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BofA warnt: Anleger fürchten Boom-Bust-Zyklus im KI-Sektor

KI-Ausgaben dominieren die Kundengespräche der Bank of America, doch die meisten Anleger bleiben vorerst investiert.

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BofA warnt: Anleger fürchten Boom-Bust-Zyklus im KI-Sektor

Anleger sind besorgt, dass der aktuelle Ausgabenboom rund um Künstliche Intelligenz in einem Crash enden könnte. Die meisten von ihnen planen jedoch, vorerst weiter investiert zu bleiben. Das geht aus einer aktuellen Einschätzung der Bank of America (BofA) hervor, über die Investing.com berichtet.

Die europäischen Equity-Strategisten der BofA gaben an, dass die Kapitalausgaben für KI in jüngsten Kundengesprächen in den USA, der Schweiz und Skandinavien 80 Prozent der Diskussionszeit in Anspruch nahmen. Damit dominiert das Thema die Gespräche mit institutionellen Investoren deutlich. Die Zinsentwicklung war mit 15 Prozent Thema, der Konflikt im Nahen Osten mit 5 Prozent.

Die Kunden verwiesen dem Bericht zufolge darauf, dass frühere, technologiegetriebene Ausgabenbooms jeweils in einem Crash endeten. Als Beispiele nannten sie den Tech-Boom der 1990er Jahre und den Eisenbahn-Boom der 1870er Jahre. Viele teilten zudem die Sorge der BofA, dass der harte Wettbewerb zwischen Entwicklern von KI-Modellen die Preise drückt. Genau diese Art von Preisdruck habe in der Vergangenheit bereits Ausgabenbooms geschadet.

Die Details

Trotz dieser Sorgen sahen die meisten Kunden wenige Anzeichen für eine bevorstehende Trendwende. Die BofA vermerkte, dass die Konsensprognosen für die Kapitalausgaben der US-Hyperscaler in den nächsten zwölf Monaten nahe bei 1 Billion US-Dollar liegen – und weiterhin steigen. Die Bank fügte hinzu, dass die meisten Kunden planen, sich weiterhin auf weitere Ausgaben auszurichten, „was unterstreicht, dass ein Unterlassen damit erhebliche karriererelevante Risiken verbunden wäre“.

Zugleich deuteten viele Gesprächspartner an, dass sie ihre Positionierung ändern würden, sobald sich der Boom abschwächt. „Viele deuteten jedoch an, dass sie bereit wären, ihre Positionierung zu ändern, sobald Anzeichen dafür auftauchen, dass der Boom allmählich an Schwung verliert“, schrieben die Strategisten.

Auch bei der Zinsentwicklung war man bei der BofA gespalten. Eine knappe Mehrheit der Kunden erwartet, dass die Renditen weiter steigen. Eine kleine, aber wachsende Gruppe stimmt dagegen mit der Bank überein, dass die Zinsen erneut fallen werden.

Für europäische Aktien bleibt die BofA negativ gestimmt. Die Bank rechnet damit, dass der Stoxx 600 bis zum zweiten Quartal um etwa 10 Prozent auf 580 fällt. Europäische zyklische Aktien dürften im Vergleich zu defensiven Titeln weitere 6 Prozent einbüßen. Die Bank warnte davor, dass jede Hürde für KI-Ausgaben das Wachstum und die Gewinne belasten könnte.

Zu diesen möglichen Hindernissen zählen laut BofA der Wettbewerb, die Finanzierungskosten, Engpässe bei der Stromversorgung und politischer Widerstand gegen Rechenzentren. Bei der Sektorenauswahl bevorzugt die Bank Verbrauchergrundbedürfnisse (Consumer Staples) und Qualitätsaktien. Europäische Banken stuft sie als den am stärksten überdehnten zyklischen Sektor ein.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Warnung ist Teil einer länger anhaltenden Debatte über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionszyklus. Bereits am 19.04.2026 berichtete aktien.news, dass der Drang, die KI-Lieferkette so schnell wie möglich auszubauen, die Branche in eine heikle Lage gebracht hat. Hyperscaler und Chip-Designer bauten ihre Kapazitäten mit enormem Tempo aus und griffen dabei auf Verschuldung und zirkuläre Finanzierungsmodelle zurück. Mit den milliardenschweren Ausgaben wuchsen zugleich die Risiken, und die Fragen der Investoren nach konkreten Erträgen wurden lauter.

Am 03.05.2026 meldete aktien.news unter Berufung auf einen Branchenbericht von BofA Global Research, dass Künstliche Intelligenz die weltweiten Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne bis 2027 auf eine Billion US-Dollar treiben wird. Auslöser waren beschleunigte KI-Umsätze und anhaltende Lieferengpässe bei High-End-Rechenhardware. Die Aufwärtskorrektur folgte auf die Quartalsergebnisse der führenden Hyperscaler für das erste Quartal, darunter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta Platforms. Alle vier Konzerne hatten ihre Ausgabenprognosen deutlich angehoben.

Am 26.06.2026 berichtete aktien.news, dass die BofA Alarm schlägt: Die von Künstlicher Intelligenz getriebene Momentum-Rallye an den globalen Aktienmärkten könnte ihren Höhepunkt überschritten haben. In einer Strategienotiz zu europäischen Aktien warnte das US-Geldhaus vor wachsenden Risiken bei der Monetarisierung und Kommerzialisierung von KI-Technologien – mit potenziell spürbaren Folgen für Unternehmensgewinne und Börsenkurse weltweit. Laut BofA hatte der Boom bei den KI-Investitionsausgaben ein makroökonomisches und Marktumfeld geschaffen, wie es Anleger in den letzten zwei Jahrzehnten nicht gesehen haben. Dieses außergewöhnliche Umfeld habe die Margenerwartungen auf Allzeithochs getrieben.

Am 15.08.2026 schließlich berichtete aktien.news, dass Analysten der Bank of America inmitten eines Rücksetzers im KI-Sektor eine Liste von 16 Aktien veröffentlichten, bei denen sie kurzfristig eine Erholung erwarten. Die Experten sahen in der Schwächephase eine Gelegenheit für Schnäppchenjäger. Dies geschah vor dem Hintergrund wachsender Erwartungen, dass die KI-Ausgaben der größten US-Technologiekonzerne in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreichen könnten.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt der Bericht ein Spannungsfeld: Einerseits bleibt der Kapitalfluss in die KI-Infrastruktur nach Einschätzung der BofA-Kunden intakt, andererseits wächst das Bewusstsein für die Risiken eines möglichen Endes des Booms. Die BofA selbst positioniert sich bei europäischen Aktien defensiv und bevorzugt Verbrauchergrundbedürfnisse sowie Qualitätsaktien gegenüber zyklischen Titeln. Wer in europäische Banken oder andere zyklische Sektoren investiert ist, sollte die von der Bank genannten Bewertungsrisiken im Blick behalten.

Bemerkenswert ist die Beobachtung der Strategisten, dass viele Kunden zwar investiert bleiben, aber eine schnelle Anpassung der Positionierung in Aussicht stellen. Das deutet auf eine fragilere Marktstimmung hin, als es die anhaltenden Ausgabenprognosen auf den ersten Blick vermuten lassen. Diese Einschätzung ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Beschreibung der aktuellen Stimmungslage unter institutionellen Investoren.

Ausblick

Die BofA erwartet, dass der Stoxx 600 bis zum zweiten Quartal auf 580 fällt, was einem Rückgang von etwa 10 Prozent entspricht. Für europäische zyklische Aktien rechnet sie mit einem weiteren Minus von 6 Prozent gegenüber defensiven Titeln. Die Konsensprognosen für die Kapitalausgaben der US-Hyperscaler liegen in den nächsten zwölf Monaten nahe bei 1 Billion US-Dollar und steigen weiter. Entscheidend dürfte sein, ob sich Anzeichen für ein Nachlassen des Booms mehren – die BofA-Kunden haben signalisiert, dass sie in diesem Fall ihre Positionierung ändern würden.

Kurz erklärt

  • Kapitalausgaben (Capex): Investitionen eines Unternehmens in langlebige Vermögenswerte wie Anlagen, Rechenzentren oder Ausrüstung.
  • Hyperscaler: Große Cloud-Anbieter, die Rechenkapazität in enormem Umfang betreiben und vermarkten.
  • Zyklische Aktien: Titel, deren Kurse stark mit der Konjunktur schwanken.
  • Consumer Staples: Aktien von Unternehmen des täglichen Bedarfs, deren Geschäft vergleichsweise konjunkturunabhängig ist.
  • Momentum-Rallye: Eine Kursbewegung, die sich vor allem aus der Stärke des bisherigen Trends speist.
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