Möbelkrise hält an: Umsätze sinken im ersten Halbjahr 2025
Möbelhersteller leiden unter Konsumflaute – Umsatzminus von 2,7 Prozent im ersten Halbjahr.

Die deutsche Möbelindustrie kommt nicht aus der Krise. Die Verbraucher halten sich beim Möbelkauf weiter zurück, die Umsätze sinken. Im ersten Halbjahr 2025 setzten die Hersteller 7,7 Milliarden Euro um – nominal 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) unter Berufung auf vorläufige amtliche Zahlen mit.
Einzig das Küchensegment zeigt sich stabil: Die Erlöse mit Küchenmöbeln stiegen um ein Prozent. In allen anderen Kategorien gab es Rückgänge. Besonders hart traf es die Polstermöbel, deren Umsatz um zehn Prozent einbrach.
Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen. Steigende Material-, Energie- und Lohnkosten belasten die Hersteller. Hinzu kommt ein schwaches Konsumklima: Ein immer größerer Teil der Kaufkraft fließt in Reisen und Freizeit statt in neue Möbel. Auch der stockende Wohnungsbau und der wachsende internationale Wettbewerbsdruck setzen die Branche unter Druck.
Heimatmarkt besonders betroffen
Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft auf dem deutschen Markt. Hier schrumpften die Umsätze um 4,1 Prozent. Auch der Auftragseingang zeichnet ein gemischtes Bild: Während die Bestellungen bei Küchenmöbeln zwischen Januar und Juni um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen, verzeichneten die Polstermöbel einen Rückgang von 10,5 Prozent.
Die Möbelindustrie steckt bereits seit längerem in einer tiefen Krise. Im Jahr 2025 sanken die Erlöse zum dritten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2009. Allein zwischen 2023 und 2026 hat die Branche rund 20 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt. Branchenkenner führen die anhaltende Schwäche auch auf Nachholeffekte aus der Pandemie zurück: Viele Haushalte hatten damals Käufe vorgezogen, sodass der Bedarf inzwischen vielerorts gedeckt ist.
Für das laufende Jahr rechnet Verbandsgeschäftsführer Kurth nicht mit einer spürbaren Belebung. Die Aussichten bleiben gedämpft. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Konsumstimmung und des Wohnungsbaus genau im Auge behalten – beide Faktoren sind entscheidend für die Erholung der Möbelbranche.
