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Neuseeland: Inflation steigt auf 3,1% – Zinswende rückt näher

Die Inflation in Neuseeland hat sich im vierten Quartal auf 3,1% beschleunigt und liegt damit über dem Zielband der Zentralbank. Marktteilnehmer rechnen nun mit Zinserhöhungen statt weiterer Senkungen.

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Neuseeland: Inflation steigt auf 3,1% – Zinswende rückt näher

Die neuseeländische Zentralbank (RBNZ) sieht sich mit hartnäckiger Inflation konfrontiert. Im vierten Quartal 2024 stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) auf Jahressicht um 3,1 Prozent – deutlich über der Zentralbankprognose von 2,7 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal legte der VPI um 0,6 Prozent zu.

Die Inflationsrate liegt damit am oberen Rand des Zielbands der RBNZ von 1 bis 3 Prozent. Analysten hatten lediglich mit 3,0 Prozent Jahresinflation gerechnet. Die Überraschung an den Märkten war entsprechend groß.

Neuseeland-Dollar auf Vier-Monats-Hoch

Der Kiwi-Dollar reagierte prompt und kletterte auf ein Vier-Monats-Hoch von 0,5929 US-Dollar. Gleichzeitig fielen 90-Tage-Bankwechsel um 7 Basispunkte. Die Märkte preisen mittlerweile zwei Zinserhöhungen für 2025 ein – eine dramatische Kehrtwende gegenüber den noch im November vorgenommenen Zinssenkungen.

"Zinssenkungen sind nun so gut wie vom Tisch", kommentierte Jarrod Kerr, Chefvolkswirt der Kiwibank. Die Zentralbank hatte den Leitzins erst im November um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent gesenkt. Seit August 2024 summierte sich die geldpolitische Lockerung auf insgesamt 325 Basispunkte.

Strom, Mieten und Steuern treiben Preise

Als Haupttreiber der Inflation identifizierte Statistics New Zealand steigende Kosten für Strom, kommunale Steuern und Wohnungsmieten. Die nicht handelbare Inflation lag bei 3,5 Prozent. Ökonomen beobachten zudem, dass Unternehmen angesichts verbesserter Nachfrage ihre Rabatte zurückfahren.

Mark Smith, Senior Economist bei ASB, warnte, der Abwärtsdruck bei der Inflation könne nachlassen: "Wir sind hinsichtlich des Inflationsausblicks weniger optimistisch als die Zentralbank." Die Sorge: Steigende Preisabsichten der Unternehmen könnten bei einer Nachfrageerholung die Inflation weiter anheizen.

Politischer Druck vor Parlamentswahl

Die Entwicklung kommt zur Unzeit für die neuseeländische Regierung, die diese Woche eine Parlamentswahl für November ankündigte. Sie hatte auf eine Abschwächung der Inflation gesetzt, um die Wähler von ihrer Wirtschaftskompetenz zu überzeugen.

Die Inflation war von ihrem Höchststand von 7,3 Prozent im zweiten Quartal 2022 deutlich zurückgegangen, steigt aber seit dem vierten Quartal 2024 wieder kontinuierlich an. Zusätzliche Unsicherheit bringen die US-Zollpolitik unter der Trump-Administration und geopolitische Spannungen mit sich.

Ausblick: Zinserhöhungen wahrscheinlich

Die RBNZ hatte im November noch erklärt, sie erwarte eine Rückkehr der Inflation auf etwa 2 Prozent bis Mitte 2025. Diese Prognose erscheint nun optimistisch. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Zentralbank ihre geldpolitische Strategie überdenken und möglicherweise noch in diesem Jahr die Zinsen anheben muss, um die Inflation wieder in den Griff zu bekommen.

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