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Lebensmittel- und Getränkeriesen kämpfen mit Lieferketten und Profitabilität

Taylor Farms und Mixue Group zeigen die Risiken globaler Skaleneffekte in unterschiedlichen Märkten.

• 4 Min

Die globale Lebensmittel- und Getränkeindustrie steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Von systemischen Lieferkettenrisiken bis hin zu sinkenden Gewinnmargen – zwei Branchenriesen, Taylor Farms und die Mixue Group, verdeutlichen die Komplexität globalisierter Wertschöpfungsketten. Während Taylor Farms mit einer schweren Lebensmittelsicherheitskrise kämpft, leidet Mixue unter steigenden Betriebskosten und sinkender Profitabilität.

Taylor Farms unter FDA-Untersuchung

Taylor Farms, einer der weltweit größten Verarbeiter von frisch geschnittenem Gemüse, steht derzeit im Fokus der US-Arzneimittelbehörde FDA. Das Unternehmen wird im Zusammenhang mit einem massiven Cyclospora-Ausbruch untersucht. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent bei Salatkits in US-Supermärkten beliefert Taylor Farms auch große Restaurantketten wie McDonald's, Taco Bell und Chipotle.

Der aktuelle Ausbruch wurde auf Eisbergsalat zurückgeführt, der in einer Taylor-Farms-Anlage in Zentralmexiko verarbeitet wurde. Kritiker sehen darin eine gefährliche Folge der Marktkonzentration. Das Unternehmen ist durch zahlreiche Übernahmen gewachsen, darunter der Kauf von Earthbound Farm im Jahr 2019 und die Akquisition der Agrarrobotik-Firma Farmwise im Jahr 2025.

Weil Taylor Farms einen Großteil der Verarbeitung, Verpackung und Verteilung für große Einzelhändler übernimmt, kann ein einzelner Kontaminationsvorfall weitreichende und gleichzeitige Auswirkungen auf das gesamte Lebensmittelökosystem haben. Das Unternehmen verteidigt seine Sicherheitsbilanz und gibt an, jährlich über 200 Millionen Dollar für Lebensmittelsicherheitsinitiativen auszugeben.

Als Reaktion auf die Krise hat Taylor Farms die Beschaffung von Eisbergsalat aus Zentralmexiko freiwillig ausgesetzt und eine unabhängige Überprüfung seiner Anlagen in Auftrag gegeben. Die FDA hat jedoch Schwierigkeiten, die Quelle durch Produkttests zu bestätigen, da die kurze Haltbarkeit von frischen Produkten oft abläuft, bevor bei Verbrauchern Symptome auftreten.

Politische Einflussnahme und regulatorische Lücken

Über die operationellen Sicherheitsfragen hinaus steht Taylor Farms auch wegen seines politischen Einflusses in der Kritik. Berichten zufolge spendete Taylor Fresh Foods eine Million Dollar an das Trump-freundliche Super-PAC MAGA Inc., etwa zu dem Zeitpunkt, als eine bundesstaatliche Regelung zur Lebensmittelrückverfolgung verzögert wurde. Das Unternehmen bestreitet, dass seine politischen Spenden regulatorische Ergebnisse beeinflussen.

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat zudem eingeräumt, dass sie viele der Übernahmen von Taylor Farms nicht prüfen kann, da die Kaufpreise oft unter der Schwelle liegen, die eine obligatorische behördliche Überprüfung erforderlich macht.

Mixue Group: Expansion auf Kosten der Margen

Im Getränkesektor steht die chinesische Mixue Group vor ganz anderen Herausforderungen. Nach der Veröffentlichung eines Gewinnrückgangs von 14,7 Prozent im ersten Halbjahr auf 2,32 Milliarden Yuan fielen die Aktien des Unternehmens in Hongkong um mehr als sieben Prozent. Der Umsatz stieg zwar leicht um 2,3 Prozent auf 15,22 Milliarden Yuan, doch die Profitabilität litt unter deutlich gestiegenen Betriebskosten.

Die Vertriebs- und Verkaufskosten stiegen um 22,9 Prozent, während die Verwaltungskosten um 39,4 Prozent in die Höhe schnellten – angetrieben durch höhere Marketing- und Personalkosten. Mixue betreibt weltweit 63.987 Filialen und hat damit sowohl McDonald's als auch Dunkin' in der Anzahl der Standorte überholt.

Das Unternehmen setzt nun auf internationale Diversifizierung und will seine Präsenz in Südostasien, Zentralasien und Amerika ausbauen. Um die steigenden Kosten der internationalen Logistik zu senken, fokussiert sich Mixue auf die Lokalisierung seiner Lieferkette.

Vom Getränkekonzern zur Kultmarke

Über sein Kerngeschäft mit erschwinglichem Eis und Tee hinaus versucht Mixue, sein Maskottchen „Snow King" zu einer globalen Kulturmarke auszubauen. Die langfristige Strategie sieht vor, die Präsenz des Maskottchens auf Animationen, Filme, Merchandise und möglicherweise sogar Themenparks auszuweiten. Dies signalisiert eine Abkehr vom reinen Einzelhandelsvolumen hin zu einem stärker diversifizierten Geschäftsmodell, das auf geistigem Eigentum und Markentreue basiert.

Die Kehrseite der Größe

Sowohl Taylor Farms als auch die Mixue Group zeigen, dass massive Größe ein zweischneidiges Schwert sein kann. Für Taylor Farms hat die Größe das Unternehmen für große Ketten wie McDonald's unverzichtbar gemacht, die auf konsistente Dienstleistungen wie geschnittenen Salat und gewürfelte Zwiebeln angewiesen sind. Doch genau diese Unverzichtbarkeit wird zum Problem, wenn der Lieferant versagt – wie bei früheren Ausbrüchen mit Salmonellen im Jahr 2009 und E. coli im Jahr 2024.

Für Mixue ist die Größe ein strategischer Vorteil und ein Grund zum Stolz. Doch der jüngste Gewinnbericht deutet darauf hin, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat, seine Margen während der Expansion zu halten. Während Taylor Farms externem Druck von Regulierungsbehörden und Anwaltskanzleien ausgesetzt ist, steht Mixue unter internem Druck von Investoren, die die Nachhaltigkeit des Wachstums-um-jeden-Preis-Modells in einem Hochkostenumfeld hinterfragen.

Analysten sind sich einig, dass beide Unternehmen künftig mehr Transparenz und operative Effizienz priorisieren müssen. Ob durch verbesserte Lebensmittelsicherheitsprotokolle oder ein strengeres Kostenmanagement – der Weg nach vorne wird für diese Giganten davon bestimmt sein, wie gut sie die Risiken ihrer massiven, vernetzten Operationen managen können.

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