US-Dollar stark, Yen schwach: Energiepreise und Zinsängste belasten Märkte
US-Dollar stark, Yen schwach – Energiepreise und Zinsängste belasten die Märkte weltweit.

Zum Ende der Handelswoche zeigen sich die asiatischen Währungen überwiegend verhalten. Der US-Dollar notiert weiterhin nahe seinem Wochenhoch, während der japanische Yen den zweiten Tag in Folge nachgibt. Hintergrund der Marktbewegungen sind wachsende Sorgen vor Versorgungsengpässen bei Energie infolge der Spannungen im Nahen Osten sowie die Erwartung wichtiger geldpolitischer Entscheidungen in der kommenden Woche.
Der US-Dollar-Index bewegt sich bei rund 99,10 Punkten, nachdem er am Donnerstag um 0,3 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 7. September gestiegen war. Analysten wie Tony Sycamore von IG in Sydney führen die Stärke des Dollars auf eine erhöhte Risikoaversion zurück. Zudem stützen die gestiegenen Energiepreise die Erwartung einer möglichen Zinsanhebung durch die US-Notenbank (Fed).
Die US-Erzeugerpreise stiegen im August wie erwartet um 0,4 Prozent, wobei sich die Energiepreise erholten, was Inflationssorgen schürt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen kletterte auf rund 4,97 Prozent und nähert sich damit der psychologisch wichtigen 5-Prozent-Marke. Laut Barclays-Analysten bleibt der Anleihemarkt unter Druck, da kurzfristig keine Katalysatoren für eine Erholung in Sicht seien.
Fed-Sitzung rückt in den Fokus
Der Markt blickt nun gespannt auf die US-Verbraucherpreisdaten, die als einer der letzten wichtigen Indikatoren vor der Fed-Sitzung am 15. und 16. September gelten. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei 71,3 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 61,2 Prozent am Vortag. Während DBS davon ausgeht, dass die Fed den Leitzins bei 3,75 Prozent belässt, betont der Markt die potenzielle Brisanz der kommenden Sitzung.
Die gestiegenen Energiepreise verstärken den Inflationsdruck zusätzlich. Brent-Öl setzt seine Rallye fort und stieg um 1,2 Prozent auf 108,96 US-Dollar pro Barrel. Auch WTI-Futures überschritten erstmals seit Mai die 100-Dollar-Marke, getrieben durch geopolitische Unruhen im Jemen und am Roten Meer. Die steigenden Rohölpreise belasten insbesondere rohstoffimportierende Länder und deren Währungen.
Yen unter Druck – BOJ vor Zinsentscheid
Der japanische Yen steht unter Druck; das Währungspaar USD/JPY notierte zuletzt bei etwa 154,34. Dennoch konnte der Yen einen Teil seiner Verluste begrenzen, nachdem Daten zur japanischen Großhandelsinflation einen Anstieg von 7,6 Prozent im Jahresvergleich zeigten – ein Wert, der über den Erwartungen lag. Dies stärkt die Annahme, dass die Bank of Japan (BOJ) auf ihrer Sitzung am 17. und 18. September den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent anheben könnte.
DBS erwartet zwar ebenfalls eine Anhebung, rechnet jedoch mit einer vorsichtigen Kommunikation seitens der BOJ. Die japanische Notenbank steht vor der Herausforderung, die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
Gemischtes Bild bei asiatischen Währungen
Andere asiatische Währungen zeigten sich gemischt: Während der australische Dollar leicht schwächelte, blieb der chinesische Yuan weitgehend stabil. Der indische Rupie geriet durch die steigenden Ölpreise unter Druck, da Indien als einer der größten Rohölimporteure der Welt besonders stark von höheren Energiepreisen betroffen ist.
In Europa reagierten die Märkte ebenfalls: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag ihre zweite Zinsanhebung des Jahres vollzogen, was den Euro gegenüber dem Yen stärkte. Am Kryptomarkt verzeichneten Bitcoin und Ether leichte Verluste von jeweils rund 0,8 Prozent.
Ausblick auf die kommende Woche
Für die kommende Woche stehen wichtige Datenveröffentlichungen an. Indien berichtet am Montag über Verbraucherpreise sowie Außenhandelsdaten. China folgt am Dienstag mit Zahlen zu Einzelhandelsumsätzen, Industrieproduktion und Investitionen, bevor Japan am Mittwoch seine Handelsbilanz vorlegt. Diese Daten dürften weitere Impulse für die Devisenmärkte liefern und könnten die Richtung für die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken in den kommenden Wochen vorgeben.
Anleger sollten die Entwicklungen an den Energiemärkten und die anstehenden Inflationsdaten genau im Auge behalten. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, anhaltenden geopolitischen Spannungen und den bevorstehenden Zinsentscheiden der großen Notenbanken verspricht eine ereignisreiche Handelswoche.
