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Marihuana-Lobbygruppe kämpft gegen US-Verbot von Hanf-THC-Produkten

Das Marijuana Policy Project fordert den Kongress auf, ein geplantes Bundesverbot von Hanf-THC-Produkten zu stoppen und stattdessen Regulierung einzuführen.

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Marihuana-Lobbygruppe kämpft gegen US-Verbot von Hanf-THC-Produkten

Das Marijuana Policy Project (MPP), eine der führenden Organisationen für die Legalisierung von Marihuana in den USA, erhöht den Druck auf den US-Kongress. Die Gruppe fordert, ein geplantes Verbot von Hanf-THC-Produkten rückgängig zu machen und stattdessen ein umfassendes Regulierungssystem einzuführen. In einem Aktionsaufruf an ihre Unterstützer bat die Organisation diese Woche darum, Briefe an ihre jeweiligen Kongressabgeordneten zu senden.

„Wenn es um die öffentliche Gesundheit und Sicherheit geht, führen Regulierung und Aufklärung konsequent zu besseren Ergebnissen als Verbote", erklärte das MPP in seinem Aufruf. Die Gruppe argumentiert, dass ein Verbot nicht der richtige Weg sei, um Sicherheitsbedenken zu begegnen.

Regulierung statt Kriminalisierung

Das MPP schlägt konkrete Maßnahmen vor, um den Markt zu ordnen, ohne ihn zu verbieten. Dazu gehören klare Potenzgrenzwerte, Test- und Kennzeichnungsstandards sowie Altersbeschränkungen. Ziel sei es, gefährliche Produkte vom Markt fernzuhalten und gleichzeitig den Verbraucherzugang zu erhalten.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Hanfmarktes ist dabei nicht zu unterschätzen. Laut MPP hat die Branche bisher über 225.000 Arbeitsplätze geschaffen und landesweit mindestens 28 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen generiert. Diese Zahlen unterstreichen, warum ein abruptes Verbot weitreichende wirtschaftliche Folgen hätte.

Hintergrund: Farm Bill und neue Gesetzgebung

Die rechtliche Grundlage für Hanfprodukte auf Bundesebene geht auf den Farm Bill von 2018 zurück, den Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit unterzeichnete. Dieses Gesetz legalisierte Hanfderivate mit weniger als 0,3 Prozent Delta-9-THC auf Trockengewichtsbasis auf Bundesebene und ebnete damit den Weg für einen boomenden Markt an Hanf-basierten Produkten.

Ende letzten Jahres unterzeichnete Trump jedoch ein neues Gesetz, das Hanf neu definierte. Demnach wären nach dem 12. November nur noch Produkte mit insgesamt 0,4 Milligramm THC pro Behälter legal. Diese drastisch niedrigere Grenze hätte einen Großteil der aktuell erhältlichen Hanfprodukte faktisch verboten.

Aufgrund von Bestimmungen in einem Finanzierungsgesetz, das Trump im vergangenen Monat unterzeichnete, wird das Inkrafttreten des Verbots für die meisten Produkte nun auf den 11. Dezember verschoben. Diese Verschiebung soll den Gesetzgebern mehr Zeit für die Ausarbeitung einer Lösung geben.

Branchenkonflikt zwischen Hanf und Marihuana

Bemerkenswert ist, dass nicht alle Akteure der Cannabisbranche an einem Strang ziehen. Einige Marihuana-Unternehmen betrachten die auf Bundesebene legale Hanfindustrie als unliebsame Konkurrenz, die durch den zwischenstaatlichen Handel Vorteile genieße, die staatlich lizenzierten Marihuanabetrieben verwehrt bleiben. Diese Unternehmen haben Bestrebungen zur erneuten Kriminalisierung von Hanf-THC-Produkten auf Bundesebene unterstützt.

Das MPP hingegen positioniert sich als übergreifende Interessenvertretung und fordert den Kongress auf, das geplante Verbot zu stoppen und stattdessen eine umfassende Reform für alle Cannabinoide voranzutreiben. Für deutsche Beobachter ist diese Debatte besonders relevant, da die USA als wichtiger Referenzmarkt für die globale Cannabispolitik gelten und Entwicklungen dort häufig internationale Signalwirkung entfalten.

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