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Trump sucht Deals statt neuer Zolleskalation

US-Wirtschaft gerät unter Druck – Europa muss sich auf höhere Handelsbarrieren einstellen

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Trump sucht Deals statt neuer Zolleskalation

US-Präsident Donald Trump zeigt sich im Zollkonflikt gegenüber Europa und China derzeit etwas versöhnlicher – ein Zeichen möglicher Entspannung, wie Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, vermutet. Zwar sei das wirtschaftliche Hauptthema weiterhin der Zollkonflikt, doch mit dem nahenden Ablauf des US-Zollultimatums an die EU zum 8. Juli bleibe die Gefahr einer Eskalation bestehen. Dennoch scheine Trump verstärkt auf schnelle Handelsabschlüsse zu setzen, da ihm mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026 die Zeit davonlaufe.

Im Gespräch hebt Krüger den Auftritt von Friedrich Merz im Oval Office hervor, der gezeigt habe, wie sich trotz Meinungsverschiedenheiten ein konstruktiver Dialog führen lässt. Diese Fähigkeit sei im Umgang mit dem US-Präsidenten entscheidend. Handelsabkommen, die normalerweise Jahre benötigen, könnten nun deutlich schneller angestrebt werden, allerdings ohne langfristige Lösungen zu erwarten.

Neben der Außenwirtschaftspolitik rücken zunehmend innenpolitische Entwicklungen in den Fokus, insbesondere Trumps autoritär anmutende Vorgehensweise. Diese sorge laut Krüger für Unsicherheit unter Unternehmen, die auf Verlässlichkeit und berechenbare Rahmenbedingungen angewiesen sind. Die Frage, ob politische Zusagen Bestand haben, stelle sich heute deutlicher denn je.

Ein weiterer Aspekt betrifft den Arbeitskräftemangel in den USA. Viele Unternehmen, insbesondere in der Landwirtschaft, kämpfen bereits mit Personalknappheit. Der Kurs gegen undokumentierte Einwanderer verschärfe das Problem, während neue Zölle den Aufbau industrieller Kapazitäten zusätzlich erschwerten. Krüger bewertet die Wirtschaftspolitik insgesamt als wenig kohärent und betont, dass die USA viele wirtschaftliche Entwicklungen nicht mehr vollständig selbst steuern könnten.

Ein Kurswechsel in der US-Handelspolitik könnte nur durch massive innenpolitische Verwerfungen wie einen Einbruch am Arbeitsmarkt oder breite Proteste ausgelöst werden. Das Vertrauen in die Vereinigten Staaten als verlässlichen Partner sei international bereits angekratzt – auch ein politischer Wechsel im Weißen Haus würde dies kaum kurzfristig beheben.

Europa müsse sich auf anhaltende Zölle zwischen 10 und 15 Prozent einstellen und wettbewerbsfähiger werden, etwa durch den Abbau von Bürokratie. Zwar habe sich die EU zuletzt als einig gezeigt, große institutionelle Reformen seien jedoch wegen anderer Prioritäten wie der militärischen Lage kaum realistisch. Schritte hin zu einer vertieften Kapitalmarktunion seien denkbar, benötigten jedoch Zeit und Ressourcen.

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