NATO schießt Drohne über Litauen nach Eindringen aus Belarus ab
Eurofighter der italienischen Luftwaffe fingen die Drohne über Zentral-Litauen ab.

NATO-Kampfjets haben am frühen Dienstag eine nicht identifizierte Drohne abgeschossen, die aus dem benachbarten Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war. Der Vorfall ereignete sich an der östlichen Flanke des Bündnisses und ist der jüngste in einer Reihe von Zwischenfällen, während sich die Luftkriegsführung zwischen der Ukraine und Russland weiter intensiviert.
Eurofighter-Typhoon-Kampfjets der italienischen Luftwaffe wurden zur Abfangmission alarmiert. Die Drohne wurde über Pratkunai in Zentral-Litauen abgefangen, einem Gebiet in der Nähe des Wasserkraftwerks Kruonis, wie Verteidigungsminister Robertas Kaunas mitteilte.
Luftwarnungen in Vilnius und Kaunas ausgelöst
Bevor die Drohne abgeschossen werden konnte, wurden in der Hauptstadtregion Vilnius sowie in Kaunas, der zweitgrößten Stadt des Landes, Luftwarnungen ausgelöst. Die Bevölkerung wurde damit auf die mögliche Gefahr aus der Luft aufmerksam gemacht.
Litauen, das an die russische Exklave Kaliningrad sowie an Belarus grenzt, ist als NATO-Mitglied ein strategisch wichtiger Standort für das Bündnis. Die italienischen Eurofighter sind Teil der verstärkten Luftraumüberwachung der NATO im Baltikum, die seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 deutlich ausgeweitet wurde.
Der Abschuss einer Drohne über NATO-Territorium ist ein vergleichsweise seltener Vorgang und unterstreicht die wachsenden Spannungen entlang der Ostflanke. Belarus gilt als enger Verbündeter Russlands und hat sein Territorium wiederholt für russische Militäraktionen zur Verfügung gestellt.
Die genaue Herkunft und der Typ der Drohne wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Die litauischen Behörden haben Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet. Die NATO hat ihre Bereitschaft bekräftigt, den Luftraum ihrer Mitgliedsstaaten entschlossen zu verteidigen.
