Morgan Stanley: Rücknahmen bei Privatkreditfonds bleiben im dritten Quartal hoch
Rücknahmeanträge bei Morgan Stanleys Privatkreditfonds bleiben mit 11,4 Prozent auf hohem Niveau.

Die Rücknahmeanträge bei einem privaten Kreditfonds von Morgan Stanley bleiben hoch. Wie aus einer am Freitag veröffentlichten regulatorischen Meldung hervorgeht, versuchten Anleger des „North Haven Private Income Fund“ (PIF) im dritten Quartal, 11,4 Prozent der Anteile zurückzugeben. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber den 11,6 Prozent im Vorquartal.
Der Fonds wird wie üblich fünf Prozent der Anteile zurückkaufen. Dies entspricht dem branchenüblichen Schwellenwert für solche Vehikel. Der Druck auf die Einlösungen könnte jedoch allmählich nachlassen, da die Asset Manager einen Rückstau an nicht erfüllten Rücknahmeanträgen abbauen.
Hintergrund der Rücknahmewelle
Wohlhabende Anleger haben in den vergangenen Monaten verstärkt Geld aus nicht börsennotierten privaten Kreditfonds abgezogen. Grund dafür sind Bedenken hinsichtlich der Kreditvergabestandards. Zudem stellt sich die Frage, ob Softwareunternehmen – eine wichtige Kreditnehmerbasis für Direktkreditgeber – den Störungen durch künstliche Intelligenz standhalten können.
Der Fonds gab an, dass fast zwei Drittel der Rückkaufanträge für das jüngste Quartal von Anlegern stammten, die in den beiden vorherigen Rückkaufangeboten nicht vollständig aussteigen konnten. Dies deutet auf einen anhaltenden Abwicklungsprozess hin.
Optimistische Signale des Fondsmanagements
In einer Anlegerinformation des Fonds heißt es: „Wir glauben, dass die Zusammensetzung und Stabilisierung der Anfrageaktivität auf die Beständigkeit der Anlegerbasis des Unternehmens hindeuten kann. Nach Abschluss der Rückkäufe dieses Quartals werden Anleger, die während der beiden vorherigen Rückkaufangebote eine vollständige Abtretung ihrer Anteile beantragt hatten, mehr als 80 Prozent ihres angeforderten abgetretenen Betrags erhalten.“
Der Abschlag beim Nettoinventarwert des PIF wird voraussichtlich rund 101 Millionen Dollar betragen. Dieser Wert ergibt sich nach Berücksichtigung neuer Zeichnungen und Dividendenzinseszinsen.
Zweiter Fonds zeigt ähnliches Bild
Auch ein kleinerer Morgan Stanley-Fonds, der „North Haven Private Income Fund A“ (PIF A), verzeichnete Rücknahmeanträge. Diese beliefen sich auf rund 6,8 Prozent, verglichen mit 7,2 Prozent im Vorquartal. Auch dieser Fonds wird fünf Prozent der Anteile zurückkaufen.
Die Entwicklung bei Morgan Stanley steht stellvertretend für einen breiteren Trend im Markt für private Kreditfonds. Daten zu großen privaten Kreditvehikeln, die von Apollo, Ares und Blue Owl verwaltet werden, sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Diese werden Aufschluss darüber geben, ob sich der Rücknahmedruck in der gesamten Branche abschwächt.
Private Kreditfonds haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie bieten Anlegern Zugang zu Direktkrediten an Unternehmen, die nicht über den öffentlichen Anleihemarkt finanziert werden. Die aktuellen Rücknahmewellen zeigen jedoch, dass auch diese Anlageklasse nicht immun gegen Verunsicherung ist.
