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Marktkonzentration durch KI-Boom: Merkmal oder Risiko für Anleger?

Wenige Tech-Giganten dominieren globale Indizes wie nie zuvor – mit enormen Chancen, aber auch wachsenden Risiken für Privatanleger.

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Marktkonzentration durch KI-Boom: Merkmal oder Risiko für Anleger?

Der Boom der künstlichen Intelligenz treibt die Konzentration an den globalen Aktienmärkten auf historische Höchststände. Das ist nicht nur ein US-amerikanisches Phänomen: Kopflastige Indizes sind längst ein weltweites Merkmal der Finanzmärkte – und kein bloßer Systemfehler, wie Analysten betonen.

Laut Morgan Stanley machen die zehn größten US-Aktien derzeit 33 Prozent des gesamten US-Marktwerts aus und stellen 37,5 Prozent des MSCI USA Index. Der Aufstieg der sogenannten „Magnificent Seven" – der sieben dominierenden US-Tech-Konzerne, darunter Nvidia und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet – hat diese Entwicklung maßgeblich beschleunigt.

Konzentration ist kein rein amerikanisches Phänomen

In einigen technologieorientierten Märkten Asiens ist die Situation noch extremer. Samsung in Südkorea und TSMC in Taiwan machen laut Morgan-Stanley-Daten rund 20 beziehungsweise 40 Prozent ihrer jeweiligen Benchmark-Indizes aus. Besonders bemerkenswert: Diese beiden Unternehmen allein repräsentieren ein Fünftel des gesamten MSCI Emerging Markets Index – einem Index, der 24 Länder umfasst.

Für deutsche Anleger, die über ETFs oder Fonds in globale Indizes investieren, hat das direkte Konsequenzen. Wer glaubt, mit einem S&P-500-Indexfonds breit diversifiziert zu sein, unterliegt laut RBC Wealth Management einer weitgehenden Illusion: Mehr als 40 von jeweils 100 investierten Euro fließen in lediglich zehn Unternehmen.

Die passive Konzentrationsfalle

Dieses Phänomen beschreiben die RBC-Analysten als „passive Konzentrationsfalle". Sie funktioniert wie eine Rückkopplungsschleife: Mittelzuflüsse in passive Indexfonds treiben die größten Aktien automatisch nach oben und erhöhen deren Gewichtung – unabhängig davon, ob die Fundamentaldaten dies rechtfertigen. Je mehr Kapital in Indexprodukte fließt, desto stärker werden die ohnehin schon dominanten Titel begünstigt.

Doch die Konzentration hat auch ihre Vorteile. Das Morgan-Stanley-Team weist darauf hin, dass die durchschnittlichen jährlichen US-Aktienrenditen in Phasen zunehmender Konzentration seit 1950 deutlich höher lagen als in Phasen abnehmender Konzentration. Im Aufschwung kann die Dominanz weniger starker Titel dazu beitragen, den gesamten Markt nach oben zu ziehen – wie es derzeit zu beobachten ist.

KI als zentrales Risiko

Entscheidend ist jedoch die Kehrseite. Die aktuelle Konzentration ist primär mit einem einzigen Thema verknüpft: künstlicher Intelligenz. Das bedeutet, dass der S&P 500, der Nasdaq und eine wachsende Zahl asiatischer Indizes im Wesentlichen zu Richtungswetten auf den Erfolg dieser noch jungen Technologie geworden sind.

Sollten die Gewinne oder Prognosen nur weniger Tech-Giganten hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte der Rückschlag ebenso wahllos ausfallen wie die vorangegangene Rallye – und sich potenziell in einen ungeordneten Ausverkauf verwandeln. Krisenerprobte Anleger kennen dieses Szenario nur zu gut.

Besonders brisant: Die Technologie muss nicht einmal scheitern, um eine Marktkorrektur auszulösen. Es reicht aus, wenn KI sich als weniger revolutionär erweist als von den Märkten erwartet. Angesichts der astronomischen Erwartungen, die in die Bewertungen eingepreist sind, ist die Messlatte entsprechend hoch.

Die Frage, die sich Anleger stellen müssen, lautet daher: Woher käme der Ausgleich, wenn die KI-Wette nicht aufgeht? In stark konzentrierten Portfolios – ob aktiv oder passiv – gibt es schlicht wenig Puffer. Laut RBC Wealth Management könnte ein Wendepunkt an den Märkten näher sein, als viele Investoren derzeit annehmen.

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