Paramount einigt sich im Kartellstreit – Fusion mit WBD rückt näher
Einigung mit Generalstaatsanwälten ebnet Weg für 81-Milliarden-Dollar-Fusion mit Warner Bros. Discovery.

Paramount hat eine Einigung mit einer Koalition von Generalstaatsanwälten erzielt und damit den Weg für die geplante 81 Milliarden Dollar schwere Fusion mit Warner Bros. Discovery geebnet. Die Einigung beendet einen langwierigen kartellrechtlichen Streit, der das Vorhaben zuletzt massiv gefährdet hatte.
Wie aus Berichten des Wall Street Journal hervorgeht, umfasst das Abkommen eine Reihe von Zugeständnissen und Investitionszusagen für die US-Unterhaltungsindustrie. Der Vergleich sieht zwar keine grundlegenden strukturellen Änderungen am Unternehmen vor, wie sie von Kritikern teils gefordert wurden, enthält jedoch strenge Auflagen.
Sollte Paramount seine Versprechen nicht einhalten, drohen dem Unternehmen empfindliche Strafen. Dazu gehören der erzwungene Verkauf von Kabelkanälen sowie der Anteil an der Produktionsfirma Miramax. Die Kartellwächter haben sich damit ein scharfes Schwert für den Fall von Vertragsverstößen gesichert.
Schwierige Verhandlungen bis zur letzten Minute
Die Verhandlungen zwischen Paramount-CEO David Ellison und der von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta angeführten Koalition gestalteten sich bis zuletzt schwierig. Noch Anfang des Monats gab es kaum Anzeichen für eine Annäherung. Für Ellison war der Zeitdruck immens: Hätte die Fusion nicht bis zum 1. Oktober abgeschlossen werden können, wären Strafzahlungen in Höhe von 650 Millionen Dollar pro Quartal – umgerechnet etwa 7 Millionen Dollar täglich – an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery fällig geworden.
Auch auf Seiten der Regulierungsbehörden herrschte Handlungsdruck. Paramount hatte als Druckmittel mit einem möglichen Abzug aus seinem Heimatstaat Kalifornien gedroht und Gespräche mit Vertretern aus Tennessee geführt. Ein solcher Wegzug hätte für die ohnehin unter wirtschaftlichem Druck stehende Filmindustrie in Hollywood einen erheblichen symbolischen und ökonomischen Verlust bedeutet.
Bedeutung für die Medienbranche
Mit der nun erzielten Einigung konnte dieser Konflikt beigelegt werden, was den Weg für eine der bedeutendsten Fusionen der jüngeren Hollywood-Geschichte freimacht. Die Kombination von Paramount und Warner Bros. Discovery würde einen der weltweit größten Medienkonzerne schaffen. Für deutsche Anleger ist der Fall interessant, da er zeigt, wie kartellrechtliche Hürden selbst bei Megafusionen dieser Größenordnung überwunden werden können.
Die Einigung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für die US-Unterhaltungsindustrie, die unter dem Druck des Streaming-Wandels und rückläufiger Kabelfernseh-Abonnentenzahlen steht. Die Fusion könnte als Blaupause für weitere Konsolidierung in der Branche dienen. Beobachter rechnen nun mit einem zügigen Abschluss des Zusammenschlusses noch vor dem entscheidenden Stichtag Anfang Oktober.
