Konsumlaune sinkt leicht nach drei Anstiegen
Mehr Sparneigung bremst Kauflust – trotz wachsender Hoffnung auf Konjunkturerholung

Die Konsumstimmung in Deutschland hat nach drei Anstiegen in Folge erstmals wieder einen leichten Rückschlag erlitten. Das Konsumklima, ermittelt von den Instituten GfK und NIM, wird für Juli mit einem Rückgang um 0,3 Punkte auf nunmehr -20,3 Zähler prognostiziert. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem eine zunehmende Sparneigung der Verbraucher, die trotz verbesserter Einkommensaussichten und gestiegener Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin auf Zurückhaltung setzen.
Verbraucher geben demnach weniger Geld für Konsumgüter wie Elektronik, Kleidung oder Urlaubsreisen aus und legen stattdessen vermehrt Geld zurück. Die Nürnberger Konsumforscher sehen in dieser Entwicklung einen Ausdruck fortbestehender Verunsicherung in der Bevölkerung. Die gestiegene Neigung zum Sparen konterkariert demnach die eigentlich positiven Impulse, die sich aus der konjunkturellen Erholung und besseren Einkommensperspektiven ergeben könnten.
Trotz des Dämpfers beim Konsumklima zeigt sich im Bereich der Konjunkturerwartungen ein deutlicher Aufwärtstrend. Der entsprechende Indikator stieg um sieben Punkte auf 20,1 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2022, kurz vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Damals lag der Wert bei 24,1 Punkten. Die gestiegene Zuversicht der Verbraucher basiert unter anderem auf milliardenschweren Investitionsprogrammen der Bundesregierung für Infrastruktur und Verteidigung, die in Berlin beschlossen wurden.
Auch die Einschätzungen führender Wirtschaftsforschungsinstitute tragen zu dieser optimistischen Erwartungshaltung bei. Viele Konsumenten gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im weiteren Verlauf des Jahres spürbar verbessern wird. Das belegt auch die Einschätzung des Konsumforschungsinstituts NIM, das in Kooperation mit der GfK monatlich rund 2.000 Verbraucher zu ihrer finanziellen Lage, ihrer Sparneigung und ihren Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung befragt.
Der Zeitraum für die jüngste Erhebung lag zwischen dem 30. Mai und dem 11. Juni. Die darin zum Ausdruck kommende Mischung aus wachsendem wirtschaftlichen Optimismus und gleichzeitiger Zurückhaltung beim Konsumverhalten spiegelt eine Übergangsphase wider, in der zwar Hoffnung auf Besserung besteht, konkrete Ausgabenentscheidungen jedoch weiterhin zögerlich getroffen werden.
