Bessent warnt vor Haftungsprivilegien für KI-Labore in den USA
US-Finanzministerium drängt auf mehr Eigenverantwortung der KI-Entwickler und fordert Open-Source-Strategie.

Der designierte US-Finanzminister Bessent hat sich in einer Anhörung klar zur Regulierung künstlicher Intelligenz positioniert. Dabei lehnte er Forderungen der großen KI-Labore nach einer Haftungsprivilegierung ab und plädierte stattdessen für mehr Eigenverantwortung der Entwickler. Zugleich sprach er sich für eine Stärkung von Open-Source-Modellen aus, um den globalen Wettbewerb nicht zu gefährden.
Bessent erklärte, das Finanzministerium habe sich seit der eingeschränkten Veröffentlichung der Claude-Mythos-Modelle auf die Sicherheit künstlicher Intelligenz konzentriert. Die Sicherheitsbedenken rund um leistungsstarke KI-Systeme sind in den vergangenen Monaten zunehmend in den Fokus der US-Politik gerückt.
„Was wir nicht tun dürfen, ist diesen Labors eine Haftungsprivilegierung zu gewähren, wie sie es fordern“, sagte Bessent. „Der beste Weg, um die Sicherheit zu gewährleisten, besteht darin, dass die Entwickler für das verantwortlich sind, was sie erstellen und generieren.“
Wettbewerb und Open Source als Schlüssel
Die Abgeordneten fragten Bessent, wie er den Ausgleich zwischen einer sicheren KI-Entwicklung und dem globalen Wettbewerb um die Dominanz in der Branche betrachte. Einzelheiten dazu, wie KI-Sicherheitsvorschriften möglicherweise mit anderen Ländern koordiniert werden könnten, machte er jedoch nicht.
Im Hinblick auf den Wettbewerb verwies Bessent auf Open Source. „Wir müssen mehr Open-Source-Modelle in den USA entwickeln“, sagte er. „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese großen Labore regulatorische Einflussnahme erlangen, denn das würde Innovationen stoppen.“
Damit positioniert sich der designierte Finanzminister gegen eine zu starke Einflussnahme der großen KI-Unternehmen auf die Regulierungsdebatte. Die Forderung nach mehr Open-Source-Modellen könnte weitreichende Folgen für die Branche haben, die derzeit von wenigen großen Playern dominiert wird.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion um KI-Sicherheit hat in den USA nach der Veröffentlichung immer leistungsfähigerer Modelle deutlich an Fahrt aufgenommen. Während die einen strengere Regulierungen fordern, warnen andere vor einer Abwanderung von Innovationen ins Ausland. Bessents Äußerungen deuten auf einen Mittelweg hin: mehr Sicherheit durch Eigenverantwortung der Entwickler, aber keine übermäßige Regulierung, die Innovationen ausbremsen könnte.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da die Regulierungspolitik der USA maßgeblichen Einfluss auf die globale KI-Branche hat. Sollten Open-Source-Modelle in den USA tatsächlich gestärkt werden, könnte dies den Wettbewerb beleben und neue Chancen für kleinere Unternehmen und Start-ups eröffnen.
Bessent machte jedoch keine konkreten Angaben dazu, wie eine internationale Koordination der KI-Sicherheitsvorschriften aussehen könnte. Dies bleibt eine der zentralen offenen Fragen in der globalen Regulierungsdebatte.
