Nikkei 225 durchbricht 58.000 Punkte – Japans Börse auf Rekordkurs
Historischer Meilenstein nach Wahlsieg von Takaichi – Asiatische Märkte trotzen schwachen US-Vorgaben

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 58.000 Punkten überschritten. Die Rally wird durch das wiedergewonnene Vertrauen in die heimische Politik und die wirtschaftliche Agenda der Regierung getragen. Im späteren Handelsverlauf gab der Index einen Teil seiner Gewinne wieder ab und schloss bei 57.663 Punkten leicht im Plus.
Der breiter gefasste Topix-Index legte um 0,68 Prozent zu. Der Erdrutschsieg von Premierministerin Takaichi bei den vorgezogenen Neuwahlen verleiht ihr nach Einschätzung der Investmentgesellschaft GMO ein ungewöhnlich starkes, mehrjähriges Mandat zur Umsetzung ihrer Politik. Dies wird als weitgehend unterstützend für die japanischen Märkte und den Unternehmenssektor bewertet.
Allerdings warnt GMO vor steigenden Interventionsrisiken, sollte der Yen gegenüber dem US-Dollar die Marke von 160 erreichen. Während die Aktienmärkte zulegen und sich Anleiheinvestoren beruhigt zeigen, bleibt die Währungsentwicklung ein potenzieller Risikofaktor für die weitere Marktentwicklung.
Asiatische Märkte ignorieren US-Arbeitsmarktdaten
Auch andere asiatische Börsen zeigten sich robust und ignorierten die über den Erwartungen liegenden US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag. Der südkoreanische Kospi kletterte um bis zu 2,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 5.466,9 Punkten, bevor er seine Gewinne etwas abbaute und 1,82 Prozent höher schloss. Singapurs Leitindex überschritt erstmals die Schwelle von 5.000 Punkten.
Australiens S&P/ASX 200 stieg im frühen Handel um 0,42 Prozent. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor dagegen 0,23 Prozent, während der festlandchinesische CSI 300 um 0,12 Prozent zulegte. Die unterschiedliche Entwicklung zeigt die regional unterschiedlichen Marktdynamiken in Asien.
US-Börsen unter Druck nach starkem Arbeitsmarktbericht
In den USA hatten die Börsen nach einem besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktbericht für Januar nachgegeben. Der Dow Jones Industrial Average beendete eine dreitägige Gewinnserie und verlor 66,74 Punkte oder 0,13 Prozent auf 50.121,40 Zähler. Der S&P 500 notierte mit 6.941,47 Punkten nahezu unverändert, während der Nasdaq Composite um 0,16 Prozent auf 23.066,47 Punkte fiel.
Der Bericht des Bureau of Labor Statistics wies einen Zuwachs von 130.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft aus – deutlich mehr als die von Ökonomen erwarteten 55.000 neuen Jobs. Das Beschäftigungswachstum im Dezember wurde allerdings nach unten auf 48.000 revidiert. Der robuste Arbeitsmarkt verringert die Wahrscheinlichkeit für baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve.
Der starke Arbeitsmarktbericht steht im Kontrast zu schwächer als erwarteten Konsumdaten vom Dienstag. Diese zeigten, dass die Konsumausgaben im Dezember stagnierten und damit die Erwartungen eines monatlichen Plus von 0,4 Prozent verfehlten. Die gemischten Wirtschaftssignale erschweren der Fed die Einschätzung der weiteren geldpolitischen Ausrichtung.
