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Liquid Network verliert 320 Mio. Dollar – Bitcoin unter 80.000

Liquid Network verliert 320 Mio. Dollar durch Exploit, Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar.

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Liquid Network verliert 320 Mio. Dollar – Bitcoin unter 80.000

Der Kryptomarkt erlebt einen turbulenten Wochenstart: Das Bitcoin-basierte Liquid Network wurde Opfer eines massiven Sicherheitsvorfalls, bei dem rund 320 Millionen US-Dollar abflossen. Zeitgleich rutschte der Bitcoin-Kurs unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 Dollar, belastet durch geopolitische Spannungen und veränderte Zinserwartungen an die US-Notenbank.

Der Liquid-Network-Exploit: 4.000 Bitcoin abgeflossen

Das Liquid Network, eine prominente Zahlungs- und Abwicklungsschicht auf Basis der Bitcoin-Blockchain, bestätigte am Wochenende einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall. In einer offiziellen Stellungnahme auf X teilte das Netzwerk mit, dass rund 320 Millionen US-Dollar in Bitcoin aus dem sogenannten Federation Wallet abgezogen wurden. Konkret handelt es sich um etwa 4.000 der insgesamt 4.200 Bitcoin, die in dem Wallet verwahrt wurden.

Die Gelder wurden nach Angaben des Netzwerks über SideSwap abgezogen, eine Abwicklungsplattform, die offiziell für Abhebungen aus dem Liquid Network autorisiert ist. Liquid Network stellte klar, dass die spezifischen kryptografischen Schlüssel, die bei dem Prozess verwendet wurden, nicht kompromittiert wurden. Die genaue Art des Sicherheitsverstoßes wird derzeit noch untersucht. Die Täter haben sich als "angebliche White-Hat-Hacker" bezeichnet, ihre wahre Identität und ihre letztendlichen Absichten bleiben jedoch unklar.

Als Reaktion auf den Vorfall hat Liquid Network sämtliche neuen Transaktionen gestoppt. Zahlreiche Kryptobörsen haben zudem Ein- und Auszahlungen des netzwerkeigenen LBTC-Tokens ausgesetzt. Liquid Network entschuldigte sich bei seinen Nutzern und räumte ein, dass "Liquid-Wallets von der anhaltenden Dienstunterbrechung betroffen sein werden".

Bitcoin unter Druck: Makroökonomische Gegenwinde

Der Sicherheitsvorfall trifft den Kryptomarkt in einer ohnehin angespannten Phase. Bitcoin notierte am Montag um 05:01 Uhr GMT bei 79.724,8 US-Dollar und verzeichnete damit ein Minus von 0,3 Prozent im Tagesverlauf. Dabei hatte der Kurs erst wenige Tage zuvor mit 82.178,6 US-Dollar ein Drei-Monats-Hoch erreicht. Die Dynamik kam jedoch nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag zum Erliegen.

Die Daten zeigten, dass US-Arbeitgeber im August 162.000 neue Stellen schufen – fast dreimal so viele wie von Ökonomen erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent. Diese Stärke am Arbeitsmarkt hat die Erwartungen der Anleger an den Zinspfad der US-Notenbank Federal Reserve neu kalibriert. Laut dem CME FedWatch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der bevorstehenden Sitzung am 15. und 16. September auf rund 60 Prozent gestiegen, verglichen mit 49 Prozent vor dem Arbeitsmarktbericht. Höhere Zinssätze üben in der Regel Abwärtsdruck auf spekulative Anlagen wie Bitcoin aus, da sie die Opportunitätskosten für das Halten von ertragslosen Investments erhöhen und die finanziellen Bedingungen insgesamt verschärfen.

Geopolitische Spannungen belasten die Stimmung

Neben der Geldpolitik sieht sich der Kryptomarkt mit eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten konfrontiert. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg am Montag auf rund 97 Dollar pro Barrel, nachdem es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran gekommen war. Das US-Militär bestätigte, am Samstag drei iranische Öltanker angegriffen zu haben, als Vergeltung für Angriffe iranischer Streitkräfte auf US-Marine-Schiffe mit ballistischen Raketen. Diese angebotsseitige Unsicherheit hat die Risikoaversion an den Finanzmärkten verstärkt und belastet risikoreiche Anlageklassen zusätzlich.

Institutionelles Interesse bleibt intakt

Trotz der negativen Nachrichtenlage zeigt sich der Markt nicht ohne Rückhalt. Daten von SoSoValue belegen, dass US-Spot-Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von rund einer Milliarde US-Dollar verzeichneten. Dies deutet darauf hin, dass das langfristige institutionelle Interesse trotz kurzfristiger Volatilität intakt bleibt.

Der breitere Altcoin-Markt spiegelte am Montag die vorsichtige Stimmung von Bitcoin wider. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung der Welt, fiel um 0,4 Prozent auf 2.502,11 US-Dollar. XRP gab um 1,1 Prozent auf 1,4086 US-Dollar nach. Auch andere große Assets wie Solana, Cardano und BNB verzeichneten Rückgänge zwischen 0,9 und 2 Prozent. Meme-Token blieben nicht verschont: Dogecoin verlor 1,8 Prozent.

Ausblick: Inflation und Fed-Entscheid im Fokus

In den kommenden Tagen richten sich die Blicke der Anleger auf die US-Inflationsdaten. Die Erzeugerpreise werden am Donnerstag veröffentlicht, gefolgt von den Verbraucherpreisen am Freitag. Ein stärker als erwartet ausfallender Inflationsbericht könnte die Argumente für eine aggressivere Fed-Politik untermauern und die aktuelle Konsolidierungsphase für digitale Assets verlängern. Die Branche arbeitet parallel daran, die Sicherheitskrise rund um das Liquid Network und SideSwap zu lösen.

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