OpenAI-CFO Friar: Keine Angst vor KI-Verlangsamung bei starkem ROI
Sarah Friar sieht trotz Sicherheitsdebatte keinen Grund zur Sorge – OpenAI setzt auf Rendite.

Die Finanzchefin von OpenAI, Sarah Friar, hat sich in einem Interview mit CNBC gelassen zur aktuellen Debatte um eine mögliche Verlangsamung der KI-Entwicklung geäußert. Sie sehe keine Bedenken hinsichtlich des Tempos bei der Entwicklung von Frontier-Künstlicher Intelligenz. Entscheidend sei für OpenAI die „starke Rendite“ (ROI) der Investitionen, selbst wenn die technologische Entwicklung gedrosselt werden müsse.
Friars Aussagen fallen in eine Zeit explosiver Diskussionen über die Sicherheit von KI. Auslöser war ein ehemaliger Forscher des Konkurrenzunternehmens Anthropic, der seinen Job aufgab und warnte, die sich rasant entwickelnde Technologie könne „sich bis Ende des Jahrzehnts möglicherweise gegen uns alle wenden“. In den folgenden Tagen erreichten die Bedenken sowohl innerhalb als auch außerhalb Washingtons einen Siedepunkt.
Branchengrößen fordern Verlangsamung
Anthropic-Chef Dario Amodei, SpaceX-CEO Elon Musk und OpenAI-CEO Sam Altman schlossen sich den Forderungen nach einer branchenweiten Verlangsamung an. Amodei veröffentlichte am Samstag einen Blogbeitrag, in dem er für eine langsamere Entwicklung von KI-Modellen plädierte, um „das Risiko zu verringern, dass etwas schwerwiegend schiefgeht“. Friar betonte jedoch, sie habe keine Angst vor der Möglichkeit, dass KI-Agenten Massenvernichtungswaffen einsetzen könnten, um Menschen zu töten. Gleichzeitig stellte sie klar: „Wir müssen die Sicherheit ernst nehmen.“
Während die KI-Labors bei Sicherheitsfragen einige gemeinsame Grundlagen gefunden haben, gehen die Meinungen außerhalb der Branche weit auseinander. Präsident Donald Trump kritisierte die wachsenden Regulierungsforderungen auf Truth Social scharf und bezeichnete die Befürchtungen als „Trugbild“ und „Betrug“. Nvidia-CEO Jensen Huang sprach auf der Dreamforce-Konferenz von Salesforce von einem „falschen Gegensatz“ zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit bei der Entwicklung neuer KI-Modelle. Man könne „beides definitiv gleichzeitig haben“. Friar zeigte sich optimistisch zu Huangs Position, mahnte jedoch, man müsse „pragmatisch mit der Tatsache umgehen, dass es hier reale Risiken gibt“.
IPO-Pläne von OpenAI und Anthropic
Sowohl Anthropic als auch OpenAI steuern auf einen Börsengang zu, ohne jedoch konkrete Zeitpläne zu nennen. Von Anthropic wird allgemein erwartet, dass das Unternehmen im nächsten Monat an die Börse geht. Sam Altman bezeichnete in einem am Samstag veröffentlichten Fortune-Interview einen IPO im Jahr 2026 als „unratsam“. Friar hatte den Mitarbeitern im August mitgeteilt, dass OpenAI „2027 ein börsennotiertes Unternehmen sein“ werde, dies könne jedoch früher geschehen, wenn sich „unser Geschäft weiter positiv entwickelt“. Am Dienstag betonte Friar, dass das Unternehmen bei seinem Markteintritt seinen eigenen Weg gehen müsse.
Es bleibt abzuwarten, ob die erneuten Sicherheitsbedenken die IPO-Zeitpläne der beiden Unternehmen beeinflussen werden. Die Debatte um Sicherheit und Geschwindigkeit der KI-Entwicklung dürfte die Branche noch länger begleiten.
