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Nvidia-Aktie: Motley Fool stuft Kaufempfehlung auf Halten herab

Nach Prüfung des jüngsten SEC-Quartalsberichts ändert ein Motley-Fool-Analyst seine Empfehlung für Nvidia von Kaufen auf Halten.

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Nvidia-Aktie: Motley Fool stuft Kaufempfehlung auf Halten herab

Ein Analyst des US-Finanzportals The Motley Fool hat seine Empfehlung für die Nvidia-Aktie (Ticker: NVDA) von „Kaufen" auf „Halten" herabgestuft. Auslöser war die Durchsicht des jüngsten quartalsweisen SEC-Filings des Chipherstellers. Zuvor hatte der Autor die Aktie wegen des rasanten Umsatzwachstums und der vergleichsweise niedrigen Bewertung als Kauf empfohlen. Nun überwiegen jedoch Sorgen um die kurzfristige Entwicklung des Unternehmens.

Wichtig ist die Einordnung: Die Herabstufung bedeutet ausdrücklich keine Verkaufsempfehlung. Der Analyst betrachtet Nvidia weiterhin als exzellente Wahl für langfristig orientierte Anleger. Das Unternehmen dominiere den Markt für KI-Beschleuniger und investiere ausreichend in Forschung und Entwicklung, um seine Marktführerschaft zu behaupten und auf neue Technologien zu setzen.

Bewertung und Aktienrückkäufe stützen

Auch die Bewertung spricht aus Sicht des Autors nicht gegen die Aktie. Nvidia notiert aktuell zum 28-fachen Gewinn. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 liegt bei 27 – für ein Top-Unternehmen erscheint das 28-fache KGV damit angemessen. Hinzu kommt ein geplantes Aktienrückkaufprogramm: Bis Januar 2028 will Nvidia eigene Aktien im Wert von 235 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Aus dem künftigen Umsatzwachstum und der sinkenden Zahl ausstehender Aktien könnte sich über einen längeren Zeitraum eine leichte Outperformance ergeben.

Die zentrale Verwundbarkeit: Kundenkonzentration

Der eigentliche Grund für die Herabstufung liegt in einer Offenlegung im Filing. Dort heißt es, dass fünf Unternehmen jeweils zwischen 10% und 22% der Forderungssaldenbilanz ausmachen – zusammen 70%. Nvidia nennt die Namen dieser Kunden nicht. Der Analyst hält es jedoch für wahrscheinlich, dass eines davon OpenAI ist, ein Unternehmen, das hinter seinen finanziellen Erwartungen zurückbleibt. Zudem hätten selbst etablierte Hyperscaler wie Amazon stark geliehen und einen negativen Free-Cash-Flow verzeichnet. Solche Faktoren könnten ihre Ausgaben mit der Zeit begrenzen.

Der Autor zieht eine Parallele zur Internetbranche: Vor einem Vierteljahrhundert erlebte sie den Dotcom-Crash, und ein ähnliches Ereignis werde die KI-Branche irgendwann treffen. Ein KI-Crash würde Nvidia zwar wahrscheinlich nicht zerstören, doch die hohe Abhängigkeit von wenigen Kunden mache die kurzfristige Entwicklung unsicherer.

Starkes Wachstum, aber Risiko einer Verlangsamung

Aktuell bleibt das Wachstum außergewöhnlich stark. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027, das am 26. Juli endete, lag der Umsatz bei 178 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 96% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten erwarten, dass das Wachstum auch im kommenden Geschäftsjahr mindestens im hochdoppelstelligen Prozentbereich liegt.

Sollten jedoch einer oder mehrere der wichtigsten Kunden ihre Käufe von Nvidias Prozessoren reduzieren oder einstellen, könnte sich die Wachstumsrate kurzfristig erheblich verlangsamen oder die Umsatzspitze sogar schrumpfen. Da Anleger trotz des relativ niedrigen KGVs zögern, den Aktienkurs weiter nach oben zu treiben, könnte eine solche Verlangsamung die Richtung der Aktie für einige Zeit unklar machen.

Fazit: Halten statt Kaufen

Angesichts der hohen Abhängigkeit von einer kleinen Kundengruppe wirkt Nvidia für den Analysten eher wie eine Halte- als eine Kaufempfehlung. Die Führungsposition bei KI-Beschleunigern, die relativ niedrige Bewertung und die Bemühungen zur Reduzierung der Aktienanzahl sprächen zwar für das Unternehmen, und das Downside-Risiko erscheine begrenzt. Ein KI-Crash – selbst wenn er sich als temporär erweisen sollte – könnte jedoch erhebliche Unsicherheit bringen, falls die fünf Großkunden ihre Einkäufe verlangsamen. Anleger sollten daher vorerst weitere Aktienkäufe pausieren, obwohl Nvidia langfristig stark positioniert bleibt.

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