JD Sports: Schlechter Monat für den Sportbekleidungsriesen
JD Sports-Aktien fallen um 14 Prozent im Monat – Analyst sieht starke Gegenwinde

Die Aktien des globalen Sportbekleidungshändlers JD Sports Fashion (LSE:JD) sind im vergangenen Monat um 14 Prozent gefallen. In den letzten fünf Jahren verloren sie sogar zwei Drittel ihres Wertes. Analyst Keith Bowman von interactive investor hat die Aussichten des Unternehmens nun genauer unter die Lupe genommen.
Der jüngste Zwischenbericht zum zweiten Quartal bis zum 1. August zeigt ein gemischtes Bild. Der gesamte gleichwertige Umsatz (Like-for-Like, LfL) sank um 3,1 Prozent. Besonders schwach entwickelte sich Nordamerika mit einem Rückgang von 6,8 Prozent. In Europa fielen die Erlöse um 2,7 Prozent. Positiv entwickelte sich dagegen das Vereinigte Königreich mit einem Plus von 0,8 Prozent, während der Raum Asien-Pazifik um 1,4 Prozent zulegte.
Gewinnprognose gesenkt
Das Unternehmen erwartet nun für das Gesamtjahr einen bereinigten Gewinn vor Steuern in Höhe von 700 bis 800 Millionen Pfund. Zuvor hatte die Prognose bei 750 bis 850 Millionen Pfund gelegen. Damit könnte der Gewinn sogar unter dem Vorjahresniveau von 852 Millionen Pfund liegen.
CEO Régis Schultz äußerte sich verhalten: „Der Handel im zweiten Quartal blieb schwierig. Der Markt blieb stark promotionsgetrieben, was die konjunkturellen Gegenwind-Situationen widerspiegelt, mit denen unsere Branche in den letzten Quartalen konfrontiert war – sowohl auf Seiten der Verbraucher als auch beim Schuhwerk-Zyklus –, während unser Kernklientel durch zusätzliche Kostenbelastungen im Alltag betroffen war."
Gleichzeitig betonte Schultz die Fortschritte bei der Strategieumsetzung: „Unser Fokus liegt weiterhin auf der Umsetzung unserer Strategie und der Stärkung unserer Resilienz durch unser zunehmend diversifiziertes Produkt- und Omni-Channel-Angebot – mit Wachstum bei den Verkäufen von Bekleidung und Accessoires, einer ermutigenden Dynamik bei leistungsorientierten Laufschuhen und neueren Schuhstilen sowie einem Anstieg der Online-Verkäufe um 2,6 Prozent."
Herausforderungen in den Kernmärkten
JD Sports betreibt weltweit 4.766 Filialen und zahlreiche Websites in 35 Ländern. Neben der Kernmarke JD Sports gehören auch Size?, Shoe Palace, Courir und Sprinter zum Portfolio. Im Vereinigten Königreich hält der Konzern zudem die Outdoor-Marken Blacks, Millets und Go Outdoors.
Der 1981 gegründete Einzelhändler mit Sitz in Bury beschäftigt mehr als 90.000 Menschen. Im letzten Geschäftsjahr entfielen 60 Prozent des Umsatzes auf Schuhe, gefolgt von Bekleidung mit 30 Prozent, Accessoires mit 6,5 Prozent sowie Outdoor- und anderen Verkäufen mit 3,5 Prozent. Geografisch stammten 35 Prozent des Umsatzes aus Nordamerika, 34 Prozent aus Europa, 26 Prozent aus dem Vereinigten Königreich und 5 Prozent aus dem Raum Asien-Pazifik.
Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Dick's Sporting Goods und Academy Sports and Outdoors. Für Anleger bleiben die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den beiden größten Märkten des Konzerns eine Belastung. Höhere Zinsen in den USA, Herausforderungen beim wichtigsten Lieferanten Nike sowie ein möglicher Mangel an Produktinnovationen wirken sich negativ auf den Umsatz aus.
Selbsthilfemaßnahmen des Managements
Das Management arbeitet an mehreren Stellschrauben, um die Performance zu verbessern. Dazu gehören gezielteres Marketing, die Realisierung von Kosteneinsparungen aus früheren Übernahmen sowie Investitionen in Technologie zur Unterstützung des Online-Geschäfts. Impulse von Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft haben zumindest die britischen Verkäufe im jüngsten Quartal gestützt.
Die Dividende wächst seit mehr als fünf aufeinanderfolgenden Jahren. Bei einer prognostizierten Rendite von rund 1,7 Prozent notieren die Aktien derzeit mit einer durchschnittlichen fairen Analystenbewertung von knapp über 100 Pence pro Aktie.
Fazit: Abwarten oder einsteigen?
Analyst Keith Bowman sieht sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits könnten die Selbsthilfemaßnahmen und die faire Bewertung spekulative Anleger anziehen. Andererseits sprechen die aktuellen konjunkturellen Gegenwinde und die erwarteten niedrigeren Jahresgewinne für Zurückhaltung. Die Diversität von Produkten, Markenname und geografischer Standort sowie die Managementmaßnahmen zur Leistungsverbesserung stehen dabei den unsicheren wirtschaftlichen Aussichten und Wetterrisiken gegenüber.
