OpenAI baut Werbegeschäft mit Milliarden-Ziel vor IPO auf
KI-Unternehmen will mit Werbung kostenloses ChatGPT finanzieren und Rechenkosten ausgleichen.

Sam Altman, Chief Executive von OpenAI, bezeichnete die Kombination aus Werbung und künstlicher Intelligenz einst als „einzigartig beunruhigend“. Nun baut sein Unternehmen mit atemberaubender Geschwindigkeit ein weitreichendes Werbegeschäft auf. Der Vorreiter im Bereich der generativen KI versucht damit, einen stabilen Umsatzstrom zu etablieren.
Dieser soll die kostenlose ChatGPT-Stufe finanzieren und dazu beitragen, die in die Höhe schießenden Rechenkosten vor dem geplanten Börsengang (IPO) auszugleichen. Als Meilenstein für das junge Geschäftsfeld teilte das Unternehmen letzten Monat mit, dass es auf Kurs sei, jährlich wiederkehrende Werbeeinnahmen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zu erzielen.
Rasanter Aufbau mit Hindernissen
Der schnelle Aufbau des Werbegeschäfts hat jedoch gemischte Ergebnisse geliefert. Einige Werbetreibende berichten von administrativen Hürden und operativen Störungen. OpenAI habe bei der Einführung seiner Werbung einen „alles, überall, gleichzeitig“-Ansatz verfolgt, sagte Dan Salmon, Analyst bei NewStreet Research. Er nannte das Tempo beeindruckend und beispiellos.
OpenAI begann im Februar mit ersten Tests von Anzeigen gegenüber einigen US-basierten ChatGPT-Nutzern. Dabei wird unter der KI-generierten Antwort eine gekennzeichnete Box mit einer relevanten Marke eingefügt. Das Unternehmen führt schnell neue Tools für Werbetreibende ein.
Zwei Zielgruppen im Fokus
Mit der Werbeplattform will OpenAI sowohl Fortune-500-Unternehmen anziehen als auch kleine und mittlere Betriebe. Letztere generieren den Großteil der Werbeeinnahmen für Meta Platforms, den Mutterkonzern von Facebook und Instagram. OpenAI scheint also ein ähnliches Modell anzustreben, bei dem eine breite Basis von Werbekunden die Erlöse trägt.
Der Schritt in die Werbung markiert einen strategischen Wandel für das Unternehmen. Lange Zeit hatte sich OpenAI auf Abonnements und API-Zugänge als Haupteinnahmequellen konzentriert. Die milliardenschweren Investitionen in Recheninfrastruktur und die hohen Betriebskosten der KI-Modelle machen jedoch zusätzliche Einnahmequellen notwendig.
IPO als wichtiger Meilenstein
Der geplante Börsengang von OpenAI gilt als eines der am meisten erwarteten Ereignisse an den Finanzmärkten. Ein stabiles Werbegeschäft könnte die Bewertung des Unternehmens deutlich steigern und Investoren von der langfristigen Rentabilität überzeugen. Die Analysten von NewStreet Research beobachten die Entwicklung genau.
Ob OpenAI sein ehrgeiziges Ziel von einer Milliarde Dollar Werbeeinnahmen erreichen kann, hängt maßgeblich davon ab, ob die technischen und administrativen Hürden für Werbetreibende schnell beseitigt werden können. Der Zeitplan ist ambitioniert, doch das Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es Technologien in Rekordzeit zur Marktreife bringen kann.
