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EZB hält Zinsen stabil – signalisiert aber Handlungsbereitschaft bei Energiepreisen

Steigende Ölpreise durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran setzen die Europäische Zentralbank unter Druck.

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EZB hält Zinsen stabil – signalisiert aber Handlungsbereitschaft bei Energiepreisen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Gleichzeitig machte die Notenbank deutlich, dass sie die Auswirkungen steigender Energiepreise auf Inflation und Wirtschaftswachstum genau verfolgt. Sollte die Situation es erfordern, ist die EZB bereit zu handeln.

Auslöser der Unsicherheit ist der seit dem 28. Februar andauernde US-israelische Krieg gegen den Iran, der die Energiepreise sprunghaft in die Höhe getrieben hat. Marktteilnehmer erwarten, dass die Inflation dadurch innerhalb weniger Monate deutlich über das EZB-Ziel von 2 Prozent steigen könnte. Die Märkte preisen inzwischen mehr als zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr ein.

"(Der Krieg) wird durch höhere Energiepreise erhebliche Auswirkungen auf die kurzfristige Inflation haben", erklärte die EZB in ihrer Stellungnahme. Gleichzeitig betonte sie: "Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen." Die mittelfristigen Folgen hingen sowohl von Intensität und Dauer des Konflikts als auch von der Weitergabe der Energiepreise an Verbraucher und Wirtschaft ab.

Erinnerungen an den Ukraine-Schock von 2022

Normalerweise sehen Zentralbanken über externe Energieschocks hinweg, da teurerer Kraftstoff die Verbrauchernachfrage dämpft und das Wachstum bremst. Doch die EZB trägt die Erfahrung des russischen Einmarschs in die Ukraine aus dem Jahr 2022 mit sich: Damals setzte die Notenbank zunächst auf einen vorübergehenden Preisanstieg – und sah sich anschließend mit zweistelliger Inflation konfrontiert. Die EZB musste daraufhin die Zinsen im schnellsten Tempo ihrer Geschichte anheben.

Diese Erfahrung dürfte die Währungshüter diesmal zu einem schnelleren Handeln bewegen. Die Markterwartungen gehen davon aus, dass die Inflation im kommenden Jahr auf rund 3,7 Prozent steigen könnte – und dann Jahre brauchen wird, um wieder auf den Zielwert zurückzufallen. Diese Preisindikatoren sind allerdings volatil und können sich je nach Kriegsverlauf rasch verändern.

EZB-Projektionen zeigen erhebliche Unsicherheit

In ihrem Basisszenario erwartet die EZB für dieses Jahr eine Inflation von 2,6 Prozent, die im nächsten Jahr auf 2,0 Prozent und bis 2028 auf 2,1 Prozent sinken soll. Für den Fall anhaltend hoher Energiepreise kündigte die Notenbank zusätzliche Alternativszenarien an, die um 14:45 Uhr GMT veröffentlicht werden sollten. "Eine anhaltende Unterbrechung der Öl- und Gasversorgung würde dazu führen, dass die Inflation über und das Wachstum unter den Basisprojektionen liegt", warnte die EZB ausdrücklich.

Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Anleger werden ihre Aussagen daraufhin analysieren, welche konkreten Faktoren geldpolitische Maßnahmen auslösen könnten. "Der EZB-Rat beobachtet die Situation genau, und sein datenabhängiger Ansatz wird ihm helfen, die Geldpolitik angemessen festzulegen", bekräftigte die Notenbank.

EZBLeitzinsInflationEnergiepreiseGeldpolitik

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