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Spirit Airlines stellt Betrieb ein: Tausende Mitarbeiter und Passagiere betroffen

Die US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines hat alle Flüge gestrichen und eine geordnete Abwicklung eingeleitet – das Ende nach 34 Jahren.

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Spirit Airlines stellt Betrieb ein: Tausende Mitarbeiter und Passagiere betroffen

Spirit Airlines hat den Betrieb eingestellt und damit das Ende einer der bekanntesten Billigfluggesellschaften der USA besiegelt. Mit Wirkung zum frühen Samstagmorgen strich das Unternehmen alle Flüge und kündigte eine „geordnete Abwicklung" des Geschäftsbetriebs an. Rund 17.000 Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz.

„An unsere Gäste: Alle Flüge wurden gestrichen, und der Kundenservice steht nicht mehr zur Verfügung", erklärte das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung. „Wir sind stolz auf den Einfluss, den unser Ultra-Low-Cost-Modell in den letzten 34 Jahren auf die Branche hatte, und hatten gehofft, unsere Gäste noch viele Jahre lang bedienen zu können."

Explodierende Kerosinkosten als letzter Auslöser

Spirit kämpfte bereits seit der Covid-19-Pandemie mit anhaltenden Rentabilitätsproblemen. Zuletzt hatte die Fluggesellschaft versucht, aus ihrer zweiten Insolvenz innerhalb weniger als eines Jahres hervorzugehen. Diese Pläne scheiterten jedoch an den stark gestiegenen Kerosinkosten infolge des Kriegsausbruchs mit dem Iran.

„Trotz der Bemühungen des Unternehmens haben der jüngste erhebliche Anstieg der Ölpreise und anderer wirtschaftlicher Druck den finanziellen Ausblick von Spirit maßgeblich beeinträchtigt", hieß es in der Unternehmensmitteilung. Spirit-Präsident und CEO Dave Davis erklärte: „Die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs erforderte zusätzliche Liquidität in Höhe von Hunderten Millionen Dollar, die Spirit schlichtweg nicht hat und nicht beschaffen konnte. Dies ist zutiefst enttäuschend und nicht das Ergebnis, das sich einer von uns gewünscht hat."

Im vergangenen Monat hatte sich Spirit wegen finanzieller Unterstützung an das Weiße Haus gewandt, und Präsident Donald Trump zeigte sich zunächst empfänglich. Am Freitag verdichteten sich jedoch die Berichte über eine bevorstehende Abwicklung, nachdem die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen, seinen Anleihegläubigern und dem Weißen Haus offenbar gescheitert waren.

Was Reisende jetzt wissen müssen

Zum Zeitpunkt der Betriebseinstellung befanden sich keine Spirit-Flüge in der Luft. Dennoch sind zahlreiche Passagiere unmittelbar betroffen – insbesondere jene, die kurz vor dem Abflug standen oder sich auf einer Reise mit geplantem Rückflug befanden. Die Fluggesellschaft rät betroffenen Reisenden ausdrücklich, nicht zum Flughafen zu fahren.

Für Rückerstattungen gelten folgende Regelungen:

  • Passagiere, die direkt bei Spirit per Kredit- oder Debitkarte gebucht haben, erhalten automatisch eine Rückerstattung
  • Wer über ein Reisebüro gebucht hat, muss die Rückerstattung dort beantragen
  • Folgekosten wie Notübernachtungen in Hotels werden von Spirit nicht erstattet – es sei denn, eine Reiseversicherung greift

Vom Höhenflug zur Insolvenz: Der Niedergang von Spirit

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs Mitte der 2010er Jahre eröffnete Spirit in weniger als einem Jahr bis zu 28 neue Strecken und wurde mit bis zu 6 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Unternehmen lockte Passagiere mit seinen sogenannten „Bare Fare"-Angeboten: Der Basisflugpreis wurde auf ein Minimum reduziert, während für alles andere – von Getränken bis zum Handgepäck im Deckenfach – extra gezahlt werden musste. Zeitweise zählte die Rentabilität von Spirit zu den drei besten unter den großen US-Fluggesellschaften.

Im Jahr 2022 versuchte Spirit, sich an JetBlue zu verkaufen, was die fünftgrößte Fluggesellschaft der USA entstehen lassen hätte. Das US-Justizministerium unter der Biden-Administration blockierte den Deal jedoch mit kartellrechtlichen Argumenten – ein Richter schloss sich dieser Auffassung 2024 an und hob die Fusionsvereinbarung auf. Wenige Monate später meldete Spirit erstmals Insolvenz nach Chapter 11 an – als erste große US-Fluggesellschaft seit 2011.

Anfang 2025 genehmigte ein Richter einen Sanierungsplan, doch bereits im August musste Spirit erneut Insolvenz anmelden. Gespräche über eine Fusion mit Frontier Airlines im Dezember führten zu keinem Ergebnis. Nun ist das endgültige Aus besiegelt.

Die Ursprünge von Spirit reichen bis in die 1960er Jahre zurück, als das Unternehmen als Transportunternehmen im US-Bundesstaat Michigan gegründet wurde. Den Flugbetrieb nahm es in den 1980er Jahren auf. Seit 1999 hatte Spirit seinen Hauptsitz in der Region Fort Lauderdale in Florida.

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