Perplexity strebt an, Google herauszufordern
Mit generativer KI will das Start-up die Internetsuche revolutionieren und neue Einnahmequellen erschließen

Das US-amerikanische Start-up Perplexity hat bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde eine Bewertung von neun Milliarden Dollar erreicht und damit seinen Wert verdreifacht. Das Unternehmen unter der Leitung von Aravind Srinivas fokussiert sich auf die Entwicklung einer Suchmaschine, die auf generativer Künstlicher Intelligenz basiert. Perplexity ermöglicht es den Nutzern, Suchanfragen in einer natürlichen, gesprächsähnlichen Form zu stellen und erhält Antworten in kurzen Texten, wobei auch Folgefragen gestellt werden können. Diese Funktionalität ist ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells, da das Unternehmen plant, Vorschläge für Folgefragen an Anzeigenkunden zu verkaufen. In den USA ist dieses Modell seit Mitte November in Betrieb.
Die generative KI-Technologie bietet Start-ups wie Perplexity die Chance, in den bislang von Google dominierten Suchmaschinenmarkt einzutreten. Die traditionellen Anbieter stehen dabei vor der Herausforderung, dass Nutzer von etablierten Plattformen Fehler weniger verzeihen als von neuen Wettbewerbern. Ein häufiger Kritikpunkt bei der generativen KI sind sogenannte Halluzinationen, also Antworten mit erfundenen Fakten oder falschen Quellenangaben. Perplexity versucht dennoch, mit seinem innovativen Ansatz im Suchgeschäft Fuß zu fassen.
Ein konkretes Beispiel für die Integration von Anzeigenkunden in die Suche wäre die Frage eines Nutzers nach der Entfernung von Rotweinflecken. Die Suchmaschine könnte zunächst allgemeine Tipps geben und dann durch einen Partner gesponserte Folgefragen vorschlagen, etwa zur Nutzung eines speziellen Reinigungsprodukts. Diese Form der Monetarisierung ist ein Versuch, die höheren Betriebskosten, die durch die rechenintensive generative KI entstehen, zu decken.
Perplexity hat bereits eine beachtliche Nutzerbasis aufgebaut. Nach Unternehmensangaben verzeichnet die Plattform jeden Monat Hunderte Millionen Anfragen von insgesamt 15 Millionen aktiven Nutzern. Die Mehrheit dieser Nutzer stammt aus den USA. Neben einer kostenfreien Version bietet Perplexity auch eine Premium-Variante an, deren Erlöse jedoch nicht ausreichen, um die Betriebskosten zu decken.
Um weiter zu wachsen und das Geschäftsmodell auszubauen, hat Perplexity in der neuen Finanzierungsrunde eine halbe Milliarde Dollar aufgenommen. Ein Großteil dieser Mittel stammt von der Investmentgesellschaft Institutional Venture Partners. Zu den bisherigen Investoren des Unternehmens zählen der Chipkonzern Nvidia, der Softbank Vision Fund 2 sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos. Die Weiterentwicklung der Technologie und der Ausbau des Geschäftsmodells bleiben zentrale Ziele, um sich langfristig im Wettbewerb mit etablierten Suchmaschinenanbietern zu behaupten.
