Bank of Japan signalisiert weitere Zinserhöhungen trotz Marktturbulenzen
Die japanische Notenbank hält ihren Leitzins bei 0,75 Prozent, deutet aber weitere Zinsschritte an. BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda betont die Notwendigkeit zeitnaher Entscheidungen, während der Yen volatil reagiert.

Die Bank of Japan (BOJ) hat ihren wichtigsten Leitzins auf dem zweitägigen Treffen am Freitag bei 0,75 Prozent belassen, signalisiert aber eine Fortsetzung ihres restriktiveren geldpolitischen Kurses. Die Entscheidung entsprach den Markterwartungen, nachdem die Zentralbank den Satz erst im Dezember von 0,5 Prozent angehoben hatte.
Ueda deutet weitere Zinsschritte an
BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass die Notenbank nicht auf vollständige Datensätze warten wolle, bevor sie handelt. "Da Preise und Löhne allmählich steigen, befinden wir uns in einer Phase, in der wir prüfen müssen, ob sich dies fortsetzt", erklärte Ueda. Die BOJ werde verstärkt auf zeitnahe Informationen wie Unternehmensumfragen zurückgreifen. Stetige Lohnerhöhungen veranlassten mehr Unternehmen dazu, gestiegene Arbeitskosten an die Verbraucher weiterzugeben.
Optimistischere Wirtschaftsprognosen
In ihrem vierteljährlichen Ausblickbericht zeichnete die BOJ ein positiveres Bild der japanischen Wirtschaft. Die Zentralbank hob ihre Wachstumsprognosen für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 an und erklärte, dass sich ein positiver Kreislauf von Einkommen und Ausgaben "allmählich verstärken" werde. Die Kernverbraucherinflation für das Geschäftsjahr 2026 wurde von 1,8 auf 1,9 Prozent nach oben revidiert. Die Wirtschaft befinde sich weiterhin auf dem Weg zu einer moderaten Erholung, wobei die Risiken für die Aussichten ungefähr ausgeglichen seien.
Yen zeigt extreme Volatilität
Der Yen reagierte mit starken Schwankungen auf Uedas Äußerungen. Während der Pressekonferenz fiel die Währung zunächst auf 159,21 pro US-Dollar, bevor sie plötzlich auf etwa 157,30 anstieg. Diese abrupte Bewegung löste Spekulationen über eine mögliche Währungsintervention der japanischen Behörden aus. Finanzminister Satsuki Katayama lehnte jedoch eine Stellungnahme zu den Yen-Bewegungen ab.
Politische Unsicherheit erschwert Timing
Die Entscheidung über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung wird durch politische Entwicklungen kompliziert. Premierministerin Sanae Takaichi hat für den nächsten Monat vorgezogene Neuwahlen ausgerufen. Ihre lockere geld- und fiskalpolitische Ausrichtung steht im Kontrast zu Uedas Bestreben, die Geldpolitik nach Jahrzehnten stimulierender Zinssätze zu normalisieren.
Dissens im Vorstand
Vorstandsmitglied Hajime Takata stimmte für eine sofortige Zinserhöhung und blieb damit allein. Sein Vorschlag unterstrich jedoch die restriktive Dynamik innerhalb der Zentralbank. "Wir werden die Zinssätze weiter anheben, wenn sich unsere Wirtschafts- und Preisprognosen materialisieren", bekräftigte Ueda. Der Pfad und das Tempo der Zinserhöhungen würden von den jeweiligen wirtschaftlichen, preislichen und finanziellen Entwicklungen abhängen.
Schwacher Yen als Inflationsrisiko
Die BOJ äußerte sich besorgt über die inflationären Auswirkungen eines schwachen Yen. Währungsbewegungen könnten Unternehmen dazu veranlassen, steigende Importkosten an die Verbraucher weiterzugeben und die zugrunde liegenden Verbraucherpreise zusätzlich in die Höhe zu treiben. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer vorsichtigen, aber entschlossenen geldpolitischen Straffung.
