KI-Boom: Fort Washington warnt Anleger vor ersten Warnsignalen der Verlangsamung
Zwei Fondsmanager von Fort Washington Investment Advisors sehen den KI-Boom weiterlaufen, mahnen aber zur Absicherung gegen zyklische Schwankungen.

Die Fondsmanager Jamie Wilhelm und Sunit Gogia von Fort Washington Investment Advisors rechnen damit, dass der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) weiter anhält. Gleichzeitig sehen sie jedoch führende Indikatoren, die auf einen eventualen Abschwung hindeuten. Für Anleger bedeutet das: Sie sollten die ersten Warnsignale einer Verlangsamung aufmerksam verfolgen und prüfen, wie sich das eigene Portfolio gegen eine zyklische Schwankung absichern lässt.
Wilhelm und Gogia verwalten den Touchstone Large Cap Focused Fund (Ticker: SICWX) mit einem Volumen von 3,6 Milliarden US-Dollar. Der Fonds ist in der Morningstar-Kategorie „Large Blend“ mit vier Sternen bewertet – der zweithöchsten Einstufung. Damit zählen die beiden zu den erfahrenen Verwaltern großer US-Aktienportfolios.
Mit ihrer Einschätzung zum mehrjährigen Aufbau generativer KI-Infrastrukturen dürften die beiden Fondsmanager mit dem Marktkonsens übereinstimmen. Der Aufbau der nötigen Rechenzentren, Chips und Netzwerke gilt als langfristiges Investitionsvorhaben, das sich über mehrere Jahre erstreckt. Diese Sichtweise stützt die These, dass der KI-Boom nicht kurzfristig endet.
Auf Warnsignale achten
Trotz der optimistischen Grundhaltung mahnen Wilhelm und Gogia zur Vorsicht. Anleger sollten die ersten Anzeichen eines Verlangsamungsprozesses identifizieren, um nicht vom Timing eines zyklischen Umschwungs überrascht zu werden. Der Begriff „führende Indikatoren“ (Leading Indicators) bezeichnet in der Konjunkturanalyse Kennzahlen, die sich vor der tatsächlichen Entwicklung drehen und damit früh auf eine Trendwende hindeuten.
Für deutsche Privatanleger ist die Analyse insofern relevant, als KI-Aktien auch hierzulande einen wachsenden Anteil an Depots und Fonds ausmachen. Wer stark in Technologie- und Halbleiterwerten investiert ist, trägt ein erhöhtes Klumpenrisiko. Eine Absicherung gegen zyklische Schwankungen kann bedeuten, Positionen breiter zu streuen oder Gewinne schrittweise zu sichern – so lässt sich an der KI-Story teilhaben, ohne dem vollen Rückschlagrisiko ausgesetzt zu sein.
Was Anleger beachten sollten
Die Kategorie „Large Blend“ bei Morningstar umfasst Fonds mit großen Unternehmen, die sowohl Wachstums- als auch Substanzwerte kombinieren. Die vier Sterne des SICWX signalisieren eine überdurchschnittliche risikoadjustierte Rendite im Vergleich zur Peergroup. Solche Bewertungen sind eine Orientierungshilfe, keine Garantie für künftige Erträge.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Wilhelm und Gogia rechnen nicht mit einem abrupten Ende des KI-Booms, sondern mit einem eventualen Abschwung, auf den Anleger vorbereitet sein sollten. Die Kernbotschaft lautet, den Aufbau generativer KI-Infrastruktur als mehrjährige Entwicklung zu verstehen und gleichzeitig das eigene Portfolio gegen zyklische Rückschläge zu wappnen. Wer die führenden Indikatoren im Blick behält, kann frühzeitig reagieren, statt erst im Abschwung umzuschichten.
