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Ölpreisschock rückt Fed-Zinssenkungen in weite Ferne

Steigende Ölpreise durch US-israelische Militäroperationen gegen den Iran setzen die US-Notenbank unter Druck.

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Ölpreisschock rückt Fed-Zinssenkungen in weite Ferne

Der Ölpreis ist auf über 118 US-Dollar pro Barrel gestiegen – ausgelöst durch die Eskalation im Krieg der USA und Israels gegen den Iran, bei dem gezielt Öl- und Gasfelder angegriffen werden. Diese Entwicklung trifft die Federal Reserve zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Notenbank hatte gerade erst ihre Inflationsprognosen für 2025 nach oben korrigiert. Anleger und Ökonomen räumen damit einer baldigen Zinssenkung kaum noch Chancen ein.

Der durchschnittliche US-Benzinpreis kletterte auf 3,88 Dollar pro Gallone – ein Anstieg von rund 30 Prozent seit Beginn der Bombenangriffe. Für amerikanische Verbraucher bedeutet das spürbar höhere Kosten im Alltag, was Ökonomen als potenziellen Wachstumsdämpfer einschätzen. Ändern Konsumenten ihr Ausgabeverhalten, könnte das Wirtschaftswachstum zusätzlich unter Druck geraten.

Fed-Chef Jerome Powell mahnte auf der Sitzung am Mittwoch zur Vorsicht. Angesichts der Ungewissheit über Kriegsdauer, Ölpreisentwicklung und globale Inflationsfolgen seien alle Prognosen derzeit mit Skepsis zu betrachten. Die aktuellen Projektionen der Fed sehen für dieses Jahr weiterhin nur eine einzige Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte vor.

Rückschlag für Fed-Kandidat Warsh

Besonders brisant ist die Lage für Kevin Warsh, Trumps Nominierten als Powell-Nachfolger. Warsh hatte vor seiner Nominierung öffentlich argumentiert, die Fed könne die Zinsen senken und auf steigende Produktivität vertrauen, um die Inflation zu kontrollieren. Dieses Szenario erscheint angesichts der aktuellen Ölpreisrally zunehmend unrealistisch.

Am Donnerstagmorgen preisten Anleger eine Wahrscheinlichkeit von rund 10 Prozent sowohl für eine Zinserhöhung als auch für eine Zinssenkung bis Jahresende ein – ein Zeichen für die extreme Unsicherheit an den Märkten. Die Positionierungen verschoben sich dabei im Stundentakt. Für deutsche Anleger mit US-Exposure bedeutet das erhöhte Volatilität bei Dollar-Anlagen und US-Aktien.

Präsident Trump hatte wiederholt öffentlich Druck auf die Fed ausgeübt und niedrigere Zinsen gefordert. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten macht dieses Ziel nun noch schwerer erreichbar. Solange der Ölpreisschock anhält, dürfte die Notenbank an ihrer abwartenden Haltung festhalten.

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