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Sportartikelmarkt in China unter Druck: ANTA und Li Ning leiden

Nikes Umsatzrückgang in China belastet den gesamten Sportartikelmarkt – auch lokale Größen wie ANTA verlieren an Wert.

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Sportartikelmarkt in China unter Druck: ANTA und Li Ning leiden

Der chinesische Sportartikelmarkt steht derzeit unter erheblichem Druck. Das spiegelt sich auch in den Aktienkursen lokaler Marktführer wider: Die Aktie von ANTA Sports verzeichnete zuletzt einen Rückgang um 2,0 % auf 71,8 HK$, während der breitere Hang-Seng-Index einen Anstieg von 0,7 % verbuchen konnte. Diese gegenläufige Entwicklung verdeutlicht die anhaltende Skepsis der Anleger gegenüber der Nachfrageentwicklung in China.

Der Auslöser für die jüngste Marktunruhe waren die enttäuschenden Quartalszahlen des US-Riesen Nike. Im ersten Geschäftsquartal 2027 verzeichnete Nike in der Region Greater China einen Umsatzrückgang von 26 %. Bereits in den vorangegangenen Quartalen musste das Unternehmen Einbußen von 10 % bzw. 17 % hinnehmen. Die Ratingagentur S&P prognostiziert für das Gesamtjahr sogar einen Umsatzrückgang von rund 30 % für Nike in China. Zudem plant der Konzern, in den kommenden drei Quartalen signifikante Lagerbestände aus den chinesischen Vertriebskanälen abzuziehen – ein Schritt, der die schwierige Lage zusätzlich unterstreicht.

Lokale Marken profitieren nicht von Nikes Schwäche

Entgegen der verbreiteten Annahme, dass Nikes Marktanteilsverluste automatisch den lokalen Wettbewerbern zugutekommen, zeigt sich ein düstereres Bild. Auch die Aktien von Unternehmen wie Li Ning, das seit Jahresbeginn ein Minus von 34 % verzeichnet, stehen unter starkem Verkaufsdruck. Dies deutet darauf hin, dass der chinesische Markt insgesamt schwächelt und nicht lediglich eine Verschiebung von Marktanteilen von Nike hin zu lokalen Marken stattfindet. Für deutsche Anleger, die über ETF oder Einzelaktien am chinesischen Konsumsektor engagiert sind, ist diese Unterscheidung wichtig: Die Schwäche ist offenbar nicht auf einen einzelnen Anbieter begrenzt, sondern betrifft die gesamte Branche.

Citi sieht Chancen – und Risiken

Analysten von Citi sehen in Nikes Strategie, das Angebot zu reduzieren, zwar eine potenzielle Entlastung für den Preiswettbewerb im Vorfeld des „Double 11"-Shopping-Events und bevorzugen weiterhin ANTA und Li Ning. Dennoch bleibt die Sorge vor einem verschärften Wettbewerb bestehen. Nike plant, ab Anfang 2027 die digitale Vertriebssteuerung in China wieder direkt zu übernehmen und verstärkt auf lokale Produkte sowie Großhandelspartner zu setzen. Experten warnen, dass dies zu aggressiveren Rabattaktionen führen könnte, was die Margen sämtlicher in China tätiger Marken unter Druck setzen würde.

Während etablierte Marken kämpfen, gewinnen spezialisierte „Challenger-Brands" wie On und Hoka an Boden, da sie Nikes Dynamik im Bereich Performance-Schuhe bremsen. Während der Markt die Aktie von On mit einem Kursplus von 13,9 % innerhalb eines Monats belohnte, bleiben andere Wettbewerber wie Deckers weiterhin nahe ihrem 52-Wochen-Tief.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Nikes Probleme in China symptomatisch für einen schwachen Gesamtmarkt sind, von dem auch lokale Größen wie ANTA derzeit nicht profitieren können. Die Kombination aus sinkender Nachfrage, geplanten Lagerabzügen und drohenden Rabattschlachten dürfte die Stimmung im Sektor kurzfristig belasten. Für Investoren bleibt die Entwicklung des „Double 11"-Events und der weiteren Nike-Strategie in China ein wichtiger Gradmesser für die gesamte Branche.

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