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JPMorgan: KI-Aktien in Schwellenländern mit mehr Potenzial als USA

JPMorgan sieht in Schwellenländer-Aktien attraktivere KI-Bewertungen und erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 eine deutliche Rally.

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JPMorgan: KI-Aktien in Schwellenländern mit mehr Potenzial als USA

Die Investmentbank JPMorgan sieht in Schwellenländer-Aktien derzeit eines der attraktivsten Engagements im Bereich Künstliche Intelligenz – und das zu günstigeren Bewertungen als in den USA. Strategen unter der Leitung von Mislav Matejka erwarten, dass die Anlageklasse in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine weitere deutliche Rally erleben wird. Damit dürften Schwellenländer ihre Outperformance gegenüber den Industrieländern weiter beschleunigen.

Bereits im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat der MSCI Emerging Market Index beeindruckende Kursgewinne erzielt: Der Index ist um rund ein Fünftel gestiegen. Dennoch bleiben die JPMorgan-Strategen optimistisch und sehen weiteres Aufwärtspotenzial – insbesondere für die Märkte in Korea und Taiwan, die als Herzstück des globalen KI-Ökosystems gelten.

Drei Aktien dominieren die Benchmark

Ein bemerkenswertes Merkmal der aktuellen Rallye ist die hohe Konzentration auf wenige Einzelwerte. Lediglich drei Aktien – Samsung Electronics, Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) und SK Hynix – machen zusammen ein Viertel der gesamten Benchmark aus. Diese Konzentration verdeutlicht, wie stark der Schwellenländer-Index von der globalen Nachfrage nach KI-Chips und Halbleitertechnologie abhängt.

Samsung Electronics und SK Hynix aus Korea sowie TSMC aus Taiwan sind zentrale Zulieferer für die weltweite KI-Infrastruktur. TSMC fertigt die leistungsfähigsten Chips für Unternehmen wie Nvidia, während Samsung und SK Hynix als führende Hersteller von Hochleistungsspeichern (HBM) für KI-Anwendungen gelten. Für deutsche Anleger, die an der KI-Wachstumsstory partizipieren möchten, bieten diese Märkte damit eine direkte Verbindung zur globalen Technologieentwicklung.

Dollarschwäche als zusätzlicher Renditetreiber

Neben den strukturellen KI-Chancen sehen die JPMorgan-Strategen einen weiteren wichtigen Katalysator: eine erwartete Schwäche des US-Dollars in der zweiten Jahreshälfte 2026. Eine schwächere US-Währung wirkt sich traditionell positiv auf Schwellenländer-Investments aus, da Rohstoffe, Schulden und Unternehmensgewinne in diesen Märkten häufig in Dollar denominiert sind. Für in Euro investierende Anleger kann eine Dollarschwäche jedoch auch Währungsrisiken mit sich bringen, die es zu berücksichtigen gilt.

Der Wandel bei Schwellenländer-Aktien – repräsentiert durch den ETF EEM – ist damit nicht nur ein kurzfristiges Phänomen, sondern spiegelt eine tiefgreifende strukturelle Verschiebung wider. Die Kombination aus attraktiven KI-Bewertungen, starken Einzelwerten in Korea und Taiwan sowie einem potenziell schwächeren Dollar macht die Anlageklasse laut JPMorgan zu einem erstklassigen Investment für die zweite Jahreshälfte 2026. Anleger sollten jedoch die hohe Konzentration auf wenige Titel und die damit verbundenen Klumpenrisiken im Blick behalten.

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