Morgan Stanley: US-Steuererstattungen steigen um 20 Prozent
Die Steuererstattungen in den USA dürften 2026 deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Morgan Stanley prognostiziert einen Anstieg um rund 20 Prozent, getrieben durch Trumps Haushaltsgesetz.

Die amerikanischen Steuerzahler können sich auf deutlich höhere Erstattungen freuen. Analysten von Morgan Stanley erwarten für die aktuelle Steuersaison einen Anstieg der individuellen Steuererstattungen um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis Ende Mai könnten dadurch Erstattungen in Höhe von rund 350 Milliarden US-Dollar an die Haushalte fließen.
Trumps Haushaltsgesetz als Treiber
Der erwartete Anstieg ist vor allem auf das umfassende Haushaltsgesetz von Präsident Donald Trump zurückzuführen, das unter dem Namen "One Big Beautiful Bill" bekannt ist. Das Gesetz beinhaltet mehrere steuersenkende Maßnahmen: erhöhte Standardabzüge, niedrigere Körperschaftssteuersätze und die sofortige Abschreibung von Forschungs- und Entwicklungskosten für US-Unternehmen. Diese Bestimmungen werden zig Millionen Amerikaner begünstigen.
Positive Effekte auf Einkommen und Konsum
Die Morgan Stanley-Analysten prognostizieren, dass die amerikanischen Haushaltseinkommen einen "deutlichen Sprung" verzeichnen werden. Das Bureau of Economic Analysis erfasst alle erwarteten Steueränderungen für das Jahr bereits im Januar, sodass der Effekt in den März-Daten sichtbar werden sollte. Die höheren Erstattungen dürften auch die Konsumausgaben stützen, die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivität ausmachen.
Gedämpfte Erwartungen fürs erste Quartal
Allerdings erwarten die Experten für das erste Quartal 2026 nur einen moderaten Konsumschub von "einigen Zehntel" eines Prozentpunkts. Der größere Effekt dürfte sich erst im weiteren Jahresverlauf entfalten, wenn höhere Ersparnisse und niedrigere Lohnsteuereinbehalte die Ausgaben zusätzlich fördern.
Umkehr bei der Sparquote erwartet
Daten des US-Handelsministeriums zeigten zuletzt, dass die Amerikaner im Herbst weiterhin in solidem Tempo konsumierten. Die persönlichen Einkommen stiegen im November um 0,3 Prozent im Monatsvergleich. Morgan Stanley stellte fest, dass das Konsumwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 das Einkommenswachstum übertroffen hatte, was zu sinkenden Sparquoten führte. "Die Dynamik der Steuererstattungen sollte dies kurzfristig umkehren", argumentieren die Analysten.
