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Patek Philippe eröffnet größte Ausstellung in Mailand im Oktober 2026

Die Watch Art Grand Exhibition 2026 zeigt in Mailand rund 500 Uhren – Eintritt frei, Anmeldung verpflichtend.

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Patek Philippe eröffnet größte Ausstellung in Mailand im Oktober 2026

Patek Philippe richtet im Oktober 2026 die Watch Art Grand Exhibition in Mailand aus. Die bislang größte Schau der Genfer Manufaktur läuft vom 2. bis 18. Oktober 2026 im CityOval, dem früheren Palazzo delle Scintille im Viertel CityLife. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung über watchart2026.patek.com ist jedoch verpflichtend.

Auf knapp 2900 Quadratmetern zeigen die Genfer rund 500 Uhren und Objekte, verteilt auf 15 Ausstellungsräume. Ursprünglich hatte das Unternehmen eine Fläche von rund 2540 Quadratmetern angekündigt – die tatsächliche Ausstellungsfläche fällt damit spürbar größer aus als zunächst kommuniziert. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 10 bis 19 Uhr, freitags bis sonntags ab 10 Uhr.

Den historischen Teil bestreitet das Patek-Philippe-Museum, das mit 99 Exponaten vertreten ist. Ein eigener Raum namens "Master of Sound" widmet sich 21 Schlagwerk-Uhren, also Zeitmessern mit Glockenspiel oder Repetition. An Handwerkstischen arbeiten unter anderem Emailleure, Guillocheure, Steinsetzer und Spezialisten für Holzmarketerie.

Zusätzlich ragt eine Skulptur namens Jet d'Eau in die Höhe: neun Meter hoch, 4,5 Meter breit, mit 2026 gläsernen Tropfen. Sie setzt einen sichtbaren Akzent im Ausstellungsrundgang und dürfte für viele Besucher zum Blickfang werden.

Die Details

Im Zentrum steht die komplette Kollektion mit 152 verschiedenen Modellen. Die Weltpremiere feiert die Referenz 5978P, ein Handaufzugschronograf mit springendem ewigem Kalender. Sie wird in 120 Exemplaren aufgelegt und ausschließlich an italienische Kunden verkauft. Der Preis liegt bei 312.869 Euro pro Stück, der Verkaufswert summiert sich auf gut 37,6 Millionen Euro.

Hinzu kommen sechs weitere Sondermodelle exklusiv für Italien. Dazu zählen eine blaue Aquanaut mit roten Akzenten in 250 Exemplaren, eine weiße Calatrava in 200 Stück, eine rote Minutenrepetition in fünf Exemplaren sowie ein ewiger Kalender in Grün in 100 Stück. Bei den Weltzeituhren mit Minutenrepetition sind es je fünf Exemplare.

Auch die Rare Handcrafts, die aufwendig von Hand verzierten Stücke, sind mit 25 Referenzen für Italien vertreten. Ein Unikat namens "Ravenna" verbraucht rund 33 Meter Golddraht, die Dante-Uhr durchläuft 25 Brände bei 800 Grad. Der Umsatzanteil dieser Sparte liegt bei gut einem Prozent, der Umsatz bei etwa 25 Millionen Franken. Thierry Stern ordnet das ein: "Am Umsatz haben sie nur einen Anteil von gut einem Prozent. Würden sie wegfallen, würde sich das in der Bilanz kaum bemerkbar machen. Für unsere Branche aber sind sie wesentlich."

Die Marke selbst besteht seit 1839, seit 1932 liegt sie in Händen der Familie Stern. Thierry Stern führt das Unternehmen in vierter Generation und ist seit 2009 Präsident. Auf Sponsoring verzichtet Patek Philippe, prominente Markenbotschafter gibt es nicht; die "Generations"-Kampagne läuft seit 1996. Stern formuliert seine Haltung so: "Zu viele Marken – und damit meine ich nicht nur die Uhrenbranche – verkaufen Träume statt Realität." Nun führt er die künftige fünfte Generation ein: Adrien Stern ist 25 Jahre alt.

