Neue Beweise im Anschlag auf Trump beim Presse-Dinner
Ballistische Beweise belasten Cole Allen schwer: Eine Schrotkugel aus seiner Waffe traf einen Secret-Service-Agenten.

US-Staatsanwältin Jeanine Pirro hat neue ballistische Beweise im Fall des mutmaßlichen Attentäters Cole Tomas Allen präsentiert. In der CNN-Sendung „State of the Union" erklärte Pirro am Sonntag, dass die Schutzweste eines Secret-Service-Agenten eine Schrotkugel enthielt, die aus der Mossberg-Pumpgun stammte, die Allen in der Tatnacht mutmaßlich bei sich trug. Damit wird erstmals öffentlich bestätigt, aus welcher Waffe das Projektil stammte, das den Agenten traf.
Allen soll versucht haben, den Ballsaal des Washington Hilton zu stürmen, als er auf den Agenten schoss. Der Beamte wurde getroffen, blieb jedoch unverletzt. Die Bundesstaatsanwaltschaft hat Allen wegen des versuchten Attentats auf Präsident Donald Trump sowie wegen des Abfeuerns einer Schusswaffe während einer Gewalttat angeklagt. Die Staatsanwaltschaft warnte zudem, dass in diesem Fall noch weitere Anklagen erhoben werden könnten.
Dritter Anschlag auf Trump seit 2024
Die Schießerei ereignete sich beim jährlichen Abendessen der White House Correspondents' Association – einem der bedeutendsten Presseevents in Washington. An der Veranstaltung nahmen neben Präsident Trump auch Vizepräsident JD Vance und zahlreiche hochrangige Regierungsvertreter teil. Es handelt sich damit um den dritten Anschlag auf das Leben des Präsidenten seit dem Jahr 2024.
Der 31-jährige Allen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien befindet sich seit der Tatnacht in Untersuchungshaft. Am 9. Januar 2025 verzichtete er auf sein Recht, seine Inhaftierung anzufechten. Ob die neuen ballistischen Erkenntnisse – dass Allen mutmaßlich den Agenten angeschossen hat – zu weiteren Anklagepunkten führen werden, ist bislang unklar.
Haftbedingungen und Suizidüberwachung im Fokus
Parallel zu den strafrechtlichen Entwicklungen rücken auch die Haftbedingungen Allens in den Mittelpunkt. Seine Anwälte hatten das Gericht in einem am Samstag eingereichten Schriftsatz gebeten, ihn von sämtlichen Suizidpräventionsmaßnahmen zu befreien. Am Sonntag wurde Allen tatsächlich aus der Suizidüberwachung entlassen, woraufhin seine Anwälte den Eilantrag zurückzogen.
Allens Anwälte beantragten daraufhin eine Anhörung für Montag, die bereits zur Absage geplant war. Ermittlungsrichter Zia M. Faruqui lehnte den Antrag auf Aufhebung dieser Anhörung jedoch ab. In einem Protokollbeschluss äußerte er „große Bedenken" hinsichtlich der „anscheinend unbegründeten, tagelangen Einzelhaft" des Angeklagten sowie der „allgemeinen Haftbedingungen".
Die Anwälte Allens betonten in ihrem Antrag, sie hätten „nicht gesehen und argumentieren daher auch nicht, dass eine ausdrückliche Absicht besteht, Herrn Allen zu bestrafen". Der Fall wirft damit nicht nur strafrechtliche, sondern auch grundlegende Fragen zur Behandlung von Untersuchungshäftlingen in den USA auf. Die weiteren Entwicklungen – insbesondere mögliche zusätzliche Anklagen und die für Montag angesetzte Anhörung – dürften das Verfahren in den kommenden Tagen weiter prägen.
