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Nasdaq fällt: Chipaktien brechen ein, Ölpreise steigen kräftig an

Nasdaq fällt um 1,2%, Chipaktien brechen ein, Ölpreise steigen stark an.

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Nasdaq fällt: Chipaktien brechen ein, Ölpreise steigen kräftig an

Die US-Aktienmärkte sind am Montag mit deutlichen Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der technologielastige Nasdaq Composite führte die Abwärtsbewegung mit einem Minus von 1,2 Prozent an, während der breite S&P 500 um 0,8 Prozent und der Dow Jones Industrial Average um 0,3 Prozent nachgaben. Auslöser der Verkaufswelle waren überraschende Forderungen führender KI-Unternehmer, die Entwicklung künstlicher Intelligenz zu verlangsamen.

Parallel dazu zogen die Ölpreise kräftig an, nachdem Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline aufgrund von Drohnenangriffen schließen musste. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe erreichte mit 4,99 Prozent den höchsten Stand seit Oktober 2023 und notierte damit nur knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Fünf-Prozent-Marke.

KI-Sektor unter Druck: CEOs fordern Entwicklungsstopp

Der einstige Börsenliebling KI geriet am Montag massiv unter Druck. Dario Amodei, CEO des ChatGPT-Konkurrenten Anthropic, hatte am Wochenende in einem Essay geschrieben: „Wir müssen das Tempo verlangsamen, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern.“ Andere KI-Führungskräfte schlossen sich dieser Forderung an. SpaceX-CEO Elon Musk bezeichnete Amodeis Beitrag in den sozialen Medien als „korrekt“. Auch OpenAI-Chef Sam Altman äußerte sich in einem Interview mit Fortune und deutete an, dass sein Unternehmen möglicherweise dieses Jahr nicht an die Börse gehen werde – aus Sicherheitsbedenken.

Die Reaktion der Anleger ließ nicht lange auf sich warten. Der auf Speicherchips spezialisierte Roundhill Memory ETF (DRAM) verlor rund 7 Prozent, der breiter aufgestellte iShares Semiconductor ETF (SOXX) gab um 5,5 Prozent nach. Besonders stark getroffen wurden Marvell Technology (MRVL) mit einem Minus von 8,5 Prozent und Intel (INTC) mit einem Rückgang von 7,5 Prozent. Auch der KI-Vorzeigewert Nvidia (NVDA) fiel um 3,5 Prozent.

Während die Hardware-Hersteller bluteten, zeigte sich ein interessanter Dreh: Software- und Cybersecurity-Aktien legten kräftig zu. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) gewann 2 Prozent. Salesforce (CRM) stieg um 3 Prozent und half so, die Verluste des Dow Jones zu begrenzen. CrowdStrike Holdings (CRWD) legte um 7 Prozent zu, Palo Alto Networks (PANW) gewann 5 Prozent. Die Anleger scheinen darauf zu setzen, dass eine Verlangsamung der KI-Entwicklung etablierten Software- und Sicherheitsunternehmen zugutekommt, die weniger von disruptiven KI-Produkten bedroht wären.

Ölpreise schießen nach oben – Geopolitik belastet

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Märkte kam von den Rohstoffmärkten. Die Ölpreise stiegen sprunghaft an, nachdem Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline schließen musste, die um die strategisch bedeutsame Straße von Hormus herumführt. Grund waren Drohnenangriffe auf die Infrastruktur. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 4,3 Prozent auf 104,35 Dollar pro Barrel zu. Der internationale Benchmark Brent-Rohöl stieg um 4,4 Prozent auf 109,15 Dollar pro Barrel.

Chris Larkin, Managing Director für Trading und Investing bei E*TRADE von Morgan Stanley, kommentierte die Lage mit Blick auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank: „Zwar ist die Begründung der Fed, weiterhin abwartend zu bleiben, nicht zusammengebrochen, aber sie hat an Stärke verloren.“ Larkin fügte hinzu: „Die Energiepreise bleiben weiterhin die primäre Unbekannte, daher wird die Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die tägliche Stimmung haben.“

Fed-Zinsentscheidung rückt näher

In dieser Woche richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit der Anleger auf die Zinsentscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwochnachmittag. Nach der Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten (CPI) für August am Freitag, die den Erwartungen der Ökonomen entsprachen, sehen Händler laut dem FedWatch-Tool der CME Group nun eine Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent dafür, dass die Federal Reserve die Zinsen anheben wird.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe – die als Benchmark für Hypotheken, Unternehmensanleihen und andere Kredite dient – berührte am Montagmorgen 4,99 Prozent und lag damit auf dem höchsten Stand seit Oktober 2023. Dies setzt den angeschlagenen Immobilienmarkt zusätzlich unter Druck. Die Hypothekenzinsen waren Ende letzter Woche bereits auf 7,14 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit Mai 2025. Die Verkäufe bestehender Häuser fielen von Juli auf August um 2 Prozent auf das langsamste Tempo seit Juni 2025, wie die National Association of Realtors mitteilte.

Oracle: Ellison streicht Milliarden-Aktienverkauf

Eine kuriose Nebenstory lieferte der Softwarekonzern Oracle (ORCL). Nach Börsenschluss am Freitag hatte das Unternehmen in einer SEC-Einreichung mitgeteilt, dass Mitbegründer Larry Ellison bereits im Juni einen Plan zum Verkauf von bis zu 50 Millionen seiner Oracle-Aktien eingereicht hatte. Zum damaligen Schlusskurs von 150 Dollar wäre dies ein Volumen von rund 7,5 Milliarden Dollar gewesen. Bereits am Samstag ruderte das Unternehmen jedoch zurück und gab eine Pressemitteilung heraus, wonach der Plan ohne einen einzigen Verkauf gestrichen wurde. Ellison habe „keine weiteren Pläne, irgendeinen seiner Oracle-Anteile zu verkaufen“. Die Oracle-Aktie notierte im Zuge des breiten Tech-Verkaufsdrucks dennoch rund 5 Prozent niedriger.

Rohstoffe und Kryptos

Bitcoin notierte in den vergangenen 24 Stunden moderat im Plus bei rund 77.600 Dollar. Der US-Dollar-Index, der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb ausländischer Währungen misst, stieg um 0,6 Prozent auf 99,67 Punkte. Goldfutures fielen um 2,3 Prozent auf 4.305 Dollar pro Unze und litten unter dem starken Dollar und den steigenden Anleiherenditen.

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