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Novo Nordisk prüft mögliche Direktnotierung an der New Yorker Börse

CEO Mike Doustdar signalisiert Offenheit für direkte NYSE-Notierung als Ersatz für ADRs.

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Novo Nordisk prüft mögliche Direktnotierung an der New Yorker Börse

Der dänische Pharmariese Novo Nordisk erwägt offenbar eine direkte Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE). CEO Mike Doustdar zeigte sich in einem Interview mit der Financial Times grundsätzlich offen für diesen Schritt, der die bisher genutzten American Depositary Receipts (ADRs) ersetzen könnte.

Die USA sind für Novo Nordisk der mit Abstand wichtigste Markt: Mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes wird dort erzielt, vor allem mit den Blockbuster-Medikamenten Wegovy und Ozempic zur Behandlung von Adipositas und Diabetes. Eine direkte Notierung in New York würde das Unternehmen näher an seine US-Investoren und Wettbewerber wie AstraZeneca rücken, die bereits ähnliche Schritte vollzogen haben.

Doustdar betonte jedoch, dass die Idee derzeit nicht aktiv verfolgt werde. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr habe es keine aktiven Gespräche dazu gegeben. Dennoch unterstrich der CEO seine prinzipielle Offenheit für strategische Anpassungen und würde die Vor- und Nachteile einer solchen Umstellung diskutieren.

Hintergrund: Vom europäischen Spitzenreiter zum gefallenen Star

Die strategische Überlegung fällt in eine Phase erheblichen Wettbewerbsdrucks. Novo Nordisk war 2023 mit einem Marktwert von über 600 Milliarden US-Dollar zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas aufgestiegen. Seitdem haben die Aktien jedoch massiv an Wert verloren – laut Berichten um mehr als 70 Prozent vom Höchststand.

Grund dafür ist vor allem die starke Konkurrenz aus den USA. Eli Lilly hat mit seinem Präparat Zepbound erheblich Marktanteile im Adipositas-Segment gewonnen. Analystendaten von LSEG deuten darauf hin, dass die Umsätze von Zepbound die von Wegovy in diesem Jahr um mehr als 7 Milliarden US-Dollar übertreffen könnten.

Verschiebung der Investorenbasis

Ein weiterer Treiber der Überlegungen ist die veränderte Aktionärsstruktur. Die Investorenbasis von Novo Nordisk hat sich in den letzten 20 Jahren zunehmend von Skandinavien in Richtung USA verlagert. Eine direkte NYSE-Notierung würde US-Anlegern den Zugang zur Aktie erleichtern und könnte die Nachfrage weiter steigern.

Bislang können US-Investoren über American Depositary Receipts (ADRs) in Novo Nordisk investieren. ADRs sind von US-Banken ausgegebene Hinterlegungsscheine, die den Handel ausländischer Aktien an US-Börsen ermöglichen. Eine direkte Notierung würde diesen Umweg überflüssig machen.

Die Idee einer US-Notierung wurde bereits im vergangenen Jahrzehnt intern diskutiert, ohne dass konkrete Schritte folgten. Ob sich dies nun ändert, bleibt abzuwarten. Doustdar signalisierte jedoch, dass er für strategische Anpassungen offen sei, um die Marktposition des Unternehmens zu stärken.

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