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Morgan Stanley: SpaceX-Aktie ist günstig und wird noch günstiger

Analyst Adam Jonas bekräftigt Overweight und Kursziel 300 Dollar – die Bewertung sei ein Und-Problem, kein Oder-Problem.

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Morgan Stanley: SpaceX-Aktie ist günstig und wird noch günstiger

Die Aktie von SpaceX (Nasdaq:SPCX) wirke „günstig und wird immer günstiger“, wenn man das Wachstum berücksichtigt. Zu diesem Schluss kommt Adam Jonas, Analyst bei Morgan Stanley. Er bekräftigt seine Empfehlung „Overweight“ sowie ein Kursziel von 300 US-Dollar für die Aktie.

Auf den ersten Blick erscheinen die Anteilsscheine allerdings teuer. Das geschätzte EV/EBIT-Verhältnis für das Jahr 2028 liege bei rund 30-fach, erläuterte Jonas. Zum Vergleich: Andere Mega-Cap-Unternehmen, die als Treiber der Künstlichen Intelligenz gelten, kommen auf etwa 16-fach.

Bereinigt man diese Kennzahl jedoch um das Wachstum, dreht sich das Bild. SpaceX handelt dann zu etwa dem 0,3-fachen des EV/EBIT/Growth-Faktors für 2028. Das liegt rund 40 Prozent unter dem Median der Mega-Caps von 0,5-fach.

Die Details

Selbst zum Zielkurs von 300 US-Dollar würde die Aktie dem Analysten zufolge nur zu etwa dem 0,6-fachen handeln. Damit läge sie in etwa auf dem Niveau von Amazon (NASDAQ:AMZN) und unterhalb von Alphabet (NASDAQ:GOOGL) sowie Meta (NASDAQ:META) – so zumindest die Argumentation von Jonas.

Interessant ist die Aufschlüsselung der aktuellen Bewertung. Bei einem Kurs von 159 US-Dollar preise der Markt bereits den Großteil oder sogar den gesamten Wert pro Aktie von 127 US-Dollar für die Geschäftsbereiche Space und Connectivity ein. Somit blieben noch etwa 32 US-Dollar für das KI-Geschäft übrig. Das entspreche in etwa einem EV/Sales-Verhältnis von 3-fach für 2028 für ein Neocloud-ähnliches Unternehmen.

Ein Rückgang der Aktie auf 100 US-Dollar innerhalb der nächsten zwölf Monate würde Jonas zufolge klare Voraussetzungen erfordern. Dazu zählen ein Verlangsamungsschub bei den KI-Fortschritten, ein schwerwiegender Rückschlag bei einem Starship-Test oder ein erhebliches verwässerndes Ereignis.

Als Schlüsselvariable nennt der Analyst die Compute-Preise. Die Konsensmodelle gehen von 17,60 US-Dollar pro Watt bei 4,1 Gigawatt aus. Daraus folgt: Jeder zusätzliche Dollar pro Watt generiert mehr als 40 Milliarden US-Dollar an Umsatz. Die kürzlich abgeschlossenen kurzfristigen Neocloud-Verträge von SpaceX seien mit Preisen zwischen 30 und 50 US-Dollar pro Watt notiert, so Jonas.

Bemerkenswert ist auch die Stimmung der Anleger. Jonas sagte, das Interesse sei gedämpft geblieben. Als er in der vergangenen Woche in einer Runde aus 40 Kunden fragte, wer die Aktie halte, „ging keine einzige Hand hoch“. Der Analyst fügte hinzu, dass es „in letzter Zeit wirklich, wirklich ruhig um SPCX war“.

Häufige Bedenken der Anleger – etwa die Leistung von Grok im Vergleich zu anderen Frontier-Modellen und der Zugang zu Funklizenzen für Starlink Mobile – seien bereits gut eingepreist. Jonas argumentiert, die Bewertung des Unternehmens sei „mehr ein ‚Und‘-Problem als ein ‚Oder‘-Problem“. Anleger müssten die miteinander verknüpften Geschäftsbereiche gemeinsam abwägen, statt sie isoliert zu betrachten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 15.06.2026 berichtete aktien.news, dass Elon Musk auf seiner Plattform X eine ambitionierte Prognose abgegeben hatte: „Und ich wäre überrascht, wenn der Umsatz im Jahr 2031 nicht mehr als 1 Billion US-Dollar betragen würde“, schrieb Musk damals. SpaceX war an jenem Freitag zum sechstgrößten US-Unternehmen aufgestiegen.