Neues gibt es auch im Damensegment. Die Kollektion Gondolo Ladies First setzt auf ein Kissengehäuse mit 31 mal 34,8 Millimetern und ein Quarzwerk. Das Kaliber E15 ist 1,8 Millimeter flach, die Batterie hält rund drei Jahre; elektronische Bauteile machen 20 Prozent des Kalibers aus. Damenuhren stellen rund dreißig Prozent der Produktion. Die Preise der neuen Modelle reichen von 34.764 Euro bis 63.733 Euro, Joaillerie-Varianten kommen auf 687 Diamanten mit 3,11 Karat.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 29.03.2026 berichtete aktien.news über das Innenleben der Genfer Manufaktur in Plan-les-Ouates. Demnach nimmt Thierry Stern dort jeden Morgen persönlich den Klang der neuesten Minutenrepetitionen ab – eine Aufgabe, die er an niemanden delegiert.

Am 15.05.2026 meldete aktien.news, dass Stern sich vom branchenweiten Abschwung der Luxusuhren unbeeindruckt zeigt und betonte, das Unternehmen verkaufe weiterhin. Der Bericht verwies darauf, dass Patek Philippe vollständig in Privatbesitz ist und traditionell keine Zahlen zur Geschäftsentwicklung veröffentlicht.

Ebenfalls am 15.05.2026 widmete sich ein weiterer Bericht der FT-Sonderausgabe "Watches & Jewellery" und der Dekonstruktion hochkomplexer Zeitmesser für Sammler und Investoren. Am 16.09.2026 berichtete aktien.news schließlich, dass Rolex seine neue Uhr Padellone im Palazzo Serbelloni in Mailand vorstellte – die Stadt ist also auch für Wettbewerber ein wichtiger Schauplatz.

Was das für Anleger bedeutet

Patek Philippe ist nicht börsennotiert, eine direkte Investition in die Marke ist Privatanlegern daher nicht möglich. Zur Einordnung dienen Schätzungen: Der Jahresumsatz liegt bei rund 2,5 Milliarden Franken, der Großhandelsumsatz 2025 ebenfalls bei rund 2,5 Milliarden Franken mit einem Plus von neun Prozent. Die Daten stammen unter anderem von Morgan Stanley und LuxeConsult.

Bemerkenswert ist die Vertriebsstruktur: Auf eigene Boutiquen entfallen weniger als zehn Prozent des Umsatzes, der Großteil läuft über den Handel. Der durchschnittliche Preis im Laden liegt bei etwa 47.400 Franken. Die Produktion umfasst 75.000 Uhren pro Jahr und soll nur um ein bis zwei Prozent ausgeweitet werden – ein Engpass, der vor allem Händler trifft.

Für Sammler und Investoren in Nebenwerten sind drei Punkte relevant. Erstens liegen die Zweitmarktpreise vieler Sportmodelle unter den Höchstständen von 2022; die Nautilus 5711 lief 2021 aus, die Referenz 1518 stammt aus dem Jahr 1941. Zweitens belasten US-Zölle auf Schweizer Uhren seit 2025 den Export in einen wichtigen Markt. Drittens haben sich die regionalen Gewichte nur verschoben: Vor zehn Jahren entfielen 37 Prozent des Marktes auf Asien und 39 Prozent auf Europa.

Wer die Ausstellung als Gradmesser für die Markenstärke liest, sollte auf das Verhältnis von Produktionsmenge, Preisniveau und Zweitmarktentwicklung achten. Patek Philippe selbst kommuniziert bewusst keine Geschäftszahlen, weshalb externe Schätzungen die einzige Orientierung bleiben.

Ausblick

Die Ausstellung läuft vom 2. bis 18. Oktober 2026 in Mailand und gastiert alle zwei bis drei Jahre auf wechselnden Kontinenten. Die Premiere fand 2012 in Dubai statt, 2013 folgte München; die sechs bisherigen Ausgaben zogen knapp 225.000 Besucher an. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorab über watchart2026.patek.com registrieren.

Auf der Produktionsseite bleibt der Ausbau moderat: Das Unternehmen plant nur ein bis zwei Prozent mehr Uhren pro Jahr. Der Neubau in Plan-les-Ouates wurde 2019 eröffnet und kostete rund 600 Millionen Franken. Mit Adrien Stern steht bereits die fünfte Generation der Familie bereit.

Kurz erklärt

  • Springender ewiger Kalender: Kalenderkomplikation, deren Datumsanzeigen automatisch weiterspringen, ohne dass der Träger nachstellen muss.
  • Minutenrepetition: Schlagwerk, das auf Wunsch die Uhrzeit in Stunden, Viertelstunden und Minuten hörbar läuten lässt.
  • Guilloche: Graviertechnik, bei der feine, regelmäßige Muster in Metall geschnitten werden.
  • Quarzwerk: Uhrwerk, das von einer Batterie und einem Schwingquarz angetrieben wird.
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