Oman öffnet 2.060 Quadratkilometer für Bergbau und lockt Investoren
Drei neue Konzessionsblöcke öffnen dem Sultanat Oman mehr als 2.060 Quadratkilometer für die Exploration von Kupfer, Chromit, Gold, Nickel und Mangan.

Das Sultanat Oman will seine Bergbauindustrie deutlich ausbauen und öffnet dafür neue Flächen für die Exploration. Mohsin bin Hamad Al Hadhrami, Unterstaatssekretär des omanischen Ministeriums für Energie und Mineralien, kündigte die Freigabe von drei neuen Bergbau-Konzessionsblöcken an. Sie umfassen mehr als 2.060 Quadratkilometer und sollen neue Explorationsaktivitäten für Kupfer, Chromit, Gold, Nickel und Mangan ermöglichen.
Al Hadhrami machte die Ankündigung auf der IMARC 2026 in Sydney, Australien. Die steigenden Investitionen in moderne Mineralexploration sind Teil der „Oman Vision 2040", die eine expandierende Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie als strategische Säule vorsieht. Der wirtschaftliche und soziale Plan zielt darauf ab, den Beitrag des Sektors zum Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent im Jahr 2020 bis 2040 auf 10 Prozent zu steigern.
Das BIP des ölreichen Oman beläuft sich in diesem Jahr auf etwa 120 Milliarden US-Dollar. Der Bergbau ist für das Sultanat damit weit mehr als ein Nischengeschäft. „Für das Sultanat Oman ist der Bergbau mehr als nur eine wirtschaftliche Chance", sagte Al Hadhrami auf der IMARC. „Er ist Teil unserer Geschichte, unserer Identität und unserer Vision für die Zukunft."
Die Details
Die drei neuen Konzessionsblöcke sind der Kern der Ankündigung. Nach Angaben des Unterstaatssekretärs öffnen sie mehr als 2.060 Quadratkilometer des Sultanats für neue Explorationsaktivitäten. Im Fokus stehen Kupfer, Chromit, Gold, Nickel und Mangan. Hinzu kommen nach seinen Worten Gips, Kalkstein, Dolomit, Marmor, Silika und weitere industrielle Mineralien.
Al Hadhrami verwies auf die geologische Geschichte des Landes, die rund 900 Millionen Jahre zurückreicht. „Der Oman beherbergt die Semail-Ophiolite, eine der weltweit größten und am besten erhaltenen Aufschlüsse alter ozeanischer Kruste und Gesteine des oberen Erdmantels – ein geologisches Juwel, das die außergewöhnliche Vielfalt unserer mineralischen Ressourcen widerspiegelt", sagte er. Vor fast 5.000 Jahren war Oman unter dem Namen Magan bekannt und berühmt für seine Kupferproduktion sowie den Handel mit den großen Zivilisationen Mesopotamiens.
Der Unterstaatssekretär übersetzte Geologie und Planung in konkrete wirtschaftliche Meilensteine. Im Jahr 2025 wurde der Oman nach seinen Angaben zum weltweit führenden Exporteur von Gips, wobei die Exporte 14 Millionen Tonnen überstiegen. Die Kupferindustrie des Landes tritt demnach in eine neue Ära ein, unterstützt durch drei Bergbauprojekte mit bestätigten Kupfererzreserven von mehr als 50 Millionen Tonnen. Daraus ergeben sich laut Al Hadhrami Möglichkeiten für Förderung, Aufbereitung, Verarbeitung und nachgelagerte Fertigung. Omanischer Marmor wird zudem in mehr als 100 Länder weltweit exportiert.
Al Hadhrami betonte, dass die zwischen 2023 und 2025 gewährten Konzessionsgebiete von der Exploration zur Entwicklung und Produktion von Kupfer und anderen Mineralien übergegangen seien. Das Sultanat verzeichne steigende öffentliche und private Investitionen in Infrastruktur, einschließlich Häfen und integrierter Logistiknetze. „Geleitet von der Oman Vision 2040 ist unser Bestreben, über die reine Extraktion von Mineralien hinauszugehen und durch fortschrittliche Verarbeitung, industrielle Entwicklung, Innovation und internationale Partnerschaften einen höheren Mehrwert zu schaffen", sagte er.
Der Ministeriumsvertreter warb auf der Konferenz ausdrücklich um ausländische Partner. „Der Oman ist hier nicht einfach dabei, um Investitionsmöglichkeiten vorzustellen, sondern um Partnerschaften aufzubauen, die dauerhaften Wert liefern", sagte er. Man strebe danach, die Zusammenarbeit mit Australien und mit Partnern weltweit zu stärken, indem mineralische Ressourcen, Kapital, Technologie und Expertise zusammengebracht werden. Ziel seien wettbewerbsfähige Industrien und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten. „Wir glauben, dass die Zukunft des Bergbaus nicht nur durch die Ressourcen definiert wird, die wir besitzen, sondern durch die Partnerschaften, die wir aufbauen, und den Wert, den wir gemeinsam schaffen."
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Ankündigung fügt sich in eine Reihe von Meldungen ein, die aktien.news in den vergangenen Monaten zum omanischen Rohstoff- und Infrastruktursektor veröffentlicht hat. Bereits am 14.08.2026 berichtete aktien.news, dass der indische Großkonzern JSW Infrastructure den Zuschlag für den Bau und Betrieb einer neuen Hafenanlage für Schüttgut in Oman erhalten hat. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 419 Millionen US-Dollar, die Anlage entsteht in Al Shuwaymiyah im Gouvernement Dhofar. JSW-Gruppenvorsitzender Sajjan Jindal bezeichnete das Projekt als strategische Investition, die den Grundstein für eine tiefere Handelsvernetzung und wirtschaftliche Zusammenarbeit legen solle.
Am 29.09.2026 meldete aktien.news, dass Oman seine Öllagerkapazität in einem Hafen außerhalb der Straße von Hormus mehr als verdoppeln will. Das staatliche Energieunternehmen OQ SAOC prüft nach Angaben von CEO Ashraf Al Mamaris den Erwerb zweier Supertanker für schwimmende Lagerung im Hafen von Duqm. Zusätzlich ist geplant, die Onshore-Kapazität für Rohöltanker innerhalb von drei Jahren auf 10 Millionen Barrel zu erhöhen; derzeit liegt diese Kapazität bei etwa 5 Millionen Barrel. Beide Meldungen zeigen, dass das Sultanat seine Rolle als Logistik- und Rohstoffstandort systematisch ausbaut.
Am 05.10.2026 berichtete aktien.news zudem über die IMARC 2026 in Sydney, die vom 27. bis 29. Oktober 2026 im ICC Sydney stattfindet. Begleitet wird die Veranstaltung von Finanz-, Politik-, Wissenschafts- und Industrieführern aus mehr als 120 Ländern. Australiens Ressourcenministerin Madeleine King betonte, dass sich das Land im Zentrum internationaler Bemühungen um stabile und zuverlässige Lieferketten für kritische Rohstoffe befindet. Genau in diesem Umfeld präsentierte Al Hadhrami nun die omanischen Explorationspläne.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung in erster Linie ein Signal zur strategischen Ausrichtung eines rohstoffreichen Staates, nicht ein konkretes Investment-Case. Der Quelltext nennt keine börsennotierten Unternehmen, keine Ticker-Symbole und keine Finanzierungszusagen für einzelne Projekte. Wer sich für den omanischen Bergbausektor interessiert, findet in der Ankündigung daher vor allem einen Rahmen: definierte Flächen, definierte Rohstoffe und ein politisch verankertes Ziel für den Anteil des Sektors am BIP.
Interessant ist die Rohstoffpalette. Kupfer, Nickel und Mangan zählen zu den Metallen, die für Elektrifizierung, Batterien und industrielle Wertschöpfungsketten gebraucht werden. Der Oman positioniert sich damit nicht nur als Öl- und Gaslieferant, sondern zunehmend als Anbieter von Mineralien und industriellen Rohstoffen wie Gips, Kalkstein, Dolomit, Marmor und Silika. Die genannten Kupfererzreserven von mehr als 50 Millionen Tonnen über drei Projekte sind dabei die konkreteste Zahl, die der Quelltext liefert.
Zu beachten ist die lange Zeitschiene. Die Zielmarke von 10 Prozent BIP-Anteil des Sektors ist auf das Jahr 2040 datiert, ausgehend von 1,4 Prozent im Jahr 2020. Zwischen Ankündigung, Exploration, Entwicklung und Produktion liegen in der Bergbauindustrie typischerweise viele Jahre. Die Meldung ist deshalb eher als Aufbau- und Partnerschaftssignal zu lesen denn als kurzfristiger Umsatzimpuls.
Ausblick
Die IMARC 2026 in Sydney läuft noch bis zum 29. Oktober 2026 und bleibt der Rahmen, in dem Oman weitere Gespräche mit internationalen Partnern führt. Al Hadhrami hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit Australien und Partnern weltweit zu stärken und mineralische Ressourcen, Kapital, Technologie und Expertise zusammenzubringen. Die zwischen 2023 und 2025 vergebenen Konzessionsgebiete sind nach seinen Angaben bereits von der Exploration in Entwicklung und Produktion übergegangen. Für die kommenden Jahre nennt der Quelltext steigende öffentliche und private Investitionen in Infrastruktur, Häfen und integrierte Logistiknetze. Ob und wann die drei neuen Blöcke vergeben werden, geht aus dem Quelltext nicht hervor.
Kurz erklärt
- Konzessionsblock: Ein abgegrenztes Gebiet, in dem ein Staat einem Unternehmen Explorations- und Förderrechte für Rohstoffe überträgt.
- Ophiolit: Ein Gesteinskomplex aus Resten ozeanischer Kruste und des oberen Erdmantels, der auf das Festland geschoben wurde.
- Bruttoinlandsprodukt: Der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres erzeugt werden.
