Luxusbranche dürfte im dritten Quartal an Schwung verloren haben
JPMorgan-Analysten erwarten Polarisierung zwischen Marken und Druck auf weiche Luxusgüter wie Taschen und Schuhe.

Der Luxusgütersektor dürfte im dritten Quartal im Vergleich zum stärkeren zweiten Quartal einen Einbußen verzeichnen. Grund dafür sind laut Analysten der JPMorgan Chase langsamere Trends in den meisten Regionen und für die meisten Nationalitäten. In einem aktuellen Bericht weisen die Experten darauf hin, dass dieser Kontext zu einer noch stärkeren Polarisierung der Performance zwischen den einzelnen Marken führen werde.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Spaltung zwischen den Segmenten. Die Analysten erwarten ein weiteres starkes Quartal für Schmuck und hochwertige Ready-to-Wear-Mode. Zu den Unternehmen, die von diesem Trend profitieren dürften, zählen Richemont, Brunello Cucinelli und Ermenegildo Zegna. Diese Positionierung unterstreicht, dass hochwertige, preisstabile Kategorien weiterhin gefragt bleiben.
Druck auf weiche Luxusgüter
Gleichzeitig dürfte ein weiterer Rückgang des luxuriösen Umfelds zu zusätzlichem Druck auf die ohnehin fragilen Trends bei weichen Luxusgütern führen. Betroffen sind insbesondere Taschen, Bekleidung und Schuhe. Nach Einschätzung der JPMorgan-Analysten sei keine Lederwarenmarke stark genug, um sich diesem Abwärtstrend zu entziehen. Die Polarisierung innerhalb der Branche wird damit zum bestimmenden Thema des Quartals.
Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung relevant, da der Luxussektor zu den wichtigsten europäischen Exportbranchen zählt und zahlreiche Schwergewichte an den Börsen in Paris und Mailand beheimatet sind. Die Aktien dieser Unternehmen reagieren traditionell sensibel auf Veränderungen im Konsumverhalten, insbesondere in Asien und Nordamerika.
Europäische Märkte starten freundlich
Unabhängig von der Luxusschwäche zeigten sich die europäischen Aktienindizes im Eröffnungshandel freundlich. Der Kontinent holte damit die Gewinne an den US-Börsen vom Montag nach. Der europaweite Stoxx 600 legte um 0,45 Prozent zu, getragen von den Sektoren Gesundheitswesen, Software und Banken.
In London stieg der FTSE 100 um 0,6 Prozent, angeführt vom Pharmakonzern AstraZeneca mit einem Plus von 2 Prozent. Der deutsche DAX gewann 0,5 Prozent hinzu. Zu den stärksten Einzelwerten zählte Merck mit einem Anstieg von 2,8 Prozent, während der Sportartikelhändler Adidas um 1,2 Prozent zulegte. In Paris notierte der CAC 40 um 0,3 Prozent im Plus, wobei die Softwaregruppe Capgemini um 1,75 Prozent zulegte und die meisten Luxusaktien stiegen.
Eine Ausnahme bildete L'Oréal: Der Kosmetikkonzern verlor 0,9 Prozent, nachdem das Unternehmen Berater für Restrukturierungen in den USA eingeschaltet hatte. In Südeuropa trieben Banken den italienischen FTSE MIB und den spanischen IBEX 35 um jeweils 0,6 Prozent und 0,7 Prozent nach oben. Der niederländische AEX lag 0,3 Prozent höher, gestützt durch Gesundheitsaktien, obwohl die Halbleitergruppe BE Semiconductor um 3,6 Prozent nachgab.
Asiatische Märkte im Fokus
Auch in Asien bewegten sich die Märkte. Japanische Aktien lagen im Plus, da sich die Sorgen über steigende Energiekosten nach nächtlichen Kursverlusten bei Rohöl entspannten. Elektronik- und Finanzwerte führten die Gewinne an: Hitachi stieg um 1,3 Prozent, Advantest um 2,0 Prozent, Tokio Marine Holdings um 1,6 Prozent und Japan Post Bank um 1,2 Prozent. Der Nikkei-Aktienindex notierte bei 70.251,44 Punkten und damit 0,4 Prozent im Plus. Der Dollar stand bei 157,86 Yen.
Koreanische Aktien könnten laut Strategen der Societe Generale kurzfristig weitgehend seitwärts handeln. Die Beteiligung der Anleger schwindet, und die Dynamik bei den Ergebnissen aus dem Speicherchipgeschäft lässt nach. Ausländische Anleger verkauften im August und September Wertpapiere im Wert von 25 Milliarden Dollar an koreanischen Aktien, während inländische Privatanleger im September ebenfalls zu Verkäufern wurden, mit Abflüssen von 10 Milliarden Dollar. Das Handelsvolumen des Kospi fiel von seinem Höchststand im Juni auf 20 Billionen Won, das niedrigste Niveau in diesem Jahr. „Das Problem ist nicht mehr die erzwungene Risikoreduzierung, sondern das Fehlen marginaler Käufer“, so die Analysten. SocGen bleibt bei Korea neutral und bevorzugt taiwanische Aktien gegenüber koreanischen.