Am 27.06.2026 meldete aktien.news, dass die Analysten von Morningstar den fairen Wert der SpaceX-Aktie auf 62 US-Dollar je Aktie bezifferten – weit unter dem damaligen Marktpreis. Zum 24. Juni schloss die Aktie bei 154 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 2,05 Billionen US-Dollar entsprach. Morningstar schätzte damals einen Aufschlag von 152 Prozent gegenüber dem fairen Wert.

Am 22.09.2026 berichtete aktien.news über eine Morgan Stanley-Analyse zum US-Stromnetz. Demnach steuern die USA auf ein ernstes Stromproblem zu, weil die Nachfrage nach Rechenleistung für KI explodiert, das Netz aber nicht Schritt hält. Die Schere zwischen steigendem Bedarf und verfügbarer Kapazität öffne sich rasant.

Am 23.09.2026 schließlich zeigte sich aktien.news zufolge die Wall Street gegenüber SPCX durchweg optimistisch. Der durchschnittliche Kurszielkurs lag bei 232 US-Dollar, was rund 50 Prozent Aufwärtspotenzial entsprach. Mehr als 30 Analysten deckten das Unternehmen ab, die Mehrheit empfahl „Kaufen“, nur zwei votierten mit „Verkaufen“. Der optimistischste Analyst, Brian Gesuale von Raymond James, setzte ein Kursziel von 800 US-Dollar fest – was SpaceX einen Wert von 10 Billionen US-Dollar zuweisen würde.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung von Morgan Stanley vor allem deshalb relevant, weil sie den Bewertungsstreit um SpaceX auf eine neue Ebene hebt. Während Morningstar im Juni 2026 mit 62 US-Dollar einen deutlich niedrigeren fairen Wert sah, argumentiert Jonas nun, die Aktie sei gerade wegen des Wachstums günstig. Beide Sichtweisen stützen sich auf unterschiedliche Annahmen darüber, wie stark das KI- und Connectivity-Geschäft in den kommenden Jahren zulegt.

Hinzu kommt die Unsicherheit über die einzelnen Geschäftsbereiche. Der Markt bepreise derzeit fast vollständig die Segmente Space und Connectivity, während für KI nur ein vergleichsweise kleiner Restwert übrig bleibe. Anleger sollten daher genau verfolgen, wie sich Compute-Preise, Neocloud-Verträge und die Monetarisierung im Enterprise-Bereich entwickeln. Diese Größen entscheiden darüber, ob die optimistischen Annahmen aufgehen.

Ausblick

Jonas nennt in seiner Analyse mehrere potenzielle Katalysatoren. Dazu zählt der Starship-Flug 15, der Ende Oktober oder Anfang November stattfinden soll. Ein sogenanntes „Ship Catch“ – das Fangen des Schiffes – „könnte der größte positive Katalysator seit dem Börsengang sein“. Ebenfalls relevant ist das Quartalsergebnis für das dritte Quartal Ende Oktober, gefolgt von Flug 16 vor Jahresende. Hinzu kommen die Veröffentlichungen von Grok 4.8, Grok 4.9 und Grok 5.0 sowie weitere Neocloud-Verträge.

Auf der Risikoseite stehen laut dem Analysten mehrere Faktoren: eine langsamere Wiederverwendung von Starship, eine schwächere kommerzielle Monetarisierung im Enterprise-Bereich für KI, höhere Kosten pro Watt für Compute-Leistung, längere Zeiten bis zur Stromversorgung, Finanzierungsbedarf sowie regulatorische Verzögerungen.

Kurz erklärt

  • EV/EBIT: Kennzahl, die den Unternehmenswert ins Verhältnis zum Gewinn vor Zinsen und Steuern setzt und so die Bewertung eines Unternehmens misst.
  • EV/Sales: Verhältnis von Unternehmenswert zum Umsatz, das häufig bei wachstumsstarken Unternehmen zur Bewertung herangezogen wird.
  • Neocloud: Bezeichnung für junge Anbieter von Cloud- und Rechenleistung, die sich auf KI-Workloads spezialisiert haben.
  • Overweight: Anlagestufe, mit der ein Analyst erwartet, dass sich eine Aktie besser als der Marktdurchschnitt entwickelt.
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