten bleibt für die Deutschen das dominierende Thema. Laut der aktuellen Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ fürchtet mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent), dass Preise für Einkäufe, Mieten und andere alltägliche Ausgaben weiter nach oben gehen könnten. Diese Angst belegt damit erneut den Spitzenplatz und führt das Ranking bereits zum 15. Mal seit Beginn der Erhebung im Jahr 1992 an.

An zweiter und dritter Stelle der größten Sorgen folgen in diesem Jahr die Angst vor einer Überforderung des Staates durch Geflüchtete sowie die Befürchtung von Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen. In beiden Fällen gaben jeweils 49 Prozent der Befragten an, diese Sorgen zu teilen. Damit zeigt sich, dass finanzielle und gesellschaftspolitische Themen den größten Raum in der Wahrnehmung der Bürger einnehmen.

Überraschend ist jedoch ein anderer Befund der Studie: Insgesamt sind die Sorgen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Nur einmal, im Jahr 2021, war das Gesamtniveau der Besorgnis seit Beginn der Langzeituntersuchung niedriger. Die Verantwortlichen führen diesen Rückgang auf eine gewisse Gewöhnung an die Vielzahl an Krisen zurück, mit denen die Bevölkerung in den vergangenen Jahren konfrontiert war.

Die Politikwissenschaftlerin Isabelle Borucki, die die Studie wissenschaftlich begleitet, spricht von einer „Krisenmüdigkeit“. Die Menschen seien zwar nicht sorglos, hätten sich jedoch an den Dauerzustand multipler Bedrohungen gewöhnt. Das führe dazu, dass der Blick stärker auf das unmittelbare Leben im Hier und Jetzt gerichtet sei, während die Angst vor längerfristigen Entwicklungen an Intensität verliere.

Die repräsentative Befragung wird jedes Jahr im Auftrag der R+V-Versicherung durchgeführt. Für die aktuelle Erhebung wurden zwischen Mai und Juli rund 2400 Menschen ab 14 Jahren befragt. Dabei sollten die Teilnehmer vorgegebene Themen auf einer Skala von eins („gar keine Angst“) bis sieben („sehr große Angst“) bewerten. Aus diesen Einschätzungen wurde die Rangfolge der größten Ängste ermittelt, die ein präzises Bild der gesellschaftlichen Stimmung in Deutschland zeichnet.

Mit dem Ergebnis zeigt sich, dass finanzielle Belastungen weiterhin die dominierende Rolle spielen, auch wenn die Intensität der Sorgen insgesamt etwas abgenommen hat. Die Befragung spiegelt damit wider, wie stark wirtschaftliche Entwicklungen das persönliche Sicherheitsgefühl beeinflussen und welche Themen im Alltag der Deutschen am präsentesten sind.

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