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KI-Agenten und höhere Zinsen: Bargeld bleibt für Banken König

Der KI-Agent „Muse" von Meta verunsichert Finanzaktien: Anleger fürchten, dass Kapital künftig schneller zu höheren Renditen wandert.

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KI-Agenten und höhere Zinsen: Bargeld bleibt für Banken König

Die wachsende Begeisterung für künstliche Intelligenz setzt Finanzaktien unter Druck. Auslöser war in dieser Woche das zunehmende Interesse am KI-Agenten „Muse" von Meta Platforms. An den Märkten wuchs die Sorge, dass Geld künftig noch leichter beweglich wird – mit Folgen für alle Institute, die Kundengelder einsammeln und darauf eine Verzinsung erwirtschaften. Der KBW Nasdaq Bank Index brach in dieser Woche um fast 3 Prozent ein.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Fähigkeit der Institute, Kundengelder anzuziehen und langfristig zu binden. „Geld ist Schrott" lautete in den vergangenen Jahren ein geflügeltes Wort – eine Anspielung auf die mageren Renditen. Sparbücher, kurzfristige US-Schatzanleihen und Geldmarktfonds warfen kaum etwas ab, solange die Zinsen nahe bei null lagen. Als die Federal Reserve ihre Bilanz ausweitete und dem Bankensystem Liquidität zuführte, mussten Banken, die Einlagen an sich ziehen wollten, sich mitunter nur mit einem Eimer behelfen.

Zinswende verändert die Spielregeln

Ein schneller Vorlauf in die Gegenwart: Die Zinserhöhungen der Federal Reserve ab 2022 haben die Erwartungen daran, was Geldanleger erzielen können, neu justiert. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh hat bereits von einer Kürzung der großzügigen Liquiditätsbereitstellung der Zentralbank gesprochen. Der Markt preist derzeit höhere Zinsen für einen längeren Zeitraum ein.

Hinzu kommt der technologische Fortschritt. Neue Formen des Bankwesens und neue Währungen bringen nicht nur neue Konkurrenten um Kundengelder hervor – etwa Neobanken, Stablecoins oder tokenisierte beziehungsweise börsengehandelte US-Schatzanleihen. Sie erleichtern auch den Wechsel von Geldmitteln von Orten mit geringer Verzinsung zu solchen mit höherer Rendite.

KI-Agenten als neuer Unsicherheitsfaktor

Genau diese Entwicklung befeuert der KI-Agent „Muse". Wenn es so einfach ist, den eigenen Agenten anzuweisen, die höchste Rendite zu suchen, dann schwindet die Trägheit, die früher Finanzinstitute geschützt hat. Diese Trägheit – also die Bequemlichkeit von Kunden, ihr Geld einfach liegen zu lassen – galt lange als stiller Puffer für die Branche.

Die Kursreaktionen fielen deutlich aus. Während Meta-Aktien in dieser Woche um mehr als 11 Prozent stiegen, verlor der KBW Nasdaq Bank Index fast 3 Prozent. Die Aktien von Charles Schwab und LPL Financial lagen am Dienstag jeweils um über 6 beziehungsweise 7 Prozent im Minus. Auch Bank of America, JPMorgan Chase und Wells Fargo verloren an diesem Tag mehr als 3 Prozent – ebenso wie andere Banken, Brokerhäuser, Vermögensverwalter und Überweisungsanbieter, also alle Institute, die Kundengelder einsammeln und darauf eine Verzinsung erwirtschaften.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem ein Signal: Der Wettbewerb um Einlagen wird härter. Institute, die bislang von der Trägheit ihrer Kunden profitierten, müssen sich auf eine Welt einstellen, in der Kapital schneller und gezielter dorthin fließt, wo es die höchste Rendite verspricht. Ob Bargeld tatsächlich König bleibt, hängt damit weniger an der Technologie als an der Frage, wie attraktiv die Institute ihre Einlagen künftig verzinsen.

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