WPP streicht bis Jahresende bis zu 1.000 weitere Stellen
Der britische Werbekonzern beschleunigt sein Sparprogramm und baut unter der neuen Chefin Cindy Rose weitere Arbeitsplätze ab.

Der britische Werbegigant WPP plant einen weiteren Personalabbau: Bis zum Jahresende sollen bis zu 1.000 zusätzliche Stellen gestrichen werden. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Schritt ist Teil eines beschleunigten Umstrukturierungsprogramms, das unter der Leitung der neuen Geschäftsführerin Cindy Rose vorangetrieben wird.
Neben dem Personalabbau beabsichtigt der Konzern, sich von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteilen zu trennen. Zudem will WPP seine Immobilienbestände reduzieren und die Standortstruktur straffen. Die geplanten Maßnahmen ergänzen die bereits seit Anfang 2025 durchgeführten Sparmaßnahmen, in deren Rahmen der Konzern bereits rund 11.000 Stellen gestrichen hat.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 beschäftigte WPP laut dem Bericht noch 97.388 Mitarbeiter. Der neuerliche Stellenabbau fällt damit deutlich kleiner aus als die bisherigen Kürzungen, setzt den eingeschlagenen Sparkurs jedoch konsequent fort. Im Zuge der Immobilienstrategie plant das Unternehmen zudem eine Konsolidierung seiner Londoner Standorte.
Sparprogramm vor branchenweitem Wandel
So sollen die derzeit drei genutzten Gebäude am Südufer der Themse in London auf zwei Standorte zusammengelegt werden. Diese Bündelung von Flächen ist ein typisches Element großer Umstrukturierungsprogramme in der Medien- und Werbebranche. Sie dient dazu, Kosten zu senken und gleichzeitig die Zusammenarbeit der verbliebenen Teams effizienter zu gestalten.
Der Personalabbau findet vor dem Hintergrund einer branchenweiten Konsolidierung in der Werbeindustrie statt. Zwei Faktoren treiben diese Entwicklung maßgeblich an: Zum einen halten sich Kunden mit Werbeausgaben zurück, zum anderen führen Fortschritte bei KI-gestützten Werkzeugen zu einer gesteigerten Effizienz, die den Bedarf an manuellem Personal spürbar reduziert. Große Agenturholdinggesellschaften stehen damit unter erheblichem Druck, ihre Kostenstrukturen anzupassen.
Die „Financial Times“ ordnet die Maßnahmen entsprechend als KI-getriebenes Sparprogramm ein. Eine offizielle Bestätigung durch das Unternehmen bleibt bislang aus, ebenso eine unabhängige Verifizierung der Berichte durch Nachrichtenagenturen wie Reuters. Anleger sollten die Meldung daher als vorläufig betrachten, bis belastbare Unternehmensangaben vorliegen.
Für deutsche Anleger bleibt WPP ein relevanter Indikator für die Lage der globalen Werbewirtschaft. Der Konzern gehört mit einem breiten Netzwerk an Agenturen zu den größten Werbedienstleistern weltweit und steht damit exemplarisch für den Strukturwandel, der die gesamte Branche derzeit erfasst. Werbetreibende Unternehmen und Investoren dürften die weiteren Schritte der neuen Führung um Cindy Rose genau beobachten.
Sollten sich die Pläne bestätigen, würde WPP seine Belegschaft binnen weniger Jahre deutlich verkleinern. Die Kombination aus Personalabbau, dem Verkauf von Randaktivitäten und reduzierten Immobilienkosten zielt erkennbar darauf ab, die Profitabilität zu steigern und das Unternehmen schlanker aufzustellen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Werbeausgaben und der weiteren KI-Adoption in der Branche ab. Für die Aktionäre geht es letztlich darum, ob die Effizienzgewinne die rückläufigen Erlöse aus Werbebudgets mindestens ausgleichen können.
