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KI-Analyse zeigt überraschende Gewinner im Weihnachtsgeschäft 2026

Trotz Konsumflaute: KI-Prognosen deuten auf Trendwende in Mode und Körperpflege hin.

3 Min
KI-Analyse zeigt überraschende Gewinner im Weihnachtsgeschäft 2026

Die Stimmung im deutschen Einzelhandel ist wenige Wochen vor dem Start des Weihnachtsgeschäfts angespannt. Die Zahl der Insolvenzen stieg im Vergleich zum Vorjahr weiter an, mehr als jede zehnte Ladenfläche in den Innenstädten steht leer. Auch die Internethändler bereiten sich auf das Jahresendgeschäft vor und hoffen auf volle digitale Warenkörbe.

Doch für viele Händler – stationär wie online – könnten die kommenden Monate trotz Black Friday und Weihnachtsgeschäft ernüchternd ausfallen. Das prognostizieren die KI-Analysten von Hase & Igel aus Oldenburg, deren Daten der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegen.

KI-Prognosen mit Google-Daten

Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Daten wie das Suchverhalten im Netz zu erheben und mit künstlicher Intelligenz Trends zu identifizieren. Für die aktuelle Studie hat Hase & Igel die Nachfrage in Konsum-Kategorien des Statistischen Bundesamtes mit dem eigenen Neutrum.AI-System gemessen.

Basis sind Google-Suchhäufigkeiten nach Begriffen, die den Absatz in den jeweiligen Kategorien statistisch vorhersagen. Algorithmen ermitteln daraus Trends und stellen Prognosen. Die Logik dahinter ist einfach: Wird im Netz weniger nach einer Produktkategorie gesucht, wirkt sich das anschließend auf die Umsätze aus.

„Trotz des Irankriegs und seiner inflationstreibenden Wirkung erwarten wir für das Jahresendgeschäft 2026 ein leichtes Plus gegenüber dem sehr schlechten Vorjahr. Hiervon profitieren jedoch nicht alle Branchen – für beinahe die Hälfte setzt sich der Abschwung fort“, sagt Jan Schoenmakers, Geschäftsführer von Hase & Igel.

Modebranche vor dem Comeback?

Die spektakulärste Wende betrifft den Modebereich. Damen- wie Herrenmode waren in den letzten Jahren besonders hart von der Rezession betroffen. Viele Händler und Hersteller meldeten Insolvenz an. „Doch nun erwartet unser Modell ein sehr deutliches Wachstum im vierten Quartal“, so Schoenmakers.

Auch bei Körperpflegeartikeln zieht der Markt stark an. Die Google-Daten zeigen eine konstante Wellenbewegung in den vergangenen Jahren – nun jedoch mit einem prognostizierten starken Anstieg für das Wintergeschäft.

Hier zeigt sich der sogenannte Lippenstift-Effekt: Konsumenten schieben in wirtschaftlich turbulenten Zeiten große Anschaffungen auf und greifen vermehrt zu günstigeren Luxus- und Wohlfühlartikeln. Der Begriff geht auf den ehemaligen Estée-Lauder-Chef Leonard Lauder zurück. Aktuell verzeichnet der Kosmetikkonzern L'Oréal steigende Umsätze von zuletzt rund sieben Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

Reiselust der Deutschen bleibt hoch

Neben der Körperpflege gewinnen Reisen weiter an Bedeutung. Der Deutsche Reiseverband (DRV) meldete für die Sommersaison steigende Umsätze. „Zuletzt gab es einen kräftigen Last-Minute-Schub“, sagte DRV-Präsident Albin Loidl.

Die Kreuzfahrtbranche blickt auf steigende Zahlen zurück: Die Deutschen gaben für Hochsee- und Flusskreuzfahrten rund 6,7 Milliarden Euro aus – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch innerdeutsche Trips nehmen zu. „Ein bemerkenswert resilienter Bereich sind Übernachtungen im Inland. Gerade kürzere Urlaube in Deutschland bleiben im Trend“, sagt Schoenmakers.

Kritisch sieht er jedoch die Entwicklung bei Pauschalreisen. Wurde im Januar 2023 noch etwa 1,2 Millionen Mal nach entsprechenden Begriffen gesucht, ging die Zahl drei Jahre später auf rund 400.000 zurück. Das KI-Modell zeigt einen weiteren Rückgang in den kommenden Monaten.

Outdoor-Markt und Möbelbranche unter Druck

Während der Coronapandemie erlebte die Outdoorbranche einen Boom. Doch die Pandemiegewinne ließen sich zuletzt nicht wiederholen. Die seit 2022 einsetzende Wirtschaftskrise drückt die Kauflaune. Die Nachfrage nach Outdoor-Accessoires geht seit Ende 2023 deutlich zurück. Laut KI-Prognose dürfte der Abwärtstrend auch 2027 anhalten.

„Viele Branchen bleiben besonders hart von der Konsumzurückhaltung betroffen und können von dem kleinen, erwarteten Aufschwung voraussichtlich nicht profitieren“, warnt Schoenmakers.

Auch die deutsche Möbelbranche kommt nicht aus der Krise. Im ersten Halbjahr setzten die Hersteller 7,7 Milliarden Euro um – nominal 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) mitteilte. Allein zwischen 2023 und 2026 hat die Branche rund 20 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt. Die KI prognostiziert einen weiteren Abschwung.

Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth verwies auf schwierige Bedingungen: Neben steigenden Material-, Energie- und Lohnkosten belaste das schwache Konsumklima die Branche. Ein immer größerer Teil der Kaufkraft fließe in Reisen und Freizeit, hinzu kämen ein stockender Wohnungsbau und wachsender internationaler Wettbewerbsdruck.

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