Pons Kryptowährung: Rekordgebühren, aber Vorsicht vor Subventionsende
Pons erzielt Rekordgebühren, doch das Ende der Robinhood-Subvention droht.

Die Krypto-Launchpad-Plattform Pons (PONS-14,47%) sorgt für Aufsehen im Kryptomarkt – und das, obwohl sie noch nicht einmal ein volles Quartal existiert. Allein am 5. September generierte die Plattform Gebühren in Höhe von 11,4 Millionen US-Dollar. Damit ist Pons gemessen an den täglichen Einnahmen die umsatzstärkste Launchpad-Plattform im gesamten Kryptomarkt. Diese Spitzenposition hält sie ununterbrochen seit dem 29. August.
Ein wesentlicher Treiber dieses raschen Erfolgs ist die enge Verbindung zu Robinhood Markets. Die Plattform operiert auf der neuen Blockchain von Robinhood, die erst Anfang Juli gestartet wurde. Pons ist mittlerweile die größte und am aktivsten genutzte Launchpad-Plattform im Ökosystem der Robinhood Chain und profitiert entsprechend vom künftigen Wachstum des Netzwerks.
Ein Drittel des Angebots bereits vernichtet
Eine Launchpad-Plattform ermöglicht es jedem, ohne Programmierkenntnisse innerhalb kürzester Zeit eine neue Kryptowährung zu erstellen und dafür einen Markt zu eröffnen. Bei Pons zahlen Nutzer eine Gebühr von rund einem US-Dollar, um einen neuen Token auf der Robinhood Chain zu lancieren. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Meme-Coins. Seit dem Start wurden auf diese Weise bereits mehr als 255.000 neue Coins erstellt.
Das Geschäftsmodell von Pons geht jedoch über die reine Launch-Gebühr hinaus. Die Plattform behält einen Anteil an den Gebühren aus jedem Handel mit diesen Assets nach deren Launch. Dies stellt eine wichtige Innovation gegenüber früheren Launchpad-Projekten dar, da sich dieser Einnahmestrom über Monate oder Jahre hinweg entfalten kann, sobald sich erfolgreiche Tokens etabliert haben.
Rund 80 Prozent des 30-prozentigen Anteils der Protokolle an diesen Handelsgebühren werden verwendet, um Pons am offenen Markt zu kaufen und anschließend zu vernichten. Bis zum 3. September führte dies dazu, dass 288 Millionen der ursprünglich 1 Milliarde Token aus dem Umlauf genommen wurden. Statt einer Verwässerung des Wertes durch ein aufgeblähtes Angebot tritt hier das Gegenteil ein: Die zunehmende Knappheit stützt den Wert des Coins.
Sollten Anleger jetzt einsteigen?
Trotz dieser beeindruckenden Kennzahlen gibt es gewichtige Gründe zur Vorsicht. Ein Großteil des Wachstums von Pons ist darauf zurückzuführen, dass die Robinhood Chain die Nachfrage subventioniert, um weitere Nutzer und Kapital anzuziehen. Robinhood hat bisher die Netzwerktransaktionsgebühren für seine Wallet-Nutzer übernommen – doch diese Subvention endet am 29. September.
Die eigenen Gebühren von Pons bleiben zwar unverändert, doch sobald die zugrunde liegenden Transaktionen nicht mehr kostenlos sind, wird die günstigste Spekulation im Kryptobereich teurer. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem geringeren Launch-Volumen und damit zu weniger Gebühren für Pons führen.
Hinzu kommt die starke Konkurrenz im Segment der Krypto-Launchpads. Stets tritt ein neuer Akteur auf den Plan. Auch wenn die Plattformen auf unterschiedlichen Chains operieren, konkurrieren sie aufgrund ihrer primären Nutzung zur Einführung von Meme-Coins um denselben Pool hochspekulativen und mobilen Kapitals.
Da die Plattform zudem brandneu ist, fehlt ihr eine ausreichende Historie an Nutzungsverhalten, damit Investoren sicher investieren können – insbesondere bevor die Subvention ausläuft und sich die Plattform mit noch nicht gestarteten Wettbewerbern konfrontiert sieht.
Fazit: Abwarten statt blind kaufen
Aus Anlegersicht ist Pons derzeit kein dringender Kauf. Die Plattform muss sich erst in puncto Resilienz bewähren, wofür ihr schlichtweg noch keine Zeit blieb. Die entscheidende Bewährungsprobe steht unmittelbar bevor: Wenn Ende September die Subventionen der Robinhood Chain auslaufen, wird sich zeigen, ob Pons auch ohne künstliche Nachfrageförderung bestehen kann. Erst dann lässt sich seriös beurteilen, ob das Geschäftsmodell nachhaltig ist oder ob es sich um ein kurzfristiges Phänomen handelt.
