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Chinas Fabriken trotzen Trump-Zöllen: Häfen melden Rekordauslastung vor Neujahrsfest

Trotz US-Handelszöllen verzeichnen chinesische Produktionsstätten und Containerterminals einen beispiellosen Exportboom.

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Chinas Fabriken trotzen Trump-Zöllen: Häfen melden Rekordauslastung vor Neujahrsfest

Ein Jahr nach Einführung der Trump-Zölle zeigt sich Chinas Exportwirtschaft überraschend robust. Vor dem chinesischen Neujahrsfest herrscht in Fabriken und Häfen Hochbetrieb – die Containerumschläge stiegen in der ersten Februarwoche um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies markiert das stärkste Wachstum seit über einem Jahr.

Renaud Anjoran, CEO des Elektronikherstellers Agilian Technology in Guangdong, berichtet von nahezu Vollauslastung: "Wir sind sehr beschäftigt." Sein Werk in Dongguan exportiert mehr als die Hälfte der Produktion in die USA und hält das Exportniveau von vor der Zolleinführung. Die Industrieproduktion im Januar zeigt laut Marktforschern einen deutlichen Anstieg bei Inlands- und Exportaufträgen.

Die großen chinesischen Häfen verzeichneten bis zum 1. Februar einen Containerumschlag, der 40 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt. Dies übertrifft das durchschnittliche Wachstum von etwa 10 Prozent im Jahr 2025 deutlich. Besonders betroffen ist der Hafen Ningbo, eines der wichtigsten maritimen Drehkreuze des Landes.

Überlastung treibt Frachtkosten in die Höhe

Jay Guo, Dekan am Ningbo China Institute for Supply Chain Innovation, berichtet von Terminals, die "über ihre Kapazitäten hinaus" arbeiten. Einzelne Schiffe seien um mehr als 20 Prozent überbucht, die Containerannahme musste teilweise gestoppt werden. Die starke Verkehrsüberlastung ließ die Lkw-Frachtraten um 80 Prozent steigen.

Der Shanghai Containerized Freight Index bewegte sich Anfang Januar zwischen 1.400 und 1.656 Punkten, verglichen mit dem 15-Jahres-Durchschnitt von 1.337 bis 1.568 Punkten. Die Raten erreichten ihren Höchststand drei Wochen früher als historisch üblich, was auf vorgezogene Bestellungen vor den Feiertagen hindeutet. Auch die Luftfrachtraten für Routen in die USA und nach Europa lagen über dem Vorjahresniveau.

Große Containerlieferungen in die USA überstiegen den größten Teil des Januars und bis in den Februar hinein das Niveau der Jahre 2024 und 2025. Dies zeigt sich trotz der anhaltenden Bemühungen vieler Unternehmen, ihre Lieferketten zu diversifizieren.

Handelsfrieden bringt neue Dynamik

Nach einem hochrangigen Treffen im Oktober sicherte sich China einen einjährigen Handelsfrieden mit Washington. Die Zölle auf chinesische Waren in die USA blieben auf einem niedrigeren Niveau. Dies gab den Unternehmen die nötige Planungssicherheit, um wieder in neue Produktentwicklungen zu investieren.

Cameron Johnson, Senior Partner der Unternehmensberatung Tidalwave Solutions in Shanghai, berichtet von Fabrikhallen voller internationaler Kunden. Nach Besuchen in mehreren Fabriken Südchinas im vergangenen Monat stellte er fest, dass Hersteller von Automobil-, Konsum- und Sportgütern "ziemlich beschäftigt" seien. Sie arbeiten Auftragsrückstände ab und bearbeiten Anfragen ausländischer Käufer, darunter auch aus den USA.

Das turbulente Jahr 2025 mit seinen Panikkäufen und plötzlichen Auftragsstopps scheint überwunden. "Viele Leute hatten neue Produkte im Sinn, froren die Projekte aber wegen der Ungewissheit ein", erklärt Anjoran. Das Interesse amerikanischer Kunden an der Entwicklung neuer Produkte habe sich seither deutlich erholt.

Trotz der "China-plus-one"-Beschaffungsstrategien vieler multinationaler Unternehmen, die in Südostasien expandieren oder Nearshoring in Mexiko und Europa betreiben, bleibt China ein zentraler Produktionsstandort. Die aktuelle Betriebsamkeit zeigt, dass chinesische Hersteller ihre Wettbewerbsfähigkeit trotz Handelsspannungen behaupten können.

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